Sonntag, 25. Februar 2018


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Freiberuflichkeit: Wir nehmen die Union beim Wort

Berlin, (lifePR) - "Aus großer Macht wächst große Verantwortung", so kommentiert der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, das Ergebnis der Bundestagswahl. Die Wahlsieger CDU und CSU müssen nun beim Wort genommen werden, wenn es um den Fortbestand der Freiberuflichkeit von Ärzten geht.

In den Wahlprüfsteinen für den NAV-Virchow-Bund erklärten die Unionsparteien noch, dass Therapiefreiheit, die freie Arzt- und Krankenhauswahl für die Patienten sowie die Unabhängigkeit der freien Gesundheitsberufe im Krankenversicherungssystem für die Union den Kern eines freiheitlichen Gesundheitswesens bilden würden.

Entscheidend sei es, die hervorragende gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung durch freiberuflich tätige Haus- und Fachärzte zu erhalten. Bei allen Schwächen habe das das System der Kassenärztlichen Vereinigungen bislang gut bewerkstelligt. Allen Tendenzen, neue Sektorengrenzen in der ambulanten Versorgung zu errichten, müsse von Seiten der Union entschieden entgegengetreten werden. "Wir brauchen eine bessere Vernetzung statt neuer Grenzen", so Dr. Heinrich. "Haus- und fachärztliche Medizin lässt sich nur gemeinsam unter dem einen Dach der KV gut verzahnen und organisieren. Alles andere produziert nur Reibungsverluste und führt zu noch mehr Regelungen, die ihrerseits viel Geld verschlingen." Die Liste der Aufgaben sei ohnehin schon so groß, dass neue hausgemachte Probleme unbedingt vermieden werden müssten.

"Zum Freien Beruf gehört aber nicht nur die professionelle Selbstbestimmung, sondern auch eine angemessene und kalkulierbare Vergütung in festen Preisen", stellt Dr. Heinrich fest. Diese würde in einer Kassenarztpraxis immer noch nicht gezahlt, was inzwischen zu einem massiven Investitionsstau führe. "Dadurch hungern viele Praxen nicht nur aus, es bildet sich zudem ein technologischer Rückstau und damit ein Wettbewerbsnachteil der Praxen gegenüber den Krankenhäusern", erklärt Dr. Heinrich. Im Gegensatz zu den Krankenhäusern - wo durch die duale Finanzierung Investitionen von den Ländern gezahlt würden - muss der Arzt seine Praxis allein aus den Umsatzerlösen finanzieren. Daher wäre es nur folgerichtig, wenn auch die Krankenhäuser über die Einführung der monistischen Finanzierung eine gleichartige und gerechtere Finanzierungsgrundlage erhielten.

Des Weiteren werde es eine der ersten Aufgaben eines neuen Gesundheitsministers sein, endlich die veraltete Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zu reformieren. Ärzte und Krankenversicherungen hätten mit ihrer grundsätzlichen Einigung in der letzten Woche hierfür den Grundstein gelegt. Eine Vereinheitlichung der Honorierung nach Vorbild der Kassen-Gebührenordnung jedenfalls stünde in krassem Widerspruch zu den Bekundungen zur Freiberuflichkeit der Unionsparteien.

NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.



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