Nordcapital Bulkerflotte 1: Schiffsfondsanleger in Not - der Deutschen Bank droht neuer Ärger

(lifePR) ( München, )
Um die Insolvenz von der Flotte aus neun Massengutfrachtern (Bulker) des Schiffsfonds Nordcapital Bulkerflotte 1 GmbH & Co. KG abzuwenden hat das Hamburger Emissionshaus Nordcapital vor wenigen Tagen zur außerordentlichen Gesellschafterversammlung in das Nobelhotel Atlanic in Hamburg eingeladen: die Anleger sollen 18 % ihres eingesetzten Kapitals freiwillig nachschießen. Auf diese Weise sollen noch einmal 30 Mio. US $ eingesammelt werden. Zu der extrem angespannten Liquiditätslage war es gekommen, weil der in 2008 aufgelegte und 500 Mio. USD schwere Fonds gleich sieben der insgesamt neun Schiffe an die koreanische Firma Korea Line Corporation (KLC) verchartert hat, die in Insolvenz geriet.

Da die außerordentliche Gesellschafterversammlung nur vier Tage nach Ablauf der Prospekthaftungsverjährung gegen den Fondsinitiator Nordcapital stattgefunden hat, werden sich die Anleger nun an die Deutsche Bank halten: diese hat die Beteiligungen exklusiv vertrieben und ihren Kunden als lukrative und gute Kapitalanlage verkauft. Versicherungen bestünden gegen alle üblichen Schifffahrtsrisiken. Die Anleger haben auf die Kompetenz und vorherige Prüfung durch die Deutsche Großbank vertraut.

Rechtsanwältin Katja Fohrer, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht in der Münchner Kanzlei Mattil & Kollegen, rät: "Anleger sollten auf keinen Fall gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen. Da ein Totalverlust der Einlage droht, sollten Anleger dringend Schadenersatzansprüche aus Falschberatung prüfen lassen. Die Deutsche Bank hätte die Anleger darüber aufklären müssen, dass ein erhebliches Risiko schon allein darin bestand, dass fast alle Schiffe an ein und dieselbe Reederei verchartert werden sollten und damit eine extreme Abhängigkeit bestand. Sie hätte den Fonds keinesfalls als sichere Anlage verkaufen dürfen. Bei der Deutschen Bank stand wohl vor allem das Provisionsinteresse im Vordergrund: sie hat mindestens 13 % der Anlagesumme als Vermittlungsprovision verdient."

Schadenersatzansprüche aus fehlerhafter Anlageberatung verjähren - im Gegensatz zu den Ansprüchen aus Prospekthaftung - erst innerhalb von drei Jahren ab Kenntnis der Falschberatung. Da bei vielen Anlegern diese Kenntnis erst dieses Jahr vorliegt, sind die Schadensersatzansprüche aus Falschberatung noch nicht verjährt und können damit noch geltend gemacht werden.

Die Ansprüche aus Prospekthaftung hingegen unterliegen einer wesentlich kürzeren Verjährungsfrist von lediglich drei Jahren ab dem Zeitpunkt der Prospektveröffentlichung. Da der Prospekt der Nordcapital-Bulkerflotte 1 GmbH & Co. KG bereits zum 28.05.2008 veröffentlicht worden ist, war Stichtag für den Verjährungseintritt der Prospekthaftungsansprüche der 28.05.2011. Vier Tage nach diesem Termin, d.h. am 01.06.2011 hat Nordcapital erst die außerordentliche Gesellschafterversammlung in Hamburg abgehalten.
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