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Pressemitteilung BoxID: 419773 (Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung)
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13 moderne Berufe zum Ausbildungsjahr 2013

11 zu 1 für die Metallindustrie und neuer Wein in neuen Schläuchen

(lifePR) (Bonn, ) Mit der Fachkraft für Metalltechnik (Leseversion der Verordnung: BGBl Teil I, Nr. 16 vom 08.04.2013) ist der Wirtschaft ein besonderer, aber auch längst überfälliger Wurf gelungen. Der neue 2-jährige Beruf löst 11 Altberufe ab, die zum Teil noch aus den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts stammen - u. a. den Teilezurichter von 1939. Der neue Beruf ermöglicht eine Ausbildung in den Fachrichtungen Montagetechnik, Konstruktionstechnik, Zerspanungstechnik sowie Umform- und Drahttechnik. Eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung kann unter Anrechnung der Ausbil­dungszeit in einem 3- oder 3,5-jährigen Metallberuf fortgesetzt werden. Mit Inkrafttreten des Berufs treten folgende 11 Altregelungen außer Kraft: Drahtwarenmacher/in, Drahtzieher/in, Federmacher/in, Fräser/in, Gerätezusammensetzer/in, Kabeljungwerker/in, Maschinenzusammensetzer/in, Metallschleifer/in, Revolverdreher/in, Schleifer/in und Teilezurichter/in.

Im Rahmen des weiteren Ausbaus der industriellen Metallberufe schließt der neue Beruf Stanz- und Umformmechaniker/in (BGBl Teil I, Nr. 16 vom 08.04.2013) eine Qualifikationslücke in unterschiedlichen Produk­tionsbereichen und insbesondere in Unternehmen der blechverarbeitenden Metallindustrie. Stanz- und Umform­mecha­niker/innen steuern und überwachen komplexe Maschinen und Anlagen in integrierten Fertigungs­prozessen. Die Schaffung dieses neuen Berufs, legte nahe, auch den bereits 16 Jahre alten Ferti­gungs­mechaniker/in (BGBl Teil I, Nr. 16 vom 08.04.2013) zu modernisieren und auf eine gemeinsame Ausbildungsgrundlage zu stellen. Die Berufsinhaber, die überwiegend in der Mon­tage und Herstellung von industriellen Serienerzeugnissen tätig sind, spielen im Rahmen der Qualitätssicherung industrieller Fertigungsprozesse eine bedeutende Rolle.

Kfz-Betriebe werden verstärkt mit elektronischen Systemen, neuen Antriebskonzepten und Werkstoffen konfrontiert. Die daraus resultierenden Anforderungen des Berufsbildes bestehen z. B. in Änderungen im Service- und Wartungsumfang, neuen Reparatur- und Diagnosemethoden, veränderten Vorgaben der Schadstoffreduzierung, der Einführung neuer Antriebsarten wie Hybrid- und Elektrofahrzeuge, der Anwendung der Hochvolttechnologie in der Fahrzeugkonzeption, der Verwendung neuer Leichtbauwerkstoffe und neuen Karosseriereparaturmethoden. Die Berufsausbildung des/der Kraftfahrzeug­mechatroniker/in (BGBl Teil I, Nr. 29 vom 20.06.2013) wurde diesem Wandel angepasst. Die Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Mechaniker/in für Karosserieinstandhaltungstechnik wurde aufgehoben. Gleichzeitig läuft die Erprobungsverordnung Kraftfahrzeug-Servicemechaniker/in zum 31.07.2013 aus.

Werkstoffprüfer/innen untersuchen Bauteile aus metallischen oder nichtmetallischen Materialien auf Fehler und überwachen die gleichbleibende Qualität von Produkten. Sie bestimmen die Materialeigenschaften, wie Härte, Festigkeit, Verformbarkeit oder Zähigkeit und untersuchen den Feinaufbau und die innere Struktur von metallischen Werkstoffen (Fachrichtung Metalltechnik) und technischen Kunststoffen (Fachrichtung Kunststofftechnik). Dabei setzen sie zerstörende, aber auch zerstörungsfreie Prüfverfahren ein. Nach Schadensfällen ermitteln sie mögliche Ursachen. überprüfen den Zustand von Bauteilen, die in Anlagen oder technischen Systemen verbaut sind und ermitteln mögliche Ursachen für das Versagen eines Bauteils (Fachrichtung Systemtechnik). In der Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik prüfen sie die Eigenschaften von Werkstücken aus Stahl, Gusseisen, Kupfer, Aluminium und wählen das jeweilige Wärmebehandlungs­verfahren aus, z.B. Härten, Vergüten, Glühen oder Oberflächenhärten.

Von besonderer Relevanz für die Luftfahrtindustrie ist die Modernisierung der luftfahrttechnischen Berufe Flug­gerät­mechaniker/in und Fluggerätelektroniker/in auf der Basis gemeinsamer Ausbil­dungs­inhalte. Wesentliche Intention der Neuordnung ist die Integration der Anforderungen für den Erwerb der behördlichen Freigabeberech­tigung gemäß internationaler Regeln und Gesetze und der Anforderungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA).

Veränderte Techniken und Werkstoffe konfrontieren auch Betriebe und Beschäftigte im Klempnerhand­werk mit neuen Anforde­rungen, die eine Modernisierung der Ausbildung von 1989 für Klempner/innen erforderte. Dabei geht es insbesondere um die Themenfelder Energie­effizienz und Umweltschutz, Einsatz von Energiesammlern und Energieumsetzern, Belichtung und Belüftung, elektrische Antriebe, Steuerun­gen und Anschlüsse.

In der Druck- und Medienwirtschaft wachsen immer mehr spezialisierte Tätigkeitsbereiche zusammen. In den Mediengestalter Digital und Print (BGBl Teil I, Nr. 23 vom 14.05.2013) sind ab dem Ausbildungsjahr 2013 die Ausbildungsberufe Dekorvorlagenhersteller/in, Fotomedienlaborant/in und Fotolaborant/in integriert und deren Verordnungen treten damit außer Kraft. Die Bereiche 3D-Grafikerstellung, Social-Media (Plattformen zur interaktiven Kommunikation), Contenterstellung sowie Großformatiger Digitaldruck wurden in die Ausbildung aufgenommen. Die Integration dieser Bereiche konnte durch die Aufnahme neuer Wahlqualifikationen erreicht werden. Für die bestehenden Inhalte gemäß der Verordnung aus dem Jahr 2007 sowie die bisherigen Wahlqualifikationen und die Prüfungsstruktur ergeben sich durch die neuen Wahlqualifikationen keine Änderungen.

Technologische Weiterentwicklungen haben die beruflichen Anforderungen in Bezug auf Materialien und deren Verarbeitung sowie deren Anwendungsmöglichkeiten in der Orthopä­die­technik erweitert. Den Veränderung trägt die neue Schwerpunktbildung Prothetik, Orthetik und Rehatechnik im 3. Ausbildungsjahr beim Beruf des/der Orthopädietechnik-Mechanikers/-in (BGBl Teil I, Nr. 25 vom 27.05.2013) Rechnung. Gleichzeitig ermöglicht diese Differenzierung trotz der breit angelegten Ausbil­dungsinhalte eine Verkürzung der Ausbildungsdauer gegenüber der bisherigen Ausbildung des/der Orthopädiemechanikers/-in und Bandagisten von bisher 3,5 auf 3 Jahre.

Mit der Modernisierung der 3-jährigen Ausbildung zum Landwirtschaftlich-technischen Labor­anten - zukünftig Pflanzentechnologe/-in (BGBl Teil I, Nr. 13 vom 18.03.2013) - werden drei regionale Regelungen aus den Jahren 1942, 1956 und 1964 abgelöst und auf eine bundeseinheitliche Gesetzesgrundlage gestellt. Neue Entwicklungen und technische Fortschritte im Bereich der Pflanzen­zucht und -vermehrung, sowohl im Bereich der Labore als auch in Bezug auf Anbauverfahren und Feldversuche wurden in der Verordnung berücksichtigt. Die Modernisierung des/der Milchwirtschaftlichen Laboranten/-in (BGBl Teil I, Nr. 26 vom 06.06.2013) hatte zum Ziel, die Ausbildung an die inhaltliche und technische Entwicklung anzupassen. Damit können Entwicklungen wie die wachsende Bedeutung von Lebensmittelsicherheit und Qualitätssicherung sowie technische Fortschritte noch stärker als bisher in der milchwirtschaftlichen Laborpraxis berücksichtigt werden.

Neuer Wein in neuen Schläuchen bringt die Neuordnung des Weinküfers. Auch wenn der Beruf seinen Ursprung schon im Mittelalter hat, so zeichnen sich grundsätzliche Veränder­ungen in der Kellerwirtschaft erst den letzten Jahrzehnten ab. Immer mehr Technik hält Einzug in diesen traditionsreichen Beruf und macht ihn heute zu einem High-Tech-Beruf mit komplexen Anforderungen, was sich auch in der neuen Berufsbezeichnung Weintechnologe/-in (BGBl Teil I, Nr. 25 vom 27.05.2013) zeigt.

Weitere Informationen: www.kwb-berufsbildung.de