Freitag, 19. Januar 2018


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INKOTA fordert: EU-Kommission darf Bayer-Monsanto-Fusion nicht genehmigen

Berlin, (lifePR) - Das entwicklungspolitische Netzwerk INKOTA warnt davor, die Übernahme von Monsanto durch die deutsche Bayer AG zu genehmigen, die gestern zur Prüfung bei der EU angemeldet wurde. Wenn neben Bayer-Monsanto auch die Fusionen von ChemChina und Syngenta sowie Dow Chemical und DuPont grünes Licht erhalten, würden in Zukunft nur drei Konzerne rund 70 Prozent des globalen Pestizidmarktes und mehr als 60 Prozent des weltweit verkauften Saatguts kontrollieren. INKOTA fordert von der Bundesregierung, Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einzureichen, wenn die EU-Kommission die Bayer-Monsanto-Fusion genehmigen sollte.

Seit gestern prüft die EU-Kommission die größte Übernahme in der deutschen Unternehmensgeschichte: Die Bayer AG will Monsanto, den umstrittenen Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut und Pestiziden, für 66 Milliarden US-Dollar kaufen. Allein Bayer und Monsanto würden nach dem Zusammenschluss einen Marktanteil von knapp 16 Prozent beim Saatgut und sogar fast 24 Prozent bei Pestiziden halten. Monsanto ist für den weltweiten Vertrieb des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat bekannt, das die Weltgesundheitsorganisation 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hat. Aktuell wird auf EU-Ebene erneut über die Zulassung des Unkrautvernichters diskutiert. „Wenn sich riesige Unternehmen wie Bayer und Monsanto zusammentun, bedeutet das mehr Gift und Gentechnik auf dem Acker – sowohl in Europa als auch im Rest der Welt“, sagt Lena Michelsen vom INKOTA-netzwerk.

Doch „BaySanto“ ist nur ein Teil einer regelrechten Fusionswelle: Die Übernahme von Syngenta durch den chinesischen Chemiekonzern ChemChina ist bereits beschlossene Sache und auch die beiden US-amerikanischen Agrar- und Chemiekonzerne Dow Chemical und DuPont wollen fusionieren. „Die Megafusionen im Agrarbereich bedrohen die kleinbäuerliche Landwirtschaft im globalen Süden: Sie schränken die Vielfalt des verfügbaren Saatguts ein und die Bauern und Bäuerinnen werden immer abhängiger von wenigen großen Konzernen. Wenn es kaum noch Wettbewerb gibt, steigen die Saatgutpreise. Das ist eine große Gefahr für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die weltweit am stärksten von Hunger und Armut betroffen sind“, warnt Lena Michelsen. Außerdem habe der Einsatz von Pestiziden und Mineraldüngern, den die Chemiekonzerne vorantreiben, verheerende Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Landarbeiter.

„Wir müssen eine weitere Konzentration des Agrarsektors unbedingt verhindern. Eine Reformierung des deutschen und europäischen Wettbewerbsrechts ist überfällig: Auch ökologische und soziale Auswirkungen müssen in die Bewertung der Fusionsanmeldungen einfließen. Außerdem muss die Politik neue Rechtsinstrumente schaffen, um zu große Konzerne entflechten zu können“, so Michelsen weiter.

Weitere Informationen:

Offener Brief an die Europäische Kommission zu den geplanten Großfusionen im Agribusiness (vom 27.3.2017)

Vierseitiges Dossier „Bayer & Monsanto – bleibt uns vom Acker“ von INKOTA, Brot für die Welt, FIAN, Forum Umwelt & Entwicklung und MISEREOR

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