Donnerstag, 19. Juli 2018


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Ganz richtig, Herr Macron: Milchpreise müssen Produktionskosten widerspiegeln!

Auf Tour durch Deutschland bekräftigen französische, belgische und deutsche Erzeuger Ziel der Kostendeckung in der EU

Brüssel / Göttingen, (lifePR) - Es war nicht nur die Grillhaxe mit Sauerkraut, die französische und belgische Milcherzeuger auf ihrer Tour durch Deutschland zu schätzen gelernt haben. Bei dem 3-tägigen Besuch, der sie von Nordrhein-Westfalen nach Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern führte, war es vor allen Dingen der Austausch mit ihren deutschen Berufskollegen, der ihnen wichtige Eindrücke vermittelt hat. Die MEG Milch Board und das European Milk Board (EMB) hatten im Rahmen der internationalen Bündelungskommission der Milcherzeuger (IBM) zu dieser Tour geladen.

Emmanuel Binois von der französischen Produzentenorganisation France MilkBoard Grand Ouest zeigt sich beeindruckt von den Diskussionen in Deutschland: „In den Gesprächen trat für uns klar hervor, dass hier die Probleme der Kostendeckung und der Beziehungen zu den privaten und genossenschaftlichen Molkereien die gleichen sind wie in Frankreich. Es ist ganz klar, dass wir Milcherzeuger EU-weit zusammenarbeiten müssen, um politisch und ökonomisch an Gewicht zu gewinnen.“

Nach dem Motto „Einigkeit macht stark“ engagiert sich auch die Erzeugerorganisation WAFAB in Belgien, um den Mehrwert der eigenen Produkte zu steigern. Die angeschlossenen Erzeuger verkaufen, kaufen und vermarkten gemeinsam, um auf Augenhöhe mit Molkereien verhandeln zu können. Für Jürgen Müller von der WAFAB ist es wichtig, dabei auch innovativ zu sein: “Wir müssen neue Produkte finden, die uns einen Mehrwert bringen und uns unabhängiger von den Notierungen am Weltmarkt machen.“

Axel Walterschen vom Vorstand der MEG Milch Board freut sich über den Erfolg der Tour. Für ihn spielt insbesondere die Solidarität unter den europäischen Milchbauern, die sich auf der gemeinsamen Reise wieder deutlich gezeigt hat, eine wichtige Rolle: „Mir ist es ein persönliches Anliegen, mich mit meinen Kollegen hier auszutauschen. Denn durch den Kontakt können wir feststellen, dass die Milchproduzenten aus Frankreich und Belgien nicht unsere Widersacher sind, sondern ebenfalls um mehr Gewicht im Milchsektor kämpfen.“

Silvia Däberitz, Geschäftsführerin des EMB, sieht durchaus Bewegung bei der Milch. Es habe sich in den letzten Jahren viel getan bei den Erzeugern. Sowohl über die Milchboards als auch durch die politischen Organisationen wie das EMB wurden Strukturen geschaffen, die es den Produzenten ermöglichen, sich ökonomisch und politisch stärker zu beteiligen. „Wir müssen diese Strukturen ausbauen und uns weiter stark engagieren. Das ist unsere Aufgabe. Aufgabe der Politik ist es, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der die Bündelung der Erzeuger tatsächlich unterstützt und der die Krisen vom Milchmarkt fernhält“, so Däberitz. Als praktikablen Krisenmechanismus hat das EMB das sogenannte Marktverantwortungsprogramm (MVP) in die politische Diskussion gebracht.

In der französischen Debatte zeichnet sich laut Emmanuel Binois vom FMB derweil schon eine mögliche Wendung ab: “Die Signale von unserem Präsidenten Macron sind positiv. Er hat uns wissen lassen, dass er Gesetze befürwortet, durch die die Preise künftig auf Basis der Produktionskosten berechnet werden.“

Dass die Milchpreise die Kosten der Produktion widerspiegeln, ist ein wichtiges Ziel der Milcherzeuger in Europa. Daran werden sie auch in Zukunft weiter engagiert arbeiten. Und das nicht allein, sondern gemeinsam!

Hintergrund

Das Aktionsbündnis Internationale Bündelungskommission der Milcherzeuger (IBM) agiert im Rahmen des European Milk Board, um den Austausch zwischen den Milchproduzenten aus verschiedenen EU-Ländern zu verbessern. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Stärkung der Position der Erzeuger am Markt. Die Kosten der Produktion sollen die Grundlage für die Preisbildung in Verträgen bilden und Milcherzeuger nicht nur „Preis-Nehmer “ sein, sondern zu Preis-Verhandlern werden.

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