Donnerstag, 22. Februar 2018


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Bei den heimlichen Herrschern des Waldes

Naturfreunde unterwegs auf einem "Pilzpfad" im Nationalpark

Hohenzieritz, (lifePR) - Sie heißen Waldfreundrübling, Anistrichterling, Kammpilz, Rotstreifiger Schichtpilz oder Schmetterlingstramete. Mehr als 500 verschiedene Pilzarten sind im Müritz-Nationalpark zu finden. Die Hälfte hat sich dort in den großen Buchenwäldern angesiedelt. Dies und viele interessante Zusatzinformationen erfuhren am Samstag rund zwei Dutzend Naturfreunde bei einer Pilzwanderung der besonderen Art. Dabei stand nämlich nicht die Genießbarkeit der Kappenträger im Mittelpunkt. Das Nationalparkamt hatte stattdessen unter dem Titel "Die heimlichen Herrscher im Wald" zu einer geführten Entdeckungstour ab dem Jugendwaldheim Steinmühle eingeladen. Dabei sollte der Artenreichtum der Pilze aufgezeigt werden und ihre nützlichen Funktionen im Wald, etwa in der Symbiose mit Bäumen, beim Zersetzungsprozess des Holzes und als Nahrungsgrundlage für Tiere, erklärt werden.

Mit dem Feldberger Pilzberater Udo Hopp hatte die Gruppe einen ebenso sachkundigen wie unterhaltsamen Begleiter an der Seite. Er konnte am Totholz abgestorbener Bäume den Lungen Seitling ebenso so sicher und schnell bestimmen, wie etwa den Grünblättrigen Schwefelpilz. Zum Zunderschwamm erklärte Udo Hopp an Stammrest einer Buche, dass dessen Anwesenheit den Bäumen die Lebenskraft nimmt und in drei bis vier Metern Höhe zum Abbruch bringt. Bricht ein Baum indes schon knapp über der Erde, habe oft der Brandkrustenpilz sein Werk getan. Claus Weber, Umweltpädagoge im Nationalpark, wusste außerdem zu berichten, dass der Zunderschwamm früher als "Funkentransportmittel" für Glutreste in Haushalten diente und bei Kanonieren in vergangenen Jahrhunderten zum Anglimmen der Lunten stets im Marschgepäck dabei war.

Um auch anderen Wanderern in den nächsten Tagen und Wochen interessante Informationen auf diesen "Pilzpfad" zu bieten, gab es am Samstag noch eine besondere Aktion während der Tour: Gemeinsam mit Ranger Sebastian Krage kennzeichnete Claus Weber nämlich die am Wegesrand gefundene Pilzstellen mit kleinen wetterfesten Schildern, die ein Foto und den Namen des Pilzes zeigen. Die Schilder wurden zuvor von naturinteressierten Schülern während ihres Aufenthaltes im Jugendwaldheim Steinmühle anfertigt. Nun sollen die bunten Markierungen die Freude am Entdecken und beim Lernen in der Natur des Nationalparks noch vergrößern.

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