Samstag, 21. April 2018


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Kunsthaus Zürich zeigt «Kelly Nipper - Black Forest»: Performance und Installation im Dialog mit Zeichnungen des Tanztheoretikers und Choreografen Rudolf von Laban

Zürich, (lifePR) - Vom 5. April bis 16. Juni 2013 präsentiert das Kunsthaus Zürich die erste Einzelausstellung der amerikanischen Künstlerin Kelly Nipper im deutschsprachigen Raum. Ausgangspunkt für ihre Gruppe neuer Arbeiten sind Zeichnungen des Mitbegründers des modernen Ausdruckstanzes, Rudolf von Laban. Zentrales Element ist die Performance «Black Forest».

Kelly Nipper (*1971, Edina, Minnesota) untersucht in Videos, Installationen, Fotografien und Performances die Beziehung von menschlichem Körper, Bewegung, Raum und Zeit. Sie interessiert sich für rituelle Gesten und Abläufe und bezieht sich in ihren Choreografien immer wieder auf die Anfänge des experimentellen Tanzes und im speziellen auf die Theorien Rudolf von Labans (1879–1958). Gemeinsam mit Emile Jaques-Dalcroze (1865–1950) und Mary Wigman (1886–1973) gilt der Tänzer, Choreograf und Tanztheoretiker als Begründer des modernen Ausdruckstanzes. Kelly Nippers Rückgriff auf Labans Theorien ist Teil ihrer langjährigen Recherche zum Thema Kommunikationsstrukturen und der Entwicklung von Kommunikation in der modernen Gesellschaft.

BEDEUTENDE LABAN SAMMLUNG

Das Kunsthaus Zürich besitzt eine bedeutende Sammlung an Zeichnungen und Aquarellen von Rudolf von Laban. Sie gehören zu dem sogenannten Perrottet-Archiv, das neben Labans Arbeiten auf Papier zahlreiche Dokumente und Fotos zu den Anfängen des modernen Tanzes und der Zeit der Künstlerkolonie auf dem Monte Verità bei Ascona (Schweiz) umfasst. Suzanne Perrottet (1889–1983) lebte und arbeitete mit Rudolf von Laban zusammen, als dieser in Hombrechtikon den «Labangarten – Schule für Bewegungskunst» und in Zürich die «Labanschule» aufbaute. Das Archiv von Suzanne Perrottet kam dank Harald Szeemann 1990 ins Kunsthaus und wurde vor rund 20 Jahren zum letzten Mal in Teilen gezeigt.

DIALOG ÜBER 100 JAHRE HINWEG

Heute arbeitet eine junge Künstlergeneration vermehrt wieder mit dem Medium Performance. Eine davon ist Kelly Nipper, die in ihren Arbeiten ganz direkt auf Laban und das von ihm entwickelte System zur Analyse und Aufzeichnung menschlicher Bewegung, die sogenannte «Labanotation», zurückgreift.
Zentrale Elemente dieses Systems, wie auch von Kelly Nippers Arbeit, sind die Themen Zeit und die Beziehung des Körpers zur Zeit – beides Dinge, die sich mit dem Aufkommen neuer Kommunikationstechnologien in den letzten Jahren natürlich drastisch verändert haben. Ausstellungsmacherin Mirjam Varadinis führt die zwei Künstler, zwischen denen rund 100 Jahre liegen, die aber trotzdem viel gemeinsam haben, zusammen. Der Dialog der beiden findet in jenen Räumen der Kunsthaus-Sammlung statt, die kurz nach der Jahrhundertwende – zeitgleich zu den Tanzexperimenten Rudolf von Labans – entstanden sind.

NEUE PERFORMANCE, KOSTÜME UND SKULPTUREN

Kelly Nipper nimmt diesen Kontext sowie Labans kleinformatige, fragile Zeichnungen (Farb- und Bleistift auf Papier) zum Ausgangspunkt für eine Gruppe neuer Arbeiten, die sie speziell für die Ausstellung im Kunsthaus realisiert hat. Zentrales Element ist dabei die Performance «Black Forest», ein Werk, das in Zusammenarbeit mit dem Glasgow International Festival und dem Hammer Museum, Los Angeles, produziert wurde. Daneben zu sehen sind Kostüme, Objekte und Skulpturen, die gemeinsam mit den Arbeiten von Rudolf von Laban präsentiert werden.

PROGRAMMATISCHE VORSCHAU AUF DIE KUNSTHAUS-ERWEITERUNG

In den vergangenen Jahren hat Nipper an bedeutenden internationalen Gruppenausstellungen teilgenommen – an der Performa in New York (2007) und im Centre Georges Pompidou, Paris (2011). Im Jahr 2013 ist sie im Programm des MoMA, New York vertreten. Die Ausstellung im Kunsthaus Zürich ist die erste Einzelausstellung von Kelly Nipper im deutschsprachigen Raum. In der für 2017 geplanten Erweiterung wird das Kunsthaus Zürich dem Medium Performance und Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst noch mehr Raum geben. Kelly Nipper und ihr Projekt «Black Forest» zeigen exemplarisch, wie dieser Dialog von Sammlungsbeständen und zeitgenössischer Kunst in Zukunft im Kunsthaus vermehrt stattfinden kann.

PERFORMANCE UND FÜHRUNGEN

Am 6. April um 14 Uhr und am 1. Juni um 15 Uhr wird die Performance «Black Forest» aufgeführt, mit der Tänzerin Marissa Ruazol. Am Sonntag, 7. April um 12 Uhr und Sonntag, 26. Mai um 11 Uhr finden öffentliche Führungen mit Dr. Laura Arici statt.

Unterstützt von Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst sowie durch die Stanley Thomas Johnson Stiftung und die Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Kunsthaus Zürich, Heimplatz 1, CH–8001 Zürich
Tel.: +41 (0)44 253 84 84, www.kunsthaus.ch
Ausstellung geöffnet: Sa/So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr, Feiertage siehe www.kunsthaus.ch
Eintritt: CHF 15.-/CHF 10.- reduziert und Gruppen ab 20 Personen (Änderungen vorbehalten). Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gratis.

Vorverkauf

SBB RailAway-Kombi: Ermässigung auf Anreise und Eintritt: am Bahnhof oder beim Rail Service 0900 300 300 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.sbb.ch.
Zürich Tourismus: Tourist Service im Hauptbahnhof, Tel. +41 44 215 40 00, www.zuerich.com.
Magasins Fnac: Verkaufsstellen CH: Rives, Balexert, Lausanne, Fribourg, Pathé Kino Basel, www.fnac.ch; F: Carrefour, Géant, Magasins U, 0 892 68 36 22 (0.34 €/min), www.fnac.com; BE: www.fnac.be.

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