Dienstag, 26. September 2017


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MEG Milch Board stellt Studie "Marktreview Milch" vor

Milchindustrie konnte zusätzliche Milchmengen nicht adäquat vermarkten / Forderungen der RoadMap Milch & Markt sind aktueller denn je

Göttingen, (lifePR) - Die Aussagen der von der MEG Milch w. V. vor dem Quotenende vorgestellten „RoadMap Milch & Markt“ sind für den 1. Vorsitzenden Peter Guhl aktueller denn je. Die Kernforderungen beziehen sich auf die in Verträgen festzuschreibende Menge, Qualität, Vertragslaufzeit und den Preis der zu liefernden Milch. Die vertragsgebundene Milchvermarktung kann seiner Ansicht nach durch eine bedarfs- und damit marktgerechte Produktion Krisen verhindern oder abmildern. Guhl ist davon überzeugt, dass der Milchmarkt ohne mengenwirksame Instrumente nicht funktionieren kann. Die jetzt veröffentlichte Studie „Marktreview Milch“, die die Milchkrise der Jahre 2015/2016 untersuchte, liefert dafür weitere schlagkräftige Argumente. Anhand aktueller Marktdaten geht sie der Frage nach, wie das besondere Ausmaß des Preisverfalls in Deutschland und die Preisverschiebungen in der EU erklärt werden können.

Mengensünder

Dass mit dem Quotenende die Milchmenge steigen würde, war allen Experten klar. Was überraschte war das Ausmaß. Die Milchproduzenten in der EU dehnten von 2013 bis 2016 ihre Produktion um 10,8 Millionen Tonnen oder 8 Prozent aus. Ganz unterschiedlich waren die Steigerungsraten in den einzelnen Ländern. 47 Prozent der Mehrmenge gingen allein auf das Konto der Niederländer (19,6%), der Deutschen (15,5 %) und der Iren (11,9 %). Große Milchnationen wie Frankreich (6,9 %), Italien (3,5 %) oder Dänemark (2,9 %) hielten sich im Vergleich dazu eher zurück. Dieses unterschiedliche Steigerungsverhalten schlug auch auf den Milchpreis durch. Während die „Vollgas-Länder“ Preiseinbrüche von über 35 Prozent hinnehmen mussten, gingen die Preise in Frankreich und Italien jeweils „nur“ um 19 bzw. 20 Prozent zurück. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Die Länder kamen mit der Krise unterschiedlich gut zurecht. Ein Blick auf den Käsemarkt erklärt warum dies so war.

Preisdumping auf Kosten der Milcherzeuger

Die zusätzlichen Milchmengen in Deutschland wurden vor allem zu Käse verarbeitet. Dieser ging nicht nur in den Drittland-Export, sondern auch in den ohnehin schon gesättigten EU-Binnenmarkt. „Das hatte verheerende Folgen“, stellt Guhl fest. „Es wurden zwar neue Märkte erschlossen, aber zu absoluten Tiefpreisen. Teilweise wurde der Käse für weniger als 3 Euro pro Kilo verramscht! Und diese Tiefpreise wurden direkt an die Erzeuger weiter gereicht.“ Frankreich und Italien hingegen exportierten Käse zum doppelten Preis (6 bis 7 Euro pro Kilo). Entsprechend sanken die Erzeugerpreise nicht ganz so stark ab wie in Deutschland.

„Wir können also festhalten“, fasst Guhl zusammen: „Große Teile der Molkereiwirtschaft waren auf das Quotenende nicht vorbereitet. Alle Milch wurde zwar verarbeitet, musste aber zu Schleuderpreisen auf den Exportmärkten verramscht werden. Deutschland war damit der billige Jakob der EU! Das alles wurde auf dem Rücken der Milcherzeuger ausgetragen. Eine bedarfs- und damit marktgerechte Produktion – wie sie in der RoadMap Milch & Markt vorgeschlagen wird – hätte die Krise sicher nicht verhindern, aber doch zumindest mildern können.“

Die vollständige Studie finden Sie auf unserer Homepage:

http://www.milch-board.de/milchmarkt/marktreview-milch.html

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