Tatort-Krimi auf der Kormoran-Insel

NABU-Webcam: Fuchs auf Kormoran-Jagd in Wallnau

(lifePR) ( Neumünster, )
Seit Mitte Mai hat der NABU im Wasservogelreservat Wallnau auf Fehmarn eine Webcam auf der Kormoran-Insel in Betrieb genommen, um sich ein aktuelles Bild vom Leben und Treiben des verfolgten Fischfressers an seinem Brutplatz machen zu können. Zahlreiche Besucher der Internetseite sind seitdem täglich live mit den NABU-Forschern dabei, Kormorane hautnah zu erleben. Der 21. Juni 2011 wurde nun für einige Jungvögel in der Kormoran-Kolonie zu einem schicksalhaften Tag. Vormittags erreicht ein Fuchs schwimmend die Niststätten dieser Vögel, in denen die Jungen nahezu flügge sind, sich aber noch in der Nähe ihrer Nester aufhalten. Eine kriminalistische Chronologie.

Schon Mitte Juni hatte sich an wenigen Tagen ein einzelner Fuchs kurzfristig auf den Weg zur Kormoran-Insel gemacht, dabei aber nur wenige Jungvögel gefangen. Viele der jungen Kormorane sind zu diesem Zeitpunkt fast flügge. Die in Bodennestern aufgewachsenen Jungvögel fliehen daher kurz entschlossen vor dem Fuchs ins Wasser. Hier sind sie für den Fuchs unerreichbar. Mehr als einen Jungvogel bekommt der Fuchs mit dieser Überfall-Taktik daher nicht zu fassen. Nach einiger Zeit rücken die Jungtiere in alter Gewohnheit wieder aus dem Wasser zurück in die Kolonie. Die nur wenige Tage andauernden Übergriffe des Fuchses auf die jungen Kormorane erscheinen schnell vergessen. Die in den über mannshohen Strauchruinen in bis zu drei Metern Höhe aufgewachsenen Jungvögel sind dagegen sicher, sie harren dort trotz Anwesenheit des Fuchses aus und bleiben in diesen Tagen unbehelligt - zunächst.

Am 21. Juni 2011 um 11 Uhr aber wendet sich das Blatt: Ein Fuchs erreicht die Insel und beginnt sich nun auch für die "Strauch-Kormorane" zu interessieren. Der Niststrauch im Blickfeld der Webcam ist als Brutstätte dabei zu weit von der Wasserkante entfernt, als dass die Jungvögel - im Fliegen noch ungeübt - flatternd das Wasser erreichen könnten. Zunächst umstreift das größte Landraubtier Schleswig-Holsteins um 11.05 Uhr den Busch, um seine Chancen auszuloten, dann aber findet er einen Weg ...

Wie die Geschichte, mit Beobachtungsbildern der Kamera illustriert, weitergeht, erfahren Sie unter: http://kormoraninsel.nabu-sh.de

Problematisches 'Kormoran-Management'

Von Seiten der Fischerei und mancher Politiker wird heute gefordert, zur Bestandsreduktion in das Brutgeschehen in Kormoran- Kolonien einzugreifen. Mit ggf. fatalen Konsequenzen: Im für Kormoran und Naturschutz besten Fall werden nur die Nester der Paare zerstört, bei denen auf Grund unterschiedlicher Faktoren sowieso kein Bruterfolg zu erwarten war. Ist aber der erfolgreiche Teil des Brutbestandes betroffen, kann dies auf Grund fehlenden Nachwuchses binnen kurzer Zeit zum vollständigen Erlöschen der Kolonie führen. Zwar nicht als gewünschtes Ergebnis propagiert, aber wohl nicht ungern gesehen ... Doch wer kann beurteilen, welches die erfolgreichen Paare sein werden? Wie fügen sich solche Eingriffe in das natürliche, komplexe Geschehen ein, wie es der NABU nun dokumentiert? Ungeklärte Fragen. Ein schlichtes 'Kormoran-Management' mit Nesteingriffen ist daher immer problematisch und wird vom NABU konsequent abgelehnt. Hintergründe hierzu ebenfalls im Web-Angebot.
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