Mittwoch, 21. Februar 2018


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Niedergelassene Ärzte fordern mehr Vertragsfreiheit

Honorarverhandlungen in den Ländern

Berlin, (lifePR) - Das ärztliche Honorar soll zukünftig nicht mehr mit den Dachverbänden aller gesetzlicher Krankenkassen, sondern mit einzelnen Krankenkassenarten verhandelt werden. Dies fordert der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, angesichts der schwierigen Honorarverhandlungen in den Bundesländern. "Wir brauchen kassenspezifische Verträge und keine Einheitsverträge mit allen Kassenarten." Dies könne die in vielen Regionen zäh verlaufenden Verhandlungsrunden beschleunigen und für eine bessere Ausstattung der ambulanten Versorgung sorgen.

Das derzeitige Kassenkartell, so Dr. Heinrich, habe nicht nur zu einer gefährlichen Schieflage in der gemeinsamen Selbstverwaltung geführt. "Alle Verträge, die jetzt abgeschlossen werden, bilden lediglich den kleinsten gemeinsamer Nenner der Kassen ab und entsprechen nicht der Diversität der Versichertenstruktur", bemängelt Dr. Heinrich. Konkret bedeute dies, dass die Probleme einzelner Krankenkassen dazu führen, dass die Versorgung für alle GKV-Versicherten auf einem Niveau stehen bleibe, das deutlich höher sein könne. "Wer Wettbewerb will, muss ihn auch zulassen, ganz besonders dort, wo er für die Menschen zu einer spürbaren Verbesserungen der ambulanten Versorgung in den Praxen führen könnte", verlangt Dr. Dirk Heinrich.

In den letzten Wochen waren die Verhandlungen über die Arzthonorare in mehreren Bundesländern, unter anderem in Hamburg, Bayern und Sachsen, ergebnislos abgebrochen worden und müssen nun im Schiedsverfahren fortgeführt werden. Grund für das Scheitern, so der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, sei die destruktive Verhandlungsführung der regionalen Krankenkassen: "Es gibt offenbar eine Gesamtstrategie, die die Bundesvereinbarung außer Kraft setzen soll. In vielen Ländern werden die Vorgaben einfach ignoriert. Sogar die fest vereinbarte Ausbudgetierung der Psychotherapie steht plötzlich wieder zur Disposition." Vor diesem Hintergrund seien die abgeschlossenen beziehungsweise kurz vor dem Abschluss stehenden Verhandlungen in Berlin und in Baden-Württemberg eine absolute Ausnahme.

Entscheidend für einen erfolgreichen Honorarabschluss sei, dass sich in den Verträgen die wesentlichen Punkte des Bundesergebnisses widerspiegelten und von Kassenseite nicht versucht werde, unter dem von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband im Oktober ausgehandelten Honorarkompromiss zu bleiben, unterstreicht Dr. Heinrich. "Leider sind wir davon in vielen Regionen weit entfernt, wo es mitunter schon an den einfachsten Umgangsregeln scheitert. Gemeinsame Selbstverwaltung geht anders."

NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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