Mittwoch, 26. Juli 2017


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IHK-Konjunkturumfrage: Unternehmen starten zuversichtlich ins neue Jahr

Aachen, (lifePR) - Die Wirtschaft in der Region Aachen bleibt unverändert auf Wachstumskurs. Aktuell beurteilen 44 Prozent der Betriebe die gegenwärtige Geschäftslage positiv, nur neun Prozent sind unzufrieden. „Der Regierungswechsel in den USA, der ‚Brexit‘ oder mögliche Einschränkungen des Freihandels scheinen die Wirtschaft bislang nicht zu verunsichern“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer. Die Lage der Betriebe ist seit mehr als zwei Jahren auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, an der sich 265 Unternehmen mit insgesamt mehr als 27.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Ein Drittel aller Befragten berichtet von gestiegenen Erträgen in den vergangenen Monaten. Bei rund einem Fünftel sind sie hingegen gesunken. Die Aussichten aller Wirtschaftszweige für das Jahr 2017 bleiben gut. Drei von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Geschäfte in den kommenden Monaten verbessern werden, nur jeder siebte Betrieb erwartet eine Verschlechterung.

„Die Sorge vor steigenden Energie- und Rohstoffpreisen hat bei den Unternehmen angesichts der Preisentwicklung in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer. „Die positiven Auswirkungen des ‚Sonder-Konjunkturprogramms‘ durch den niedrigen Ölpreis werden sich daher in den kommenden Monaten deutlich abschwächen.“

Lage in der Industrie bleibt auf gutem Niveau

Die Geschäftslage der Industriebetriebe ist weiter auf einem guten Niveau, hat sich aber seit der zurückliegenden Umfrage gering-fügig verschlechtert. Immer noch melden vier von zehn Unternehmen gute Geschäfte, allerdings ist jeder sechste Betrieb gegenwärtig nicht zufrieden. Diese Entwicklung ist auf einen Rückgang der Umsätze in den vergangenen sechs Monaten zurückzuführen. Bei drei von zehn Betrieben sind sie gestiegen, bei geringfügig mehr Unternehmen sind sie jedoch gesunken. Die durchschnittliche Auslastung der Produktionskapazitäten liegt mit 81 Prozent weiter über dem Niveau des langjährigen Durchschnitts von 80,3 Prozent.

Dienstleister melden gute Geschäfte

Die bereits sehr gute Situation im Dienstleistungssektor hat sich seit Herbst 2016 noch einmal verbessert. Die Hälfte aller Unternehmen meldet eine positive Geschäftslage, nur jeder zwanzigste Betrieb berichtet von schlechten Geschäften. Bei annähernd der Hälfte aller Dienstleister hat sich der Umsatz in den vergangenen sechs Monaten erhöht, bei einem Sechstel ist er gesunken.

Handel weiter zufrieden

Die gute Geschäftslage im Handel hat sich seit dem Herbst kaum verändert. Fast die Hälfte aller Unternehmen ist mit der aktuellen Situation zufrieden, nur jedes vierzehnte ist nicht zufrieden. Im Großhandel berichtet ebenfalls fast die Hälfte aller Befragten von guten Geschäften. Jeder zehnte Betrieb ist unzufrieden. Im Einzelhandel hat sich die sehr gute wirtschaftliche Lage seit dem Herbst kaum verändert. Zwei Drittel der Unternehmen beurteilen das Geschäft derzeit als gut, jeder zehnte Betrieb bewertet es als schlecht.

Stimmung im Bau sehr gut

Der „Boom“ im Wohnungsbau hält wegen der niedrigen Zinsen weiterhin an. Die Rekordwerte der Unternehmen im Baugewerbe vom Herbst 2016 wurden allerdings nicht noch einmal erreicht. Die Hälfte aller Betriebe berichtet von guten Geschäften, kein Unternehmen ist unzufrieden.

Exporterwartungen steigen deutlich

Mit einer Exportquote von rund 45 Prozent hat das Auslandsgeschäft eine besondere Bedeutung für die Konjunktur in der Aachener Region. Die Nachfrage aus dem Ausland konnte allerdings im vergangenen Jahr nicht mit der Entwicklung im Inland mithalten. Zum Jahresende berichtet jedes dritte Unternehmen von verringerten Exportumsätzen, nur bei jedem fünften sind sie gestiegen. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben dabei überwiegend auch eine negative Tendenz. Trotzdem erwarten deutlich mehr Unternehmen als zuletzt eine Verbesserung des Auslandsgeschäfts für die kommenden Monate. Rund 40 Prozent der Industriebetriebe rechnen mit einer günstigen Entwicklung des Exports, nur sechs Prozent der Unternehmen geht von einer ungünstigen Entwicklung aus.

Positive Ertragslage bleibt stabil

Die Mehrheit der Unternehmen im Kammerbezirk Aachen berichtet von gestiegenen Erträgen in den zurückliegenden sechs Monaten. Bei jedem dritten Betrieb haben sich die Erträge erhöht, bei jedem fünften Befragten sind sie gesunken.

Unveränderter Personalbedarf

Der Arbeitsmarkt hat sich auch im zurückliegenden Jahr positiv entwickelt. Die Beschäftigung in Deutschland hat neue Rekordhöhen erreicht. Und auch in den kommenden Monaten wollen die Unternehmen in der Region Aachen mehrheitlich Personal einstellen. Ein Viertel der Betriebe geht von einem steigenden Personalbedarf aus, ein Fünftel erwartet einen Rückgang der Beschäftigung.

„Es wird allerdings immer schwieriger, den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern zu decken;“ führt Bayer aus: „Inzwischen betrachtet die Hälfte aller befragten Unternehmen den Fachkräftemangel als die größte Gefahr für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung der Konjunkturrisiken.“

Die Nachfrage nach Personal spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. „Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren beachtlich entwickelt“, sagt Bayer. „Noch vor zehn Jahren lag die Arbeitslosigkeit in der Region Aachen bei 11,9 Prozent – heute liegt sie bei 6,7 Prozent. Das ist ein Rückgang um 40 Prozent!“ In Nordrhein-Westfalen liegt die Quote aktuell bei 7,4 Prozent, auf Bundesebene bei 6,1 Prozent.

Der aktuelle Konjunkturbericht ist auf der Internetseite der IHK Aachen unter www.aachen.ihk.de/konjunkturbericht zu finden.

Geschäftslage und -erwartung in den Teilregionen

Städteregion Aachen: Stadt Aachen

Die Lage der Unternehmen in der Stadt Aachen ist erneut sehr positiv. 56 Prozent aller Betriebe melden gute Geschäfte, nur zwei Prozent sind nicht zufrieden. Vor allem bei den Dienstleistern (Saldo: +76) und im Einzelhandel (Saldo: +50) ist die Situation besonders gut. Die guten Geschäftsaussichten haben sich seit Herbst 2016 kaum verändert. 37 Prozent der Unternehmen gehen von besseren Geschäften in den kommenden Monaten aus, zwölf Prozent von schlechteren. Die besten Aussichten haben der Großhandel (Saldo: +50) und das Baugewerbe (Saldo: +41).

Übrige Städteregion Aachen

Im ehemaligen Kreis Aachen berichten 41 Prozent der Betriebe von einer positiven Geschäftslage, zwölf Prozent sind unzufrieden. Am besten sind die Berichte aus dem Baugewerbe (Saldo: +55) und aus dem Großhandel (Saldo: +43). Eine Veränderung der positiven Lage ist nicht in Sicht: 26 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass sich die Lage verbessern wird, zwölf Prozent erwarten einen Rückgang des Geschäfts. Am zuversichtlichsten sind das Baugewerbe (Saldo: +36) und die Industrie (Saldo: +18).

Kreis Düren

Im Kreis Düren bewerten 42 Prozent aller Betriebe die aktuelle Situation als gut, elf Prozent bezeichnen sie als schlecht. In einer guten Lage befinden sich insbesondere das Baugewerbe (Saldo: 69) und der Großhandel (Saldo: +54). Die Erwartungen bleiben unverändert hoch: 25 Prozent der Befragten rechnen mit besseren Geschäften, 12 Prozent mit schlechteren. Positive Erwartungen hat insbesondere die Industrie (Saldo: +18).

Kreis Euskirchen

Die Lage der Unternehmen im Kreis Euskirchen hat sich seit dem Herbst deutlich verschlechtert: Nur 19 Prozent sind zufrieden, zwölf Prozent sind es nicht. Von überwiegend guten Geschäften berichtet nur die Industrie (Saldo: +5). Der Großhandel (Saldo:
-34) und die Dienstleister (Saldo: -23) sind hingegen überwiegend unzufrieden. Die Aussichten haben sich allerdings deutlich verbessert: 21 Prozent aller Betriebe rechnen mit einer positiven Veränderung, nur fünf Prozent gehen von einer Verschlechterung der Geschäfte aus. Positive Erwartungen haben vor allem die Dienstleister (Saldo: +26) und der Großhandel (Saldo: +25).

Kreis Heinsberg

Die Situation im Kreis Heinsberg hat sich leicht verbessert: 52 Prozent der Unternehmen melden eine gute Geschäftslage, nur sieben Prozent bewerten die Lage als schlecht. Gut geht es vor allem dem Einzelhandel (Saldo: +75), dem Großhandel (Saldo: +71) und dem Baugewerbe (Saldo: +60). Gleichzeitig erwartet die Mehrheit der Unternehmen eine günstige Entwicklung der Konjunktur: 32 Prozent gehen von einer guten Entwicklung der Geschäfte aus, 24 Prozent erwarten einen Rückgang. Besonders hoch sind die Erwartungen im Großhandel (Saldo: +43) und in der Industrie (Saldo: +19).

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