Donnerstag, 23. November 2017


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Keine "Zwei-Klassen-Medizin" - Patientenstudie ergibt Zufriedenheit bei Wartezeiten und Behandlungsstil der Praxisärzte

Berlin, (lifePR) - "Die durchschnittlichen Wartezeiten in den Arztpraxen werden von den Patienten als akzeptabel empfunden. Im Vergleich zu den Versicherten der Gesetzlichen Krankenkassen liegen die Wartezeiten der privat Versicherten nur knapp darunter. Das Arzt-Patienten-Verhältnis ist darüber hinaus von einem kooperativen Behandlungsstil und großem Verständnis geprägt." Auf diese Aussagen bricht Prof. Harald Mau, Vorsitzender des Vorstands der Brendan-Schmittmann-Stiftung im NAV-Virchow-Bund, die Ergebnisse der Patientenbefragung "Vertragsärzte im Urteil ihrer Patienten" herunter.

Der Studie zufolge betragen die Wartezeiten bei Hausärzten durchschnittlich circa 29 Minuten. Bei ihren fachärztlichen Kollegen dauert es rund drei Minuten länger. Bis zur Behandlung beim Zahnarzt müssen sich die Patienten etwa 20 Minuten gedulden. Damit liegen die Zeiten unter (Hausärzte und Zahnärzte) bzw. nur knapp über (Fachärzte) den von den Patienten angegebenen akzeptablen Wartezeiten. Die viel zitierte "Zwei-Klassen-Medizin" war dagegen nicht nachzuweisen. Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung kamen laut den Befragungsergebnissen im Schnitt nach etwa 28 Minuten und damit gerade mal knapp 1,5 Minuten später als Privatpatienten (26,5 Minuten) an die Reihe.

Insgesamt sehr zufrieden zeigten sich die Patienten mit dem Behandlungsstil ihrer Ärzte. Sowohl das Einfühlungsvermögen und der Zuspruch, der ihnen entgegengebracht wurde, als auch die Einbeziehung in die Behandlungsentscheidung beurteilten die Befragten deutlich positiv; jeweils rund 90 Prozent stimmten entsprechenden Aussagen voll zu. Lediglich die Frage, ob die Ärzte neben der Erkrankung auch ein Interesse an der Person zeigen, bejahten nur circa 60 Prozent der Teilnehmer.

Grundlage der Ergebnisse bilden 5504 Fragebögen aus 111 Arztpraxen, die zwischen Oktober 2008 und April 2010 von den Patienten beantwortet wurden. Die Fragen der Studie wurden im Zuge einer seit Längerem bestehenden Kooperation der Brendan-Schmittmann-Stiftung mit dem Institut für Soziologie an der Technischen Universität in Dresden entwickelt.

Eine individuelle Untersuchung der eigenen Praxis ermöglicht das Qualitätssicherungs-Projekt "Praxistest" der Brendan-Schmittmann-Stiftung. Hierbei wird analog zur Studie ermittelt, wie die Patienten die Praxisräume, das Praxisteam und den persönlichen Umgang mit ihrem Arzt bewerten. Den Vertragsärzten stehen damit empirisch abgesicherte Daten zur Verfügung, die ihnen Hinweise zur Verbesserung der Behandlungsqualität liefern. Prof. Mau: "Der Praxistest zeigt eindrucksvoll, wie die einzelne Arztpraxis bei den Patienten ankommt und wo gegebenenfalls Änderungsbedarf besteht."

Weitere Information sowie das Anmeldeformular zum "Praxistest" finden sich im Internet unter www.nav-virchowbund.de/praxistest. Die vollständige Studie ist gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 20 Euro erhältlich.

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