Montag, 20. November 2017


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Die Batterie der Zukunft: Baubeginn einer Power to Gas-Demonstrationsanlage

Frankfurt am Main, (lifePR) - Heute erfolgte in Frankfurt der Baubeginn für eine Power to Gas-Demonstrationsanlage. In der Anlage wird Strom aus Wind und Sonne durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und in das Gasnetz eingespeist. In einem dreijährigen Betrieb wollen 13 Partner der Thüga-Gruppe die Speichertechnologie erproben. "Ich freue mich, dass diese besonders innovative Anlage in Hessen gebaut wird. Sie wird einen wichtigen Beitrag im Bereich der Forschung und Entwicklung von Speichertechnologien leisten", betonte die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich.

Ende 2013 soll die Anlage erstmals Strom in Wasserstoff umwandeln und in das kommunale Gasverteilnetz einspeisen. Bis 2016 werden die Unternehmen Erfahrungen sammeln, wie die Anlage unter Praxisbedingungen funktioniert. "Die Erforschung und Entwicklung von Energiespeichern ist ein wichtiger Bestandteil für das Gelingen der Energiewende. Die Speicher sollen die schwankende Einspeisung der erneuerbaren Energien mittel- und langfristig ausgleichen. Die Power to Gas-Technologie ermöglicht, überschüssigen Naturstrom bestmöglich zu nutzen. Anstatt Windräder oder Photovoltaikanlagen abzustellen, sorgen wir dafür, dass die vorhandene Energie gespeichert und später wieder in Strom und Wärme umgewandelt werden kann. Das Gasnetz kann zur Batterie der Zukunft werden", sagte Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorsitzender des Vorstands der Mainova AG.

Uwe Becker, Aufsichtsratsvorsitzender der Mainova AG, lobte das gemeinsame Vorgehen: "Die Klimaschutz-Ziele der Stadt Frankfurt werden sich nur erreichen lassen, wenn wir künftig auf eine Speichertechnologie zurückgreifen können. Durch die Power to Gas-Anlage werden wir entscheidende Erkenntnisse zum Thema Energiespeicherung gewinnen können. Ich freue mich über das gemeinsame Vorgehen der 13 kommunalen Partner. Wenn Kommunen und Stadtwerke die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anpacken, dann lassen sie sich effizienter lösen."

Umweltfreundliche Anlage

Kernstück der Anlage ist ein Protonen-Austausch-Membran (PEM)-Elektrolyseur der Firma ITM Power. Die Projektpartner haben sich für diese Anlage entschieden, weil im Vergleich zu Alkali-Elektrolyseuren der Betrieb mit Wasser anstatt mit Kalilauge erfolgt und damit umweltschonender ist. Außerdem reagiert die Anlage aufgrund des PEM-Elektrolyseurs schneller auf eine veränderte Lastsituation im Stromnetz. Ein weiterer Vorteil ist die kompakte Bauweise, denn auf derselben Fläche kann eine höhere Leistung installiert werden.

Die Anlage wird pro Stunde rund 60 Kubikmeter Wasserstoff erzeugen und so in einer Stunde 3.000 Kubikmeter mit Wasserstoff angereichertes Erdgas in das Netz einspeisen. Ab 2016 ist eine Erweiterung der Demonstrationsanlage geplant. Dann soll der Wasserstoff zu Methan umgewandelt und in das Gasverteilnetz eingespeist werden. Experten gehen davon aus, dass das deutsche Gasnetz den überschüssigen Windstrom von 30 Tagen speichern kann. Zum Vergleich: Die deutschen Pumpspeicherkraftwerke sind bereits in sechs Stunden gefüllt.

Über die Demonstrationsanlage

In der Anlage soll mit Strom aus erneuerbaren Energien durch Elektrolyse von Wasser Wasserstoffgas erzeugt werden. Dadurch wird ein gut speicherbarer und transportfähiger Energieträger bereitgestellt. Die Anlage dient dem Zweck, die zeitlichen Schwankungen der erneuerbaren Energien durch die chemische Umwandlung von Wasser mittels elektrischem Strom und Speicherung des erzeugten Wasserstoffs auszugleichen. Das erzeugte Wasserstoffgas wird über eine Gasdruckregel-/-mischanlage (GDRM) in das Gasverteilnetz eingespeist. Damit dient die Kapazität des Gasnetzes als Energiespeicher. Im Rahmen des Pilotprojektes wird die gesamte Technologie im Hinblick auf die Integration eines Elektrolyseurs zur Wasserstofferzeugung in die bestehende Gas- und Stromnetzinfrastruktur eingehend untersucht.

Projektpartner

Zu den Projektpartnern gehören neben der Mainova AG die badenova AG & Co. KG, Erdgas Mittelsachsen GmbH, Energieversorgung Mittelrhein GmbH, erdgas schwaben gmbh, ESWE Versorgungs AG, Gasversorgung Westerwald GmbH, Stadtwerke Ansbach GmbH, Stadtwerke Bad Hersfeld GmbH, Thüga Energienetze GmbH, WEMAG AG, e-rp GmbH sowie die Thüga Aktiengesellschaft als Projektkoordinatorin. Die Betriebsphase wird von wissenschaftlichen Projektpartnern begleitet und vom hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

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