Strukturwandel im Rheinischen Revier: Herausforderung und Chance für Energiewirtschaft und Industrie

(lifePR) ( Jülich, )
Der Strukturwandel bewegt die Menschen im Rheinischen Revier: Bei der „Revierknoten“-Fachkonferenz zum Thema Energie und Industrie war die Veranstaltungshalle in der Raketenstation Hombroich in Neuss bis auf den letzten Platz besetzt. Knapp 200 Interessierte erfuhren, welche Herausforderungen bei der Transformation von der Kohleverstromung hin zu einer Industrie, die auf Basis regenerativer Energien arbeitet, bewältigt werden müssen und wie wichtig die Themen Versorgungssicherheit und Energiepreise dabei vor allem für die Industrie sind. Deshalb besteht die Kernaufgabe zunächst darin, die mit dem Kohleausstieg verbundenen energiewirtschaftlichen Fragen so gut wie möglich zu beantworten. Daneben gilt es, neue Wertschöpfungsketten zu entwickeln und industrielle Zukunftsfelder zu besetzen. Über eine Teilnehmerbefragung konnten die Teilnehmenden ihre Einschätzung zu diesen zentralen Aspekten des bevorstehenden Strukturwandels beisteuern.

„Wir wollen heute Ansätze finden, welche Pfade zukunftsfähig sind, und wie man die Industrie im Rheinischen Revier konstruktiv fortentwickeln kann,“ erläuterte Dr. Ron Brinitzer, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein und Vorsitzender des Revierknotens Industrie. „Dafür haben wir eine Umfrage vorbereitet, über die wir Themenfelder und Aspekte identifizieren, die für die Anwesenden beim Strukturwandel wichtig sind“, ergänzte Dr. Andreas Ziolek, Leiter Netzwerke bei der EnergieAgentur.NRW und Vorsitzender des Revierknotens Energie.

Die Revierknotenvorsitzenden hatten bewusst einen breiten Kreis von Interessenten eingeladen, um ein möglichst repräsentatives Meinungsbild zu erhalten. An der Fachkonferenz nahmen Vertreter der energieintensiven Industrie, des produzierenden Gewerbes, der Energiewirtschaft, aber auch aus Kommunen und Hochschulen teil.

„Wir wollen den Puls der Anwesenden spüren und erfahren, wo nach ihrer Einschätzung die Schwerpunkte liegen sollen, aber auch, welche Unterstützung durch die Revierknoten-Organisatoren und die Zukunftsagentur sie erwarten“, fasste Andreas Ziolek das Ziel der Veranstaltung zusammen.

Die Vorsitzenden informierten zunächst über die Funktion der Zukunftsagentur und der Revierknoten: „Wir vom Revierknoten schreiben gemeinsam mit Ihnen die Schwerpunkte fest, nach denen die staatlichen Fördermittel, die durch den vorzeitigen Ausstieg aus der Braunkohle für das Rheinische Revier vorgesehen sind, später einmal eingesetzt werden sollen“, so Ron Brinitzer.

Zur Orientierung dienten drei Fachvorträge: Dr. David Bothe, Associate Director des Think Tanks Frontier Economics, fasste die Ausgangssituation für Industrie und Energiewirtschaft im Rheinischen Revier zusammen. Jochen Schwill stellte im Anschluss anhand des von ihm im Jahr 2009 mitgegründete Unternehmens Next Kraftwerke GmbH dar, wie Lösungen einer dezentralen Energieversorgung aussehen können. Prof. Dr.-Ing. Thomas Bergs von der RWTH Aachen erläuterte, wie man den Sprung von der Hochschulforschung in die industrielle Fertigung und Wertschöpfung meistern und so die Bildung neuer industrieller Kerne unterstützen kann. Im Anschluss gab es eine Podiumsdiskussion, bei der alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen an die Revierknotenvorsitzenden und die Referenten stellen konnten.

Die Auswertung dieser Fachkonferenz sowie der Teilnehmerbefragung wird Teil der ersten Fassung des Wirtschafts- und Strukturprogramms für das Rheinische Revier sein, das zur nächsten Revierkonferenz im Dezember 2019 vorliegen wird.
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