Donnerstag, 23. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 370118

Störungsfreie Gebiete für Adler

Nationalparkamt setzt Schutzprogramm weiter um

Hohenzieritz, (lifePR) - In diesem Jahr beteiligte sich das Nationalparkamt Müritz an einer Aktion der Mecklenburgischen Brauerei Lübz. Das Unternehmen hatte unter dem Motto "Lübzer Land in deiner Hand" 100 000 Euro zur Verfügung gestellt, die per Abstimmung der Endverbraucher an vier regionale Umweltprojekte verteilt wurden. Mit 40 Prozent aller Stimmen erhielt das Adlerschutzprogramm des Müritz-Nationalparks den meisten Zuspruch und damit die Summe von 40.000 Euro für den Ankauf von Flächen zur Verfügung.

Wie wichtig der Flächenkauf für den Adlerschutz ist, erläutert Diplombiologe Joachim Kobel: "Der Seeadler, um den es ja beim Lübzer Projekt im Besonderen geht, benötigt für Fortpflanzung und Brut großräumige störungsfreie Gebiete. Deshalb brütet er in aller Regel in größeren geschlossenen Waldgebieten. Gesetzlich festgelegt gilt ein Bereich von 300 Meter um den Horst eines Seeadlers wie auch von anderen Großvögeln als Horstschutzzone. Weiter gilt, das in der Horstschutzzone im Umkreis von 100 Metern generell keine Bestockung entfernt oder der Charakter des Gebietes verändert werden darf und im Umkreis zwischen 100 und 300 Metern im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Juli keine Bewirtschaftungsmaßnahmen durchgeführt werden dürfen." Entsprechend hebt Joachim Kobel als Sachgebietsleiter für Flächenentwicklung und Schutzzweckrealisierung im Nationalparkamt Müritz hervor: "Dies bedeutet für einen privaten Eigentümer Einschränkungen und erfordert oft erheblichen Abstimmungsbedarf, um das Konfliktpotenzial zu verringern. Durch eine Übernahme der Flächen in Landeseigentum lassen sich solche Konflikte vermeiden."

Aktuell werden die für das Adlerschutzprogramm infrage kommenden Flächen sortiert, da entsprechend den vorliegenden Verkaufsangeboten das Angebot größer ist, als für die Summe von 40.000 Euro gekauft werden kann. "Nach der Sichtung sind wir jetzt bei der Bewertung", informiert die zuständige Sachgebietsleiterin für Liegenschaften, Heike Männel. Die Wertermittlung bei den Waldflächen erfolge nach einem computergestützten Verfahren. Auf Basis bestimmter Kriterien wie zum Beispiel Alter, Baumart und Standort wird die Qualität des Bestandes ermittelt. Bei landwirtschaftlich genutzten Flächen bildet für das Nationalparkamt ein vom Gutachterausschuss des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte festgelegter Wert die Verhandlungsgrundlage.

"Auf Basis dieser Wertermittlung entscheiden wir hier im Amt in einer Art Gremium, welche Flächen konkret gekauft werden. Unsere Entscheidung wird dann vom Ministerium geprüft und es folgen Terminabsprachen zum Abschluss der notariellen Verträge", beschreibt Heike Männel die weitere Verfahrensweise beim Flächenkauf.

Für viele kaum offensichtlich sind die verschiedenen Eigentumsformen im Müritz-Nationalpark. So erstreckt sich das Schutzgebiet mit den beiden Teilgebieten Serrahn und Müritz über eine Fläche von 322 Quadratkilometer. Doch nur 67 Prozent davon sind Landeseigentum und 13 Prozent werden vom Bund verwaltet. Die Fläche privater Eigentümer macht acht Prozent des Müritz-Nationalparks aus, sechs Prozent gehören Kommunen und fünf Prozent sind Eigentum von Stiftungen.

"Es gibt aber auch Flächen innerhalb der beschriebenen Grenzen, die nicht zum Nationalpark gehören", nennt Heike Männel die ganzjährig bewohnten Ortslagen und Gebäude einschließlich des umfriedeten unmittelbaren Umlandes und ebenso klar abgegrenzt ist im Raum Kratzeburg - Dalmsdorf das Forstrevier Adamsdorf.

Abschließend heißt es von Joachim Kobel: "Auch wenn die Nationalparkverordnung unabhängig von den Eigentumsverhältnissen für die gesamte Nationalparkfläche gilt, sind erfahrungsgemäß die Zielkonflikte mit Nutzungen im Nationalpark nur dort relativ gering, wo das Land selbst Flächeneigentümer ist. Da diese Erfahrung international gemacht wurde, empfiehlt die Internationale Union zur Erhaltung der Natur (IUCN) als weltweit älteste und größte globale Umweltorganisation in den Richtlinien für Nationalparke, dass die oberste zuständige Behörde eines Staates im Normalfall Eigentümer des Schutzgebietes und dafür verantwortlich sein sollte."

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Mit dem CarTuner von SWISS HARMONY den Gefahren durch Elektrosmog entkommen

, Energie & Umwelt, Swiss Harmony International GmbH

SWISS HARMONY, das Unternehmen, das Produkte und Dienstleistungen für die Reduktion von Umweltbelastungen entwickelt und produziert, stellt sein...

TÜV SÜD prüft die weltweite erste Wasserbatterie in Gaildorf

, Energie & Umwelt, TÜV SÜD AG

Im Auftrag des Landratsamtes Schwäbisch Hall hat TÜV SÜD die bautechnische Einzelprüfung für Turm, Wasserspeicher und Gründung des Naturstromspeichers...

Ausbau der E-Mobilität in Bayern: Das Bayernwerk will eine Schlüsselrolle spielen

, Energie & Umwelt, NewsWork AG

Bayerns führender Stromnetzbetreiber will zum Schlüssel der „sauberen Revolution“ auf unseren Straßen werden. Diesel-Fahrverbote in den Städten,...

Disclaimer