Hilfe nicht nur auf Autokonzerne konzentrieren

42 Mittelständler nutzten bisher IHK-Hotline

(lifePR) ( Erfurt, )
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für heute die Konzernspitze und den Betriebsrat von Opel zu einem Krisengespräch ins Kanzleramt eingeladen. Mit dabei sind auch die Ministerpräsidenten der Länder, in denen Opel in Deutschland produziert. Kommenden Mittwoch trifft sich dann Ministerpräsident Dieter Althaus mit den Thüringer Branchenvertretern in der Erfurter Staatskanzlei.

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Niels Lund Chrestensen, hat indessen davor gewarnt, die staatlichen Hilfen nur auf die Automobilkonzerne zu konzentrieren. "Schließlich leben wir in einem Wirtschaftskreislauf", so Chrestensen. Da falle eine Abgrenzung äußerst schwer. Auch mittelständische Metall- und Stahlbearbeitungsbetriebe, Werkzeug- und Schraubenhersteller, Recyclingunternehmen, Kunststoffproduzenten bis zu Autohandel und Kfz-Dienstleistungen seien betroffen. "Bundes- und Landesregierung stehen jetzt vor der schwierigen Aufgabe, ein staatliches Rettungspaket zu schnüren, das Betriebe und Arbeitsplätze sichert, ohne dabei entscheidend in den Wettbewerb einzugreifen", beschreibt der IHK-Präsident die anstehenden Herausforderungen an die Politik.

Die Kammer habe bereits vor drei Wochen das Projekt "Unternehmenssicherung" gestartet, um gefährdete Betriebe konkret über Liquiditätshilfen und Bürgschaftsprogramme zu beraten. Auf acht Regionalforen würden gegenwärtig IHK, Aufbaubank, Bürgschaftsbank und Agentur für Arbeit die Firmen gezielt informieren. Inzwischen hätten insgesamt 42 Unternehmen über die eigens geschaltete Hotline (0361 3484-315) eine Unterstützung nachgefragt. Die Mehrzahl davon beschäftige 20 bis 50 Mitarbeiter und klage über Auftragsstornierungen, Zahlungsausfälle und daraus resultierende Liquiditätsengpässe.

"Wir stehen weiterhin zu unserer Zusage und helfen kurzfristig", verweist Chrestensen auf den Einsatz der IHK-Finanzexperten vor Ort innerhalb von 48 Stunden. Nur eine konkrete Situationsanalyse im Unternehmen könne die Grundlage für einzuleitende Maßnahmen zur Liquiditätssicherung oder Neuausrichtung der Geschäftsstrategie bilden. "Politik und Wirtschaft müssen jetzt an einem Strang ziehen, um den Standort Thüringen zu sichern", fordert der IHK-Präsident. Dies könne nur gemeinsam gelingen mit einem abgestimmten Paket von staatlichen Maßnahmen und einzelbetrieblicher Beratung.
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