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Pressemitteilung BoxID: 517113 (Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund NSGB)
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Ärztemangel: Handeln ist die einzige Option!

Städte- und Gemeindebund berät über Empfehlungen gegen den Hausärztemangel im ländlichen Raum

(lifePR) (Hannover, ) Die Analysen und Empfehlungen des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen zur ambulanten vertragsärztlichen Versorgung im ländlichen Raum bildeten einen Schwerpunkt der (heutigen) Sitzung des Ausschusses für Familie, Jugend, Soziales und Gesundheit im NSGB.

"Wir sind hocherfreut, dass der Sachverständigenrat mit seinem diesjährigen Gutachten die zum Teil gefährdete medizinische Versorgungssituation der Versicherten im ländlichen Raum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt hat. Momentan scheiden bundesweit jährlich mehr als 2000 Hausärztinnen und Hausärzte aus Altersgründen aus dem Berufsausleben aus, und nur jede oder jede zweite findet eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Das ist sehr beunruhigend", erklärte heute der Ausschussvorsitzende, Bürgermeister Theodor Weber aus der Gemeinde Großheide. Oliver Kamlage, Beigeordneter des NSGB und zuständiger Fachreferent, ergänzte: "Der Sachverständigenrat hat festgestellt, dass die bisherigen Maßnahmen ins Leere gingen. Dies hat zur Folge, dass sich die Fehlverteilung der Kapazitäten mit einer Konzentration in städtischen Regionen verfestigt und weiter zunimmt. Darunter leiden die ländlichen Regionen. Daher muss der Gesetzgeber dringend handeln."

Die Ausschussmitglieder begrüßten das vom Sachverständigenrat vorgeschlagene Maßnahmenbündel, das auf die Stärkung der gesundheitlichen Versorgung der Einwohnerinnen und Einwohner im ländlichen Raum zielt. Hierzu gehören neben einer gezielten Förderung des Fachs Allgemeinmedizin und einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor allem die Einführung eines "Landarztzuschlags" für niedergelassene Ärzte, die in einem Planungsbereich mit einem Versorgungsgrad von unter 90 % für Hausärzte bzw. von unter 75 % für Fachärzte praktizieren, um die dortige Tätigkeit attraktiver zu machen und Neuniederlassungen zu befördern. Darüber hinaus fordern die Experten entschlossene Maßnahmen zum Abbau von Überversorgung in Ballungsgebieten, konkret also den Aufkauf freiwerdender Arztsitze durch die Kassenärztlichen Vereinigungen bei Überversorgung.

Bürgermeister Theodor Weber und Beigeordneter Oliver Kamlage forderten, dass die Empfehlungen des Sachverständigenrates vom Gesetzgeber aufgriffen und sehr schnell umgesetzt werden. "Aus meiner Sicht bietet sich dafür das von Bundesgesundheitsminister Gröhe für den Herbst angekündigte Versorgungsstärkungsgesetz ganz hervorragend an", so Weber. Kamlage erklärte abschließend: "Der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Prof. Dr. Ferdinand M. Gerlach, hat die Empfehlungen bei der Vorstellung des Gutachtens im September eigentlich sehr schön auf den Punkt gebracht: Abwarten ist keine Option! Mit Blick auf die Fruchtlosigkeit der in der Vergangenheit auf den Weg gebrachten Maßnahmen müsste man wohl sagen: Handeln ist die einzige Option!"

Weitere Themen der (heutigen) Ausschusssitzung waren u.a. die geplante Novellierung des Niedersächsischen Kindertagesstättengesetzes, die Rolle der Kommunen in der Pflege sowie das integrierte Aufnahmekonzept für Asylbewerber in Niedersachsen.

Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund NSGB

Der Niedersächsische Städte und Gemeindebund (NSGB) ist der kommunale Spitzenverband der kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Samtgemeinden in Niedersachsen. Der Verband spricht für über 400 niedersächsische Städte, Gemeinden und Samtgemeinden mit mehr als 15.000 von insgesamt 22.000 gewählten Mandatsträgern.