Montag, 20. November 2017


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Wirtschaft weiter im Konjunkturhoch

Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Frühjahr 2011 zeigen Hochstimmung bei Industrie und Baugewerbe / Ertragsentwicklung und Fachkräfteverfügbarkeit verschlechtern sich branchenübergreifend

Dresden, (lifePR) - Der konjunkturelle Aufwärtstrend der Wirtschaft im Kammerbezirk Dresden hält im Frühjahr 2011 an. Die Geschäftslage der Unternehmen verbesserte sich erneut, die Stimmung bleibt optimistisch. Eine überaus starke Exporttätigkeit sowie eine weiter anziehende Binnenkonjunktur bescheren der Wirtschaft ein anhaltendes Konjunkturhoch. Die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen bleiben auf hohem Niveau und stabilisieren das Wachstum. Die politischen Umwälzungen in Nordafrika und auf der Arabischen Halbinsel sowie die Umweltkatastrophe in Japan haben sich offenbar bisher kaum auf die Lagebeurteilung ausgewirkt. Allerdings ist der Blick in die geschäftliche Zukunft nicht sorgenfrei - so dürften ansteigende Preise für Energie, Kraft- und Rohstoffe die Erträge weiter schmälern. Ebenso bleiben die Binnennachfrage und Konsumlaune nicht zu unterschätzende Konjunkturrisiken, so das Fazit der Konjunkturumfrage der IHK Dresden im Frühjahr 2011, an der sich 600 Unternehmen des Kammerbezirks mit rund 23.000 Beschäftigten aus Industrie, Bauwirtschaft, Groß- und Einzelhandels sowie aus dem Verkehrs- und Dienstleistungsgewerbe beteiligten.

Branchenbewertung

Die Industrie hat als Konjunkturmotor weiter kräftig zugelegt. Aufträge und Umsätze sind im In- und Ausland weiter gewachsen, sodass die Produktionskapazitäten in jeder zweiten Firma zu mehr als 85 % ausgelastet sind. Im 1. Quartal 2011 wurde gegenüber 2010 ein Umsatzplus von 15,7 % erzielt. Die Prognosen der Industriebetriebe bleiben optimistisch, lassen aber erkennen, dass der bisherige Schwung etwas nachlassen dürfte.

Zwei Drittel der befragten Baufirmen (Jahresbeginn 50 %) berichten über eine gute Geschäftslage, lediglich 2 % über eine schlechte (Jahresbeginn 7%). Die gestiegene Investitionstätigkeit in der gewerblichen Wirtschaft, im Wohnungsbau sowie im Straßenbau führten in den ersten Monaten 2011 zu Auftrags- und Umsatzzuwächsen. Bei zwei Drittel der Firmen sind die Baukapazitäten zu über 85 % ausgelastet. Die Prognosen gehen vor dem Hintergrund weiterer Bauinvestitionen und der saisonalen Entwicklung von einer erneuten Verbesserung aus.

Das Stimmungsbarometer in der Dienstleistungswirtschaft ist nochmals gestiegen. Insbesondere die Bereiche Unternehmensservice, Immobilienwirtschaft und Finanzdienstleistungen profitieren vom Aufschwung der Industrie und der erhöhten Nachfrage der Verbraucher. Gleichwohl lassen sich die Spitzenwerte der Auftrags-und Umsatzentwicklung nicht mehr halten, sie geben etwas nach.

Das Geschäftsklima im Handel, das sich zu Jahresbeginn 2011 überaus freundlich zeigte, gibt nun nach. Die Branche profitierte in erster Linie nach der Überwindung der Wirtschaftskrise von der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt und einer bislang niedrigen Inflation, die verbunden mit guten Konjunkturaussichten die Kauflaune der Verbraucher anregte. Zudem trug das gute Weihnachtsgeschäft maßgeblich zur verbesserten Stimmung bei. Das Wachstum dürfte sich in kleineren Schritten fortsetzen.

Die Geschäftsentwicklung der Unternehmen im Verkehrsgewerbe ist insgesamt zufriedenstellend verlaufen. 40 % (Jahresbeginn 39 %) beurteilen ihre Geschäftslage mit "gut" und 13 % mit "schlecht" (Jahresbeginn 10 %). Insgesamt wird die Entwicklung vor allem von Unternehmen geprägt, die von der positiven Auftragsentwicklung im Baugewerbe (Tiefbau), der erhöhten Nachfrage im Handel und der steigenden Exportgeschäfte der Industrie profitieren konnten.

Zusatzbefragung

Die von den Unternehmen genannten Risiken der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung dominieren mit 59 % die Energie- und Kraftstoffpreise sowie die Rohstoffpreise mit 44 %, da sie in hohem Maße die Ertragslage der Firmen belasten. Bei den privaten Verbrauchern führt die Erhöhung der Energiepreise zudem zur Minderung der Kaufkraft. Die Entwicklungen von Binnennachfrage, Arbeitskosten und der Fachkräftemangel folgen als weitere große Unsicherheitsfaktoren.

In nahezu allen Wirtschaftsbereichen (außer Großhandel und Verkehrsgewerbe) hat es seit Jahresbeginn eher Personalzuwachs als -abbau gegeben. Die Nachfrage wird sich in den nächsten Monaten deutlich fortsetzen. 32 % der befragten Unternehmen planen die Erweiterung der Personalkapazitäten. Ein Rekordwert! - die bislang höchste Prognose lag Anfang 2006 bei 24 %. Am größten ist die Nachfrage in der Industrie mit 37 % und im Dienstleistungsbereich mit 34 %. Branchenübergreifend sind Angebotsengpässe bei Fachkräften nicht zu übersehen. Berichteten zum Jahresbeginn 2010 noch 29 % der Betriebe über Behinderungen der Geschäftstätigkeit durch fehlende Fachkräfte, so sind es nach 41 % Anfang 2011 jetzt bereits 44 %.

Mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit ab 01.05.2011 besteht für Arbeitskräfte und Auszubildende aus den seit 2004 zur EU gehörenden Staaten die Möglichkeit des uneingeschränkten Zugangs zum deutschen Arbeitsmarkt. Diese Möglichkeiten wollen hinsichtlich der Arbeitnehmer derzeit nur wenige Firmen nutzen. Das betrifft ebenso die Einstellung von Auszubildenden, hier ist aber im Vergleich zum Jahresanfang 2011 das Interesse etwas gewachsen. Allerdings dürften viele Firmen noch die ersten Erfahrungen abwarten.

Industrie- und Handelskammer Dresden

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) ist mit 94.000 Mitgliedern aus den Branchen Industrie, Handel, Dienstleistungen, Verkehr, Bau, Hotellerie und Gastronomie der größte Interessenvertreter der regionalen Wirtschaft im Direktionsbezirk Dresden. Bei einer jährlichen Wirtschaftsleistung von mehr als 20 Milliarden Euro verantworten die IHK-Unternehmen rund 350.000 Arbeits- und über 17.500 Ausbildungsplätze. Neben der Hauptgeschäftsstelle in Dresden ist die IHK in Bautzen, Kamenz, Görlitz, Zittau und Riesa vertreten. Seit 1991 ist sie neben 80 IHKs deutschlandweit Mitglied des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin.

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