lifePR
Pressemitteilung BoxID: 613501 (Niedersächsische Staatskanzlei)
  • Niedersächsische Staatskanzlei
  • Planckstr. 2
  • 30169 Hannover
  • https://www.niedersachsen.de
  • Ansprechpartner
  • +49 (511) 1206946

Gesetzentwurf der Landesregierung eines Niedersächsischen Gesetzes zur Ausführung des Gesetzes über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren

(lifePR) (Hannover, ) Die Landesregierung hat in ihrer Sitzung am (heutigen) Dienstag den Entwurf eines Niedersächsischen Gesetzes zur Ausführung des Gesetzes über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren beschlossen. Der Entwurf geht jetzt in die Verbandsbeteiligung.

Bereits seit 2013 können sich in Niedersachsen Opfer von Straftaten durch eine psychosoziale Prozessbegleiterin oder einen psychosozialen Prozessbegleiter unterstützen lassen. Kinder, Jugendliche und besonders schutzbedürftige Erwachsene, die Opfer von Sexual- und Gewalttaten geworden sind, werden ab dem 01. Januar 2017 jetzt einen rechtlichen Anspruch auf eine solche kostenlose Betreuung haben.

Die psychosoziale Prozessbegleitung ist mit dem 3. Opferrechtsreformgesetz Ende 2015 bundesweit eingeführt worden. Es handelt es sich um die professionelle und besonders intensive psychosoziale – nicht rechtliche – Begleitung von Menschen, die durch Straftaten verletzt worden sind. Vorrangiges Ziel ist es, Opfer bei ihrem Recht auf Ahndung des erlittenen Unrechts innerhalb des Ermittlungs- und Strafverfahrens zu unterstützen und die damit verbundenen Belastungen abzumildern.

In Niedersachsen wird diese Hilfestellung bereits vorbildlich – deutlich vor der gesetzlichen Verpflichtung – von der Stiftung Opferhilfe und freien Trägern angeboten. Derzeit sind landesweit 28 ausgebildete psychosoziale Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter aktiv.

Bei den psychosozialen Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleitern handelt es sich um speziell geschulte und ausgebildete Fachkräfte. Sie müssen staatlich anerkannt sein. Dabei hat der Bund den Ländern die Aufgabe übertragen, die Voraussetzungen für die Anerkennung der psychosozialen Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter sowie die Anerkennung ihrer Aus- und Weiterbildungen zu regeln. Sie entsprechen den in Niedersachsen entwickelten Standards.

Der Gesetzentwurf der Landesregierung kommt dieser Aufgabe nach. Er stellt sicher, dass Niedersachsen mit seinem bereits etablierten und qualitativ hochwertigen Angebot an psychosozialer Prozessbegleitung weiterhin eine bundesweite Vorreiterrolle auf diesem Gebiet einnimmt.