Dienstag, 28. März 2017


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Im "Dilemma der Techniknutzung": Wie kann ein Smartphone das Leben im Alter unterstützen?

(lifePR) (Gelsenkirchen, ) Die heutige Generation von Smartphones dient bekanntlich längst nicht mehr nur als Telefon, die Geräte können viel mehr – auch für die Gesundheit – leisten: von der Sammlung gesundheitsbezogener Daten wie Blutdruck oder Blutzucker bis zum Tracken von Gesundheitsaktivitäten wie Laufen oder Radfahren. Aber gerade die Menschen, die im Alter auf Hilfe angewiesen sind und für die Technik im Alltag eine sehr große Hilfe sein kann, nutzen diese nicht. Mit diesem „Dilemma der Techniknutzung“ befasst sich eine aktuelle Untersuchung aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule).

In mehreren Fokusgruppengesprächen diskutierten die IAT-Forscher mit Senioren im Alter von 60 bis 82 Jahren über ihre Erfahrungen mit modernen Technologien. „Bei der Zielgruppe der älteren Menschen gibt es bei moderner Technik eine Reihe von Missverständnissen, die vor allem durch Ängste und Informationsdefizite geprägt sind“, stellt Peter Enste vom IAT-Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität fest

Dabei zeigten sich starke Unterschiede innerhalb der Senioren-Gruppen: Während die „jungen Alten“ durchaus aufgeschlossen gegenüber modernen Technologien sind, ist die Verbreitung vor allem in der Klasse der Hochaltrigen sehr gering: Während fast 70 Prozent der jungen Alten einen PC besitzen, sind es gerade mal 13 Prozent der Über- 80-Jährigen. Ein Smartphone besitzen immerhin 38 Prozent der Personen zwischen 60 und 69 Jahren, über 80 sind es nur 2 Prozent. Auch der Tablet PC ist in Senioren-Haushalten bislang noch kaum zu finden. Lediglich das klassische Handy findet eine weite Verbreitung in allen Altersklassen. 

Die Bedienung von technischen Geräten ist für fast alle Befragten sehr häufig mit Problemen verbunden - angefangen bei der Einstellung eines digitalen Weckers bis hin zur Bedienung der Waschmaschine. „Es muss einfach sein“ wünschen die Betroffenen. Sehr viele ältere Menschen sind auch mit der Ausstattung moderner Geräte überfordert: „Zu teuer, zu kompliziert und unnütz“. Es zeigte sich allerdings auch, dass der große Teil der Befragten gar nicht weiß, was ein Smartphone ist und welche Möglichkeiten es bietet. Ähnliche Informationsdefizite gibt es beim Einsatz in  Telemedizin und Gesundheitsmonitoring. Das Smartphone kann älteren Menschen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, auch wenn sie alleine zu Hause leben: Wird durch Monitoring ein medizinischer Notfall rechtzeitig erkannt, kann die Notfallkette schneller eingeleitet werden. Auch die regelmäßige Medikamenteneinnahme kann elektronisch unterstützt werden.

Sind die Vorteile der Technik bekannt, sind viele Senioren durchaus bereit, sich darauf einzulassen und moderne Technologie als Hilfe im täglichen Leben zu sehen. „Allerdings wäre es illusorisch anzunehmen, dass die weitere Ausbreitung von modernen Technologien gerade bei älteren Menschen ein Selbstläufer ist“, meint Enste. „Mit gezielten Strategien kann dieser Prozess allerdings positiv beeinflusst werden. Die Wünsche und Bedürfnisse der älteren Menschen müssen transparenter gemacht werden, dabei müssen sowohl Beratung, Service als auch Ausstattung und Bedienung der Geräte berücksichtigt werden“. Sinnvoll sei in diesem Zusammenhang schon die Integration der Zielgruppe in den Entwicklungsprozess, um Missverständnisse auszuschließen. Auch der Kostenfaktor muss berücksichtigt werden.

Ihr Ansprechpartner:

Peter Enste, Durchwahl: 0209/1707-133, enste@iat.eu

Publikation zum Thema: Enste, Peter 2016: Moderne Technik für ein selbstbestimmtes Leben im Alter - was denkt die Zielgruppe? Internet-Dokument. Gelsenkirchen: Inst. Arbeit und Technik. Forschung Aktuell, Nr. 10/2016  http://www.iat.eu/files/forschungaktuell2016-10_1pdf.pdf

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