Warnung vor dem "Arzt light"

Präsident der Landesärztekammer spricht sich gegen die Einführung von Bachelor und Master in das Medizinstudium aus

(lifePR) ( Bad Nauheim, )
Präsident der Landesärztekammer spricht sich gegen die Einführung von Bachelor und Master in das Medizinstudium aus

"Es waren keine Unken, die schon vor Jahren vor der Einführung von Bachelor und Master in das Medizinstudium gewarnt haben", erklärte Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen, auf der heutigen Delegiertenversammlung der hessischen Ärzteschaft. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Wissenschaftsrat die Gründung einer Universitätsmedizin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg nach dem Konzept einer European Medical School Oldenburg-Groningen empfohlen habe. Dieses Modell sehe erstmals in Deutschland eine grenzüberschreitende Medizinerausbildung mit Bachelor- und Masterabschluss in den Niederlanden (Groningen) und medizinischem Staatsexamen in Deutschland (Oldenburg) vor. "Damit könnten Tür und Tor für den "Arzt light" geöffnet sein", gab von Knoblauch zu Hatzbach zu bedenken.

Vielen Politikern käme eine solche Entwicklung in Zeiten des Ärztemangels gerade recht, denn die Absolventen eines drei- bis vierjährigen Bachelor-Medizinstudiums würden dem Arbeitsmarkt als vergleichsweise billige Mediziner zur Verfügung stehen. "Doch dieser Spareffekt ginge nach hinten los, denn die Versorgungsqualität der Patientinnen und Patienten würde sich deutlich verschlechtern", kritisierte von Knoblauch zu Hatzbach. "Wir können uns in unserem Gesundheitssystem, das zu Recht noch immer als eines der besten weltweit gilt, keine im Schnellverfahren ausgebildeten Ärzte leisten", unterstrich der Ärztekammerpräsident. Das gelte auch für den neuen Beruf des so genannten - irgendwo zwischen Arzt und Pflegepersonal angesiedelten - "Arztassistenten", den die Duale Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe seit Oktober diesen Jahres als Bachelor-Studiengang anbiete. Von Knoblauch zu Hatzbach bezeichnete den Studiengang als "überflüssig und gefährlich zugleich", denn ein Teil der Aufgaben, die man diesem "Arztassistenten" zuordnen will, werde bereits in Delegation von anderen Gesundheitsberufen geleistet. Andere, rein ärztliche Tätigkeiten setzten die Ausbildung, Weiterbildung und Erfahrung eines Arztes voraus.

"Unsere Patienten sollen auch künftig einen Anspruch auf eine qualitativ hochwertige ärztliche Versorgung haben", bekräftigte von Knoblauch zu Hatzbach. "Daher fordern wir: Das einheitliche und hochwertige Medizinstudium mit dem Abschluss Staatsexamen muss erhalten bleiben!"
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