Donnerstag, 18. Januar 2018


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NABU Hamburg lehnt Planung zur A26 Ost ab

Verband kritisiert verfehlte Verkehrspolitik / Abgabefrist für Einwendungen zur A26 Ost endet am 18.4. / Abgabe bis 20 Uhr in NABU-Geschäftsstelle möglich

Hamburg, (lifePR) - Am 18. April 2017 endet die Frist zur Abgabe von Einwendungen zum geplanten Autobahnbau A 26 Ost, der so genannten Hafenpassage (ehem. "Hafenquerspange"). Bis dahin haben Bürgerinnen und Bürgern die Chance, Stellung zu nehmen zu den Planungen für das umfangreiche Verkehrsprojekt. Als besonderen Service können Spätentschlossene bis 20 Uhr in der NABU-Geschäftsstelle am Berliner Tor, Klaus-Groth-Straße 21, ihre unterschriebene Stellungnahme abgeben. Der NABU übernimmt die Zustellung an die Behörde.

Auch der NABU Hamburg wird mit juristischer Unterstützung einen umfangreichen Schriftsatz zu den naturschutzfachlichen Kritikpunkten bei der der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation angegliederten Planfeststellungsbehörde einreichen. "Wir lehnen die Planung zur A26 Ost ab. Das Vorhaben verursacht hohe ökologische Schäden, widerspricht den Anforderungen an eine zukunftsfähige Verkehrswende und löst die Probleme des Hafens nicht. Vor allem die Trassenführung durch ein naturschutzfachlich wertvolles Gebiet südlich der Elbe mit vielen geschützten Tier- und Pflanzenarten sowie wertvollen Lebensräumen ist nicht hinnehmbar. Außerdem gibt es einen zeitgemäßen, angepassten Vorschlag auf Grundlage ursprünglicher Planungen, wie die infrastrukturellen Probleme des Hafens kostengünstiger, klima-, natur- und anwohnerfreundlicher gelöst werden können", sagt Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg.

Die beantragte Autobahnführung betrifft insbesondere ein Gebiet aus Feuchtbiotopen, Brach- und Hochstaudenfluren mit Rohrkolben und Schilfarealen, das beim Bau komplett zerstört würde. Nach Auffassung des NABU müsste die Querverbindung zwischen A7 und A1 dort entstehen, wo sie laut Begründung des Vorhabenträgers ihren Nutzen entfalten kann: Im Kernhafen. "Es ist doch viel sinnvoller, mit dem Geld die viel befahrene Hafenhauptroute auf dem bestehenden Veddeler Damm vernünftig an A7 und A1 anzubinden, statt eine Milliarde Euro für lächerliche 10 Kilometer Autobahn an der Peripherie des Hafens zu verpulvern, wo noch artenreiche Grünflächen zu finden sind. Der Hafenentwicklungsplan mit seinen völlig überzogenen Wachstumsprognosen, auf dem der angebliche infrastrukturelle Bedarf basiert, ist angesichts völlig veränderter Rahmenbedingungen längst von der Realität überholt worden", so Porschke.

Würde im Süden des Hafens mit Bundesmitteln eine exorbitant teure Trasse realisiert, werde Hamburg 2030 eine neue Köhlbrandquerung sowie eine Ertüchtigung der Hafenhauptroute finanziell allein stemmen müssen. "Eine derartig verfehlte Verkehrspolitik geht zu Lasten klimafreundlicher ÖPNV-Projekte wie einer optimierten S3, einer neuen U5 oder einer in Hamburgs Süden weitergeführten U4. Es stellt sich die Frage, wie ernst es der Bund und Hamburg mit sinnvollen Beiträgen zur Bekämpfung des Klimawandels wirklich meinen. Überflüssige, veraltete Autobahnprojekte, die mehr Verkehr produzieren, statt ihn zu verhindern, gehören sicher nicht dazu", sagt Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg.

Dabei verweist Siegert auf ein wegweisendes Urteil des österreichischen Bundesverwaltungsgerichts. Das hatte am 9. Februar 2017 die dritte Startbahn des Wiener Flughafens Schwechat gekippt. Nach Auffassung des Gerichts war die Planung nicht vereinbar mit den österreichischen Klimaschutzzielen.

Für Rückfragen: Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik NABU Hamburg, Tel. 0173/9373241, siegert@nabu-hamburg.de

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