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Pressemitteilung BoxID: 499570 (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie)
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Minister Meyer besichtigt Pilotprojekt für dauerhafte Brücken-Überwachung: "Ein System, das Bauwerke länger am Leben und Stau-Frust in Grenzen hält"

(lifePR) (Bad Segeberg/Kiel, ) Schnellere Diagnose, kürzere Reparaturzeiten, weniger Staus, längere Lebensdauer: Um bei Schäden an Betonbrücken im deutschen Straßennetz künftig frühzeitiger einschreiten zu können, erproben zwei Lübecker Firmen gemeinsam mit der Universität der Hansestadt seit anderthalb Jahren ein neuartiges Überwachungs-Konzept. Über erste Ergebnisse des in einem Monat auslaufenden Pilotprojekts ließ sich Verkehrsminister Reinhard Meyer heute (18.Juli) vor Ort an der Brücke über die B 432 bei Bad Segeberg informieren. "Wie wir vor einem Jahr an der Rader Hochbrücke erleben mussten, weisen insbesondere die in den 1960er und 70er Jahren gebauten Betonbrücken ein erhöhtes Schädigungspotenzial auf. Mit Hilfe des vom Lübecker Konsortium entwickelten Sensorik-Systems wird man zwar den zunehmenden Verschleiß nicht verhindern können, aber wir haben mit dieser Technik vielleicht schon in absehbarer Zeit die Chance, durch Früherkennung den Reparaturaufwand und damit die Stauzeit für Spediteure und andere Verkehrsteilnehmer drastisch zu senken", sagte Meyer.

Das so genannte iBAST-Projekt wird von den Instituten für Telematik und für Technische Informatik der Lübecker Uni unter Leitung von Prof. Stefan Fischer sowie den Lübecker Unternehmen coalesenses GmbH und Roch Services GmbH getragen und startete im August 2012. Das Trio hatte die Ausschreibung für das Pilotprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) über rund 440.000 Euro gewonnen. Innerhalb von 18 Monaten wurde ein System entwickelt, das seit Dezember 2013 die Überquerung der B432 über die B206 in Bad Segeberg zur "intelligenten Brücke" macht, wie Carsten Horstmann von der Roch Services GmbH sagt. Während Brücken üblicherweise nur in festgelegten Zeit-Intervallen durch eine so genannte "handnahe Inspektion" vor Ort überprüft werden, sei das Ziel von iBAST eine Methodik, die die Inspektion durch dauerhafte Messungen erheblich vereinfacht und den Ingenieur unterstützt.

Diese Dauerüberwachung wird nach den Worten von Horstmann und seinem Kollegen Carsten Buschmann von der coalesenses GmbH durch modernste Informationstechnologie realisiert: "An der Brücke sind viele kleine Sensoren montiert, die verschiedenste Daten sammeln, und kabellos miteinander vernetzt sind. Zum einen werden Umwelteinflüsse auf die Brücke gemessen - etwa wie viele und wie schwere Fahrzeuge über die Brücke fahren, wie warm es ist oder ob es regnet oder schneit. Zum anderen werden Veränderungen der Brücke gemessen - etwa ob ein kleiner Riss sich vergrößert oder die Neigung sich verändert", sagt Buschmann. Ziel sei letztlich eine systematische Abhängigkeit dieser beiden Faktoren zu finden und so frühzeitig reagieren zu können oder aber Schäden gar nicht erst entstehen zu lassen.

Nach Angaben der beiden Experten verbrauchen die einzelnen Sensoren durch innovative Kommunikationstechnologien extrem wenig Energie, obwohl sie kontinuierlich Daten austauschen und über das Mobilfunknetz weiterleiten. So können die Sensoren über Jahre hinweg autark arbeiten, und auch an Standorten ohne Stromanschluss Messungen vornehmen. "Und weil keine externe Stromversorgung benötigt wird und auch sonst keine vernetzenden Kabel verbaut werden müssen, kann das System flexibel an unterschiedliche Brücken angebaut werden", sagt Horstmann.

Das System - dessen Kosten beim derzeitigen Forschungsstand je nach Sensor zwischen 1.000 und 5.000 Euro pro Messpunkt liegen, sei als Baukastensystem konzipiert und könne an jede Brücke individuell angepasst werden.

Verkehrsminister Meyer bezeichnete das Projekt als zukunftsweisenden Ansatz an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis: "Auch wenn eine solche Überwachung zumindest bei großen Brücken mit erheblichen Kosten verbunden ist, so ist dies zweifellos ein vielversprechender Weg, um den Verschleiß unserer Infrastruktur durch frühzeitige Investitionen zumindest zu verlangsamen."

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