Sonntag, 19. November 2017


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Wort & Musik: Toni Netzle - Mein Alter Simpl V

Samstag, 18.11.2017, 19:30 Uhr, Millerzimmer

München, (lifePR) -  

 

Die Schauspielerin und Münchens legendärste Promi-Wirtin setzt ihre schillernden Erzählungen aus ihrem Leben fort.

Toni Netzle und ihr "Alter Simpl" in der Türkenstraße gehörten zu München wie die Frauenkirche und der Marienplatz. In ihrem "Wohnzimmer" in der Türkenstraße trafen sich alle, Weltstars, Politiker und Adabeis gingen ein und aus. So auch die Jazzgröße Duke Ellington, der sich bei einem Besuch spontan an den Flügel der Wirtschaft setzte und fragte, ob er spielen dürfe. "Wie ein Lauffeuer ging der Ruf durch Schwabing und auf einmal war unser Laden von Jazz-Musikern besetzt. Eine Jam-Session begann. Es wurde eine lange, aufregende Nacht". Auch Brigitte Bardot, Udo Lindenberg, Gina Lollobrigida, Curd Jürgens, Luggi Waldleitner, Rudi Carrell, Liv Ullmann, Franz Josef Strauß und viele andere mehr waren zu Gast im Alten Simpl.

Toni Netzle hat mit dem Lieben, Leben, Treiben und Leiden im Alten Simpl ein Stück München-Geschichte geschaffen. Das Münchner Original schildert mit einem Augenzwinkern die turbulenten Zeiten und öffnet wieder ihr reichhaltiges privates Fotoarchiv.

Geschichte

Als Kathi Kobus in der Walpurgisnacht 1903 mit ihren Stammgästen - an der Spitze Frank Wedekind - aus der Dichtelei in die Türkenstraße 57 umzog, fehlte ihr vor allem ein zugkräftiger Name für das neue Lokal. Es war keine schlechte Idee, sich an den Titel der seit 1886 mit großer Resonanz erscheinenden Satirezeitschrift "Simplizissimus" anzuhängen und zum "Simpl" zu vereinfachen. Der Simplizissimus-Zeichner Th.Th. Heine schenkte ihr zusätzlich seine zähnefletschende Dogge, die jetzt allerdings nicht mehr die Ketten der Zensur zerreißt, sondern mit scharfen Zähnen eine Sektflasche öffnet ...

Bald schon war die ganze damalige Szene - Boheme genannt - in der neuen Künstlerkneipe heimisch, regiert von der energischen Kathi, die einen Hof von Künstlern, Denkern, Literaten, Alternativen und Arrivierten um sich scharte, wobei sich gewisse Rivalitäten nicht vermeiden ließen, die oft zu zünftigen Prügeleien ausarteten. Es wurde heftig getrunken und bescheiden geschmaust, vor allem in den Hungerjahren während und nach dem 1. Weltkrieg. Die barfüßige Gräfin Reventlow, die Schwabing und den Rest der Welt als "Wahnmoching" verstand, gab das Motto für die etablierten oder später erst berühmt gewordenen Stammgäste wie Erich Mühsam, Max Dauthendey, Franz Blei, Albert Weisgerber, Oskar Maria Graf, Max Halbe, Joachim Ringelnatz, Ludwig Scharf und alle Normalsterblichen, die sich im Glanz der Zelebritäten amüsierten.

Das blieb auch so in den kommenden Jahrzehnten bei den nachfolgenden Simpl-Wirten wie beispielsweise Theo Prosel und vor allem der seit 1960 höchst aktiven Wirtin Toni Netzle, der es lange Zeit gelang, wieder einen bunten Mix aus Künstlern, Politprominenz und Schickeria in dem inzwischen zur Institution gewordenen Lokal zu versammeln.

Tickets: € 18,- / erm. € 9,-
Karten erhältlich im Münchner Künstlerhaus, Tel.: 089/59 91 84 14,
bei München Ticket, Tel.: 089/54 81 81 81, www.muenchenticket.de, und an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Veranstaltungsort:

Münchner Künstlerhaus
Lenbachplatz 8, 80333 München, Tel. 089-59 91 84-14
info@kuenstlerhaus-muc.de, www.kuenstlerhaus-muc.de

Münchner Künstlerhaus-Stiftung




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