Ausbildungsbonus erhöht Ausbildungsreife nicht

(lifePR) ( Halle (Saale), )
Der von der Bundesregierung geplante Ausbildungsbonus für die Vergabe von Ausbildungsplätzen an schwer vermittelbare Jugendlichen ist für Unternehmen nicht von entscheidender Bedeutung. Das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) bei über 100 ihrer Mitgliedsunternehmen.

Für 90 Prozent der Unternehmen beeinflusse der Ausbildungsbonus die Entscheidung für die Vergabe des Ausbildungsplatzes nicht.

Hemmnisse für eine Berufsausbildung in den Unternehmen seien die mangelnde Ausbildungsreife der Jugendlichen, unsichere wirtschaftliche Perspektiven von Unternehmen sowie die Höhe der Aufwendungen für eine Ausbildung.

"Auch die Zahlung eines Bonusses erhöht die Ausbildungsfähigkeit des Jugendlichen nicht", erklärt IHK-Geschäftsführerin Dr. Simone Danek bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. Bei knapp 30 Prozent der befragten Unternehmen seien im letzten Jahr angebotene Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben. "Bei zwei Drittel dieser Unternehmen haben sich keine geeigneten Jugendlichen beworben.

Bei dem restlichen Drittel traten die Jugendlichen die Stelle nicht an", so Danek weiter.

Für Jugendliche mit einem guten Zeugnis werde derzeit von den Unternehmen der "rote Teppich" ausgerollt. Aber auch Jugendliche mit durchwachsenen Leistungen sollten sich über die Vielzahl der Berufsbilder informieren, geeignete Berufe erkunden und sich bewerben. "Von künftigen Auszubildenden, die mehrere Lehrverträge in der Tasche haben, wünschen sich die Unternehmen eine schnelle Entscheidung", appelliert Danek an die Schulabsolventen. So erhielten auch andere Bewerber eine Chance.

Laut IHK-Umfrage spürten ein Viertel der Unternehmen auf Grund der stark rückläufigen Bewerberzahlen die demografische Entwicklung bereits deutlich. Bedenklich sei, dass über die Hälfte der Unternehmen mangelnde Ausbildungsreife heutiger Schulabgänger vor allem bei elementaren Rechenfertigkeiten, Leistungsbereitschaft und Motivation, mündlichem und schriftlichem Ausdrucksvermögen sowie Belastbarkeit feststellten. Mehr Ausbildungsplätze wären aus Sicht der Unternehmen möglich, wenn die schulische Vorbildung der Bewerber und die Beschäftigungsperspektiven im Anschluss an die Ausbildung besser wären. Ein Viertel der Unternehmen halte eine finanzielle Unterstützung der Ausbildung für lernschwache Jugendliche, so zum Beispiel für eine sozialpädagogische Betreuung, für geeignet. Zwei Drittel der Unternehmen machten aber deutlich, dass öffentliche Unterstützungsmaßnahmen das Kernproblem nicht lösten: Entscheidend für Unternehmen sei immer die Ausbildungsreife der Schulabgänger.

Diese Ergebnisse habe eine zusätzliche IHK-Blitzumfrage bestätigt. So hätten erst 40 Prozent der Unternehmen aus der IHK-Lehrstellenbörse ihre Ausbildungsplätze bereits besetzen können. Auch hier nannten die Unternehmen als Hauptgründe "Keine geeigneten Bewerber gefunden" und "Schlechte Schulnoten".

Außerdem seien bereits geschlossene Ausbildungsverträge wieder zurückgegeben worden.
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