Samstag, 16. Dezember 2017


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Museum Folkwang präsentiert Catharina van Eetvelde. Ilk

Essen, (lifePR) - Vom 29. September 2017 bis zum 14. Januar 2018 zeigt das Museum Folkwang die erste Museumsausstellung der belgischen Künstlerin Catharina van Eetvelde in Deutschland. Ilk präsentiert mit van Eetveldes installativen Zeichnungen eine herausragende und zukunftsweisende zeichnerische Position zwischen Papier und digitalen Medien.

Die belgische Künstlerin Catharina van Eetvelde (* 1967 Gent) leistet seit vielen Jahren einen wichtigen Betrag zur Entwicklung des Mediums Zeichnung. Sie erweitert die Methode des Zeichnens auf Papier um die Möglichkeiten, die die digitale Datenverarbeitung bietet und hat die Arbeit mit PC und Zeichen-Pad zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Schaffens gemacht. Damit einher geht eine grundsätzliche Veränderung der Arbeitsweise: „Mit Vektorzeichnungen zu arbeiten heißt für mich, dass Raum und Zeit zusammenbrechen. Jede Linie, die ich zeichne, wird zu einem potentiellen Bruch im zeitlichen Ablauf, denn ich kann mich in der Zeichnung problemlos rückwärts oder vorwärts bewegen, zoomen etc.“ (Catharina van Eetvelde). Manchmal bilden die so entwickelten linearen Gebilde den Ausgangspunkt für animierte Filme, häufiger werden sie jedoch von der Künstlerin in einem langwierigen Arbeitsprozess präzise auf Papier übertragen.

Zeichnen ist für Catharina van Eetvelde nicht nur eine künstlerische Aktivität, sondern eine geistige Haltung, mit der sie sich in Beziehung zur Welt setzt. Ihr besonderes Interesse gilt dabei den Naturwissenschaften und ihrem Anspruch, die Welt zu erklären und Erkenntnis zu stiften.

Der scheinbar unantastbaren Autorität der Wissenschaft setzt van Eetvelde ihre Kunst entgegen, die wie ein chaotisches System weder steuerbar noch vorhersehbar ist. Seit die Künstlerin sich im Jahr 2011 im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima zu beschäftigen begann, rückte der Begriff der Materie ins Zentrum. Zeichnungen und Collagen kombiniert sie seither oft zu ganzen Assemblagen aus unterschiedlichsten Materialien. Dahinter steckt die Frage nach der Verbindung zwischen allen Dingen und Lebewesen. Sie benennt diese Ähnlichkeit oder Verwandtschaft mit dem altenglischen Begriff ,ilk‘, der dieser Ausstellung den Titel gab.

Van Eetvelde schafft Linien in allen erdenkbaren Formen: als Spuren, die sie auf Papier zieht; als Worte, die mit Faden auf Papier oder Filz gestickt sind; als lineare Aneinanderreihung von Materialien im Raum oder als geisterhafte, „digitale“ Linien, die kurz als Animation auf einem Bildschirm auftreten und gleich wieder verschwinden. Alle diese Zeichnungen vergegenwärtigen einen Prozess des Experimentierens, der mit der Beweglichkeit ihres Standpunktes einhergeht.

Ihre Zeichnungen stellt Catharina van Eetvelde seit 2004 international aus. Arbeiten der Künstlerin fanden Eingang in bedeutende öffentliche Sammlungen, darunter das Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel, die Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique in Brüssel oder das Musée national d'art moderne im Centre Pompidou. Im Jahr 2010 erhielt sie den renommierten Prix de dessin der Fondation d’art contemporain Daniel et Florence Guerlain, einen der wichtigsten Preise für die Zeichnung der Gegenwart.

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin sowie in Kooperation mit dem Kunstmuseum Basel.

Der begleitende Ausstellungskatalog ist im Kehrer Verlag, Heidelberg, erschienen. ISBN 978-3-86828-758-5, Preis: 38 €

Die Ausstellung wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

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