Montag, 20. November 2017


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Giftige Rußwolke aus Containerschiff

NABU warnt vor extremen gesundheitlichen Folgen von Schiffsemissionen

Hamburg-Borgfelde, (lifePR) - Das Containerschiff "MS Yang Ming Utmost" verursachte am Samstagabend, 4. 10., durch den Ausstoß einer giftigen Rußwolke einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr im Krankenhaus Altona. Die giftigen Abgase wurden im Krankenhaus von der Lüftungsanlage eingesogen. Offensichtlich hatte das Containerschiff bereits im Hafen unerlaubter Weise auf Schweröl umgestellt, befürchtet der NABU.

"Das verfeuern von Schweröl ist de facto Offshore-Müllverbrennung. Es ist angesichts der Folgen für Klima, Umwelt und besonders für die menschliche Gesundheit ein Skandal, dass es außerhalb von Häfen oder spezieller Kontrollgebiete überhaupt eingesetzt werden darf. Mitten in einer Großstadt ist der Einsatz aber kriminell und muss verfolgt werden", sagt Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg.

Im Hafen selbst müssten Kreuzfahrt-oder Containerschiffe eigentlich auf einen Dieselkraftstoff umstellen, so der NABU. Dieser darf maximal 0,1 Prozent Schwefelanteil haben und stößt bei der Verbrennung entsprechend weniger Schwefeldioxid, Stickoxid oder Rußpartikel aus. Schweröl darf dagegen mit bis zu 3,5 Prozent rund 3.500 Mal mehr Schwefeldioxid enthalten als LKW-Diesel (0,001%), wobei moderne LKW im Regelfall über Partikelfilter und Stickoxidkatalysatoren verfügen. Beide Abgasnachbehandlungssysteme sind für Kreuzfahrt-oder Containerschiffe aber überhaupt nicht vorgeschrieben, weswegen besonders Schiffsemissionen in Hafenstädten wie Hamburg, wo die Terminals quasi mitten in der Stadt liegen, extrem gesundheitsschädlich sein können. Besonders Ruß ist krebserregend wie Asbest und verursacht Herz-Kreislauferkrankungen, Asthma oder andere Erkrankungen der Atmungswege. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass in europäischen Hafenstädten bis zu 50.000 Menschen vorzei tig an den Folgen schlechter Luft aus der Seeschifffahrt sterben.

"Der Senat und die Hafenverwaltung HPA tragen hier eine besondere Verantwortung. Die europäischen und internationalen rechtliche Regelungen sind nachweislich zu lax und jeder politisch oder hafenwirtschaftlich Verantwortliche weiß das auch. Trotzdem wird der gesundheitliche Schutz der Hamburger Bürgerinnen und Bürger mit Verweis auf den globalen Wettbewerb den Interessen der Seeschifffahrt untergeordnet", so Siegert. Die Wirtschaft mache Kasse, während díe Gesundheitskosten von den sozialen Sicherungssystemen zu tragen sein. Gegen diese Praxis müsse der Senat endlich wirksame Regularien schaffen, fordert der NABU.

Ruß und Feinstaub aus der Seeschifffahrt können bis zu 400 Kilometer über die Luft verbreitet werden. In Städten oder Küstenbereichen ist entsprechend auch das Umland betroffen. Zudem trägt Ruß in der Arktis nachweislich bis zu 40 Prozent zum Abschmelzen der Polkappen bei, da das oftmals bereits graue Eis Sonnenlicht absorbiert, statt es zu reflektieren. Schweröl (Heavy Fuel Oil- HFO) ist ein Abfallprodukt bei der Raffinierung von Rohöl und muss vor der Verbrennung auf rund 100 Grad erhitzt werden, damit der teerartige, giftige Brei zähflüssig genug ist, um in den Motor gepumpt werden zu können.

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