Statement von IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Kempff zur Ausbildungssituation im Bezirk der IHK

Gemeinsame Pressekonferenz von IHK Südlicher Oberrhein, HWK Freiburg und den Agenturen für Arbeit Freiburg und Offenburg

(lifePR) ( Freiburg, )
In diesem Jahr muss die IHK Südlicher Oberrhein zum 3. Mal in Folge rückläufige Zahlen bei den Neuzugängen den Ausbildungsverträge verzeichnen. Konnten zum 30.09.2013 noch 4.336 neue Verträge verzeichnet werden, sind es nun noch 4.156 Verträge. Vor drei Jahre lagen wir sogar noch bei 4.514. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der demografische Rückgang der Schulabgängerzahlen, der Trend zur höheren Schulbildung mit einer längeren Verweildauer im Schulsystem und der stärker werdende Wettbewerb mit den akademischen Bildungsgängen, um nur einige zu nennen.

Die dennoch anhaltend hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe spiegelt sich nicht zuletzt auch in den Zahlen der Arbeitsagenturen wieder, die in jüngster Zeit immer mehr offene Stellen als Bewerber ausweisen. Auch die Ausbildungsumfrage der IHK zeigt auf, dass bereits im letzten Jahr 27% der Ausbildungsbetriebe nicht alle angebotenen Ausbildungsstellen besetzen konnten, weil keine geeigneten Bewerber zur Verfügung standen. Ein Viertel davon hatte sogar gar keine Bewerbungen erhalten. Hochgerechnet auf die Gesamtheit aller Ausbildungsbetriebe dürften im Ausbildungsjahr 2013 allein im IHK-Bereich etwa 500 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sein.

Der Rückgang der Ausbildungszahlen hat in diesem Jahr besonders stark den kaufmännischen/dienstleistenden Bereich getroffen, der mit -6,4% besonders hohe Verluste hinnehmen musste. Der gewerblich-technische Bereich weist in der Summe zwar noch einen leichten Zuwachs von 0,4% auf, regional betrachtet sind aber deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Ebenso in den einzelnen Berufsfeldern. So werden beispielsweise die leichten Verluste im Metall- und Elektrobereich durch Zuwächse in anderen Sparten kompensiert. Im Dienstleistungsbereich ist nach wie vor der Hotel- und Gaststättenbereich das Sorgenkind, der erneut 12% weniger Verträge vorweisen kann und dessen Ausbildungszahlen sich seit 2007 nahezu halbiert haben. Hier ist dringend eine Trendwende erforderlich, um die hohe Qualität und Servicebereitschaft der regionalen Gastronomie und Hotellerie zu erhalten.

Regional betrachtet weisen der Landkreis Emmendingen mit -11% und die Stadt Freiburg mit -8,5% die höchsten Verlustraten auf, während der Ortenaukreis mit -1,6% und der Breisgau-Hochschwarzwald mit +0,3% die stabilisierenden Bereiche der Kammer sind. Beide, der Ortenaukreis und Breisgau-Hochschwarzwald, punkten mit +2,4% bzw. +9,6% aber vor allem im gewerblich-technischen Bereich und mussten im kaufmännischen/dienstleistenden Bereich mit -4,0% bzw. -3,4% ebenfalls deutliche Verluste hinnehmen.

Da nach wie vor davon ausgegangen werden muss, dass auch in Zukunft in der Wirtschaft deutlich mehr beruflich qualifizierte, als akademisch gebildete Fachkräfte benötigt werden, muss dieser Entwicklung von Seiten aller Beteiligten, den Kammern, den Verbänden, aber auch den Unternehmen selbst entgegengewirkt werden, um die Leistungsfähigkeit der regionalen Wirtschaft zu erhalten.

Mit "Unternehmer machen Schule!" ist bereits eine konzertierte Aktion zwischen IHK und den Unternehmern angelaufen, die insbesondere den Gymnasiasten aufzeigen soll, dass es neben dem Studium auch noch andere berufliche Perspektiven gibt. Die hohe Anzahl von über 90 beteiligten Unternehmern zeigt eindrucksvoll, dass diesen die Gewinnung von Fachkräften und auch die Besetzung der Ausbildungsstellen besonders am Herzen liegt.
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