Mittwoch, 24. Mai 2017


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China-Abverkauf: Pekings schwerer Autoritätsverlust

(lifePR) (Hamburg, ) Chinas Regierung bekommt trotz der jüngsten Massnahmen die Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht in den Griff: so verlor der Shanghai Composite 1,29%, deutlich heftiger die Verluste hingegen in Shenzhen, wo der Shenzhen Composite 5,34% verliert, während der ChiNext, eine Art Nasdaq-Index Chinas, um 5,69% einbricht.

Dabie hat Peking alles versucht, den Crash zu stoppen: Verbot von Neuemissionen, Zinssenkung, Senkung des Mindestreservesatzes für Banken, Verbot von Leerverkäufen, Brokerfirmen mussten 17 Milliarden Euro in einen Stabilisierungsfond einzahlen, der Aktienkäufe tätigen soll, um den Crash aufzuhalten etc. etc.. Nichts aber scheint zu helfen.

Auch nicht, dass Peking über die staatlichen Medien permanente Beruhigungsversuche unternimmt, nach dem Motto: habt Vertrauen in die Regierung und ihre Reformen, der Aktienmarkt ist ein Wachstumsmarkt, Ruhe bewahren. Premier Li Keqiang hat die Autorität der Regierung in die Waagschale geworfen: die Regierung sei in der Lage, die wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes zu meistern, also sollte auch die Bevölkerung optimistisch sein. Aber seine Worte verhallten folgenlos.

Der Grund dafür ist einfach: es läuft derzeit eine Lawine an stop-losses, eine Prozeß des Deleveraging der hoch gehebelten Spekulanten im Reich der Mitte (sie stellen 80% des gehandelten Volumens!). Die Zocker waren bis zum Anschlag investiert, meist auf Kredit. Bestehende Aktiendepots wurden beliehen für neue Kredite, um dann neue Aktien kaufen zu können. Das geht so lange gut, wie die Märkte steigen. Fallen die Märkte wie derzeit (weit über 30% in knapp drei Wochen), läuft der Zug mit einer nicht zu stoppenden Dynamik in die andere Richtung. Da helfen keine Massnahmen, da hilft kein Zureden, das läuft ab wie ein Tsunami, den man versucht mit Prallböcken aufzuhalten.

Chinas Führung aber droht nun ein schwerwiegender Autoritätsverlust: sie hat die Chinesen ermuntern, in den Aktienmarkt zu investieren. Jetzt, wo der Markt crasht, zeigt sich, dass Peking die Kontrolle verloren hat. Wie aber soll die Führung die ökonomischen Herausforderungen meistern können, wenn sie nicht einmal die Aktienmärkte lenken kann? Diese Frage werden viele Chinesen stellen. Sie haben Geld verloren, sind teilweise finanziell runiert, haben jetzt keine wirkliche Perspektive mehr. Damit entsteht ein Unruhepotential, das der Anfang vom Ende der derzeitigen Machthaber sein kann.

China - das muß klar gesagt werden, weil es im Westen nicht wirklich verstanden wird - ist ein reines Pump-System. Alles ist hochgradig kreditfinanziert, alle sind stark verschuldet (Unternehmen, Lokalverwaltungen etc.), nur die Zentralregierung hat Devisenreserven. Darauf starrt der Westen und glaubt, dass China jede Krise auffangen kann. Diese Ansicht ist falsch. Vielmehr erleben wir derzeit den Zusammenbruch dieses Pump-Systems, das an den Aktienmärkten seinen krassesten Ausdruck fand, aber das Grundprinzip der gesamten Ökonomie Chinas ist.

Und so ist es wie immer beim Platzen von Blasen: erst kracht es an den Finanzmärkten, weil die Bewertungen von Unternehmen absurd hoch sind und mit der Realität nichts mehr zu tun haben, und dann kracht es in der Realökonomie. China steht vor einem Crash seines gesamten Wirstchaftsmodells: der Glaube an das ewige Wachstum bricht derzeit in sich zusammen!

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