Exportstimmung in Berlin leicht eingetrübt

(lifePR) ( Berlin, )
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Exporte sinken 2018 um 2,7% auf 14,4 Mrd. Euro
Die Franzosen kaufen Berliner Motorräder, die Italiener Berliner Schuhe
Großbritannien als Berliner Exportmarkt auf Platz 6


Die Aussichten für den Berliner Außenhandel sind nur verhalten optimistisch. Das liegt an  schwächeren konjunkturellen Auftriebskräften in vielen Weltregionen, Handelsstreitigkeiten sowie politischen Risiken, wie dem immer noch ungewissen Ausgang des Brexit. Bereits 2018 war für die Berliner Exporte ein herausforderndes Jahr. Die hauptstädtischen Ausfuhren sind nach ersten Zahlen des Statistischen Bundesamtes insgesamt um 339 Mio. Euro auf 14,4 Mrd. Euro zurückgegangen. Dies ist mit  2,7% der zweite Rückgang in Folge nach -2,2% im Jahr 2017. Das wichtigste Berliner Exportprodukt, Pharmazeutische Erzeugnisse, war dagegen zunehmend gefragt (+7,6% auf 1,8 Mrd. Euro). Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin (IBB): „,Made in Berlin´ steht für hochwertige industrielle Produkte, die weltweit verkauft werden. Aber auch wenn die stark international ausgerichtete Berliner Industrie die zunehmende Verunsicherung spürt, so bleibt sie doch über Branchengrenzen hinaus ein wichtiger Impulsgeber für die Berliner Wirtschaft.“

Verantwortlich für die aktuelle Exportschwäche ist nach Einschätzung der IBB-Volkswirte vor allem der stark rückläufige Absatz von Berliner Tabakprodukten um 317 Mio. (-36,4%) auf nur noch 556 Mio. Euro. Starke Rückgänge in Höhe von 263 Mio. Euro (-26,8%) gab es zudem bei den sogenannten Kraftmaschinen, zu denen neben Antriebsmotoren für Schienenfahrzeuge auch Gasturbinen gehören. Der Verkauf dieser Investitionsgüter ist traditionell volatil und wird stark von externen Faktoren, wie Konjunktur und Ölpreis bestimmt.

USA mit Abstand wichtigster Partner

Die Vereinigten Staaten, wichtigster Berliner Exportmarkt, bleiben mit einem Ausfuhrvolumen in Höhe von 1,8 Mrd. Euro bzw. einem Anteil von 12,6% auch in Zukunft eine entscheidende Stütze der Berliner Ausfuhren. Dank ruhigerer Töne im Handelskonflikt mit China und konstant hohem Investitionsbedarf dürfte die US-Nachfrage nach Berliner Waren weiterhin stark bleiben. In den USA besonders nachgefragt werden in Berlin produzierte pharmazeutische Erzeugnisse (405 Mio. Euro) sowie Fahrgestelle und Motoren (276 Mio. Euro).

Chinesen kaufen hochwertige Waren „made in Berlin“

Trotz eines leichten Rückgangs im Handelsvolumen um 43 Mio. Euro auf 924 Mio. Euro verbleibt China zweitwichtigster Käufer Berliner Waren. Die wichtigsten Produkte sind Fahrgestelle und Motoren, deren Absatz im letzten Jahr bei 166 Mio. Euro fast konstant blieb. Auch pharmazeutische Erzeugnisse (86 Mio. Euro) und medizintechnische Geräte aus Berlin (71 Mio. Euro) werden in China weiterhin nachgefragt.

Franzosen fahren auf Berliner Motorräder ab

Frankreich konnte mit einem fast konstanten Warenabsatz in Höhe von 847 Mio. Euro seinen dritten Rang verteidigen. Besonders beliebt im Nachbarland sind Motorräder. Berlin ist europaweit der größte Fertigungsstandort von Motorrädern und mit einem Anteil von 22% an den deutschen Motorrad-Exporten nach Frankreich der wichtigste Lieferant für diese Fahrzeuge. Die deutsche Hauptstadt ist auch europäische Trendsetterin für gesunde Säfte und Superfruit-Smoothies sowie frische Limonaden. So beträgt der Berliner Saftexport nach Frankreich mit 48 Mio. Euro inzwischen 26% der gesamten deutschen Saftausfuhren dorthin.

Italiener kaufen Berliner Schuhe

Italien bleibt mit einem Exportvolumen von 790 Mio. Euro auf dem vierten Rang in der Liste der wichtigsten Berliner Exportländer. Der Zuwachs von 42 Mio. Euro (+5,7%) beruht auf einem starken Anstieg beim wichtigsten Exportgut Tabakprodukte (+80 Mio. Euro) und bei Großaufträgen von Kraftmaschinen (+20 Mio. Euro). Zugelegt haben zudem die Exporte von Schuhen aus Berlin (+12 Mio. Euro). Da auch in Italien der Onlinekauf von Bekleidung immer beliebter wird, profitierten Berliner Online-Handelsunternehmen, die seit einigen Jahren in Italien tätig sind und dort bereits eigene Logistikzentrale betreiben.

Großbritannien ist sechstwichtigster Berliner Exportmarkt

Welche Auswirkungen der angekündigte Brexit auf die stark verflochtenen Handels- und Finanzbeziehungen mit dem sechstwichtigsten Berliner Exportmarkt (Anteil von knapp 5 %) haben wird, hängt von der genauen Ausgestaltung der Trennung ab. Im Jahr 2018 exportierten Berliner Unternehmen eine vielfältige Auswahl von Waren im Wert von 706 Mio. Euro nach Großbritannien, 59 Mio. Euro mehr als noch im Jahr zuvor (+9,1%). Die wichtigsten Warengruppen waren Tabakerzeugnisse (81 Mio. Euro), Motorräder (79 Mio. Euro) und Gasturbinen (53 Mio. Euro). Die Briten kaufen auch Berliner Lebensmittel wie Säfte, Backwaren, Kakao und Kakaoerzeugnisse.

Die vollständige Studie finden Sie unter www.ibb.de/berlin-aktuell. Weitere volkswirtschaftliche Analysen, Berichte sowie unsere Newsletter finden Sie auf unserer Internetseite www.ibb.de/volkswirtschaft.
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