Freitag, 20. Juli 2018


  • Pressemitteilung BoxID 528446

Kostet der Euro bald einen Dollar?

Markteinschätzung

Ratingen, (lifePR) - Der Euro ist so günstig wie seit März 2006 nicht mehr. Der Ölpreis für Brent liegt deutlich unter der Marke von 50 Dollar und die Inflation drehte im Dezember erstmals seit mehr als fünf Jahren ins Minus. Wird dieser Trend weitergehen oder haben wir die Talsohle durchschritten? Sehen wir bald eine Euro-Dollar-Parität? Kostet ein Fass Brent-Öl demnächst weniger als 40 Dollar?

Experten geben einen Ausblick über die weitere Entwicklung bei Euro, Öl und Inflation.

"Beim Ölpreis handelt es sich um eine Übertreibung nach unten"

Dr. Klaus Schrüfer, Chef-Marktstratege bei Santander Asset Management:

"Wir halten die Euro-Dollar-Parität zwar für unwahrscheinlich, doch bei der Dynamik, die die aktuellen Entwicklungen besitzen, ist ein zeitweises Unterschreiten der Parität nicht auszuschließen. Wir erwarten den Euro zum Ende des Jahres allerdings bei 1,10 Dollar.

Für die weitere Abwertung des Euro gibt es mehrere Gründe: Die Konjunktur in den USA wächst deutlich stärker als im Euroraum. Die US-Notenbank wird voraussichtlich ab Mitte des Jahres die Leitzinsen vorsichtig anheben, während die EZB ihre Geldpolitik mit unkonventionellen Maßnahmen wohl weiter lockern wird.

Der Ölpreis sucht gegenwärtig einen Boden. Wir erwarten mittelfristig keinen weiteren Kursrutsch mehr und sehen den Ölpreis zum Ende des Jahres bei 65 Dollar je Barrel. Der kräftige Rückgang der Ölpreise geht nämlich nicht auf eine Nachfrageschwäche zurück, sondern auf einen kräftigen Anstieg der Ölförderung. Dieses Überangebot wird zwar nicht rasch abgebaut werden, dennoch dürfte es sich beim aktuellen Preisverfall um eine Übertreibung nach unten handeln.

Die Inflationsrate im Euroraum wird sich voraussichtlich nur vorübergehend im negativen Bereich befinden. Sie dürfte im Laufe des Jahres wieder anziehen und zum Jahresende bei +0,7 Prozent liegen.

Die Gefahr einer Deflation sehen wir nicht, weil unter anderem im Euroraum der private Konsum die wichtigste Konjunkturstütze darstellt und von einer geringeren Nachfrage bisher wenig zu spüren ist."

"Wir bewegen uns auf die Euro-Dollar-Parität zu"

Ralf Müller-Rehbehn, Portfoliomanager bei AMF Capital:

"Wir bewegen uns sehr deutlich auf eine Parität zwischen dem Euro und dem Dollar zu. Denn die Vereinigten Staaten sind im Wirtschaftszyklus deutlich besser positioniert als die Europäer. Die Ökonomie brummt, der Geldkreislauf funktioniert besser, die private Nachfrage in den USA bleibt hoch. In Europa greifen viele dieser Sachverhalte nicht, wobei Deutschland eine positive Ausnahme darstellt. Setzt sich die Tendenz fort, wird auch ein Austauschverhältnis möglich, dass mit einem Dollar mehr als ein Euro gekauft werden kann. Dies sehen wir aber noch nicht für dieses Jahr kommen.

Unserer Meinung nach kann der Ölpreis auf unter 40 Dollar je Fass fallen, auch 30 Dollar sind möglich. Dauerhaft wird dieses Niveau aber nicht gehalten werden können. Zum Jahresende 2015 erwarten wir jedenfalls höhere Preise als heute. Die Nachfrage nach Energie ist absolut nämlich immer noch hoch.

Deshalb gehen wir auch nicht von einer negativen Inflation aus, wobei die Teuerungsrate für die nächsten 2-3 Jahre niedrig bleiben dürfte. Deflationäre Tendenzen sehen wir als nur vorübergehend an, und sei es, dass der Warenkorb dergestalt angepasst wird, dass eine Inflation ausgewiesen wird."

"Es ist unvermeidlich, dass die Preise wieder anziehen"

Tilmann Galler, Kapitalmarktexperte bei J.P. Morgan Asset Management:

"Beim Ölpreis sollte man drei Dinge beachten. Zunächst ist ein fallender Ölpreis nicht zwingend ein Signal für eine schwächelnde Wirtschaft. Denn der Ölpreisverfall wurde von der Angebotsseite verursacht. Der Ölpreis sagt aktuell genauso wenig eine schwache Wirtschaft voraus, wie er 2008 eine starke Wirtschaft prognostizierte, als er auf über 140 Dollar stieg.

Zweitens ist der fallende Ölpreis eindeutig gut für Entwicklung der US-Wirtschaft. Trotz des Frackings bleiben die USA nämlich ein Netto-Ölimporteur. Die niedrigen Preise für Treibstoff unterstützen zudem das Verbrauchereinkommen wie auch deren Zuversicht. Grundsätzlich ist billiges Öl damit auch gut für US-Aktien.

Und zuletzt gehen wir davon aus, dass sich der Ölpreis erholen wird. Von 2011 bis Mitte 2014 kostete ein Fass Brent-Öl zwischen 100 und 110 Dollar. Damit haben sich Produzenten und Verbraucher an einen Ölpreis um die 100-Dollar-Marke gewöhnt. Dass der Preis schnell unter die 50-Dollar-Marke fiel, wird dazu führen, dass allmählich der Konsum anziehen und die Produktion zurückgehen wird. Der Produktionsüberschuss wird 2015 wohl unter einer Million Barrel liegen, was für einen 92-Millionen-Barrel-Markt recht wenig ist. Es ist damit unvermeidlich, dass die Preise wieder anziehen werden. Das dürfte auch die Inflation wieder nach oben treiben."

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Manche Dachschäden kündigen sich im Wetterbericht an

, Finanzen & Versicherungen, HF.Redaktion Harald Friedrich

Eine gerade im Sommer schon fast alltägliche Meldung der Wetterdienste: „Schwere Sturmböen, Gewitter und Starkregen bis zu 80 l/m2 möglich“....

Test: Mehrwertkonten 2018

, Finanzen & Versicherungen, DISQ Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH & Co. KG

Ein Girokonto mit Vergünstigungen, Versicherungen und weiteren Service-Extras – das offerieren einige Banken und Sparkassen ihren Kunden unter...

Echtzeit-Überweisung: sekundenschnell ist einfach

, Finanzen & Versicherungen, Taunus Sparkasse

Seit dem 10. Juli 2018 bietet die Taunus Sparkasse ihren Kunden die Geldüberweisungen in Echtzeit, auch Instant Payment genannt, an. Damit ist...

Disclaimer