Freitag, 26. Mai 2017


Versorgungsmanagement im Gesundheitswesen -Pharmaindustrie und Kassen sind zu gemeinsamem Handeln aufgefordert

Tenor bei der IMS-Kundentagung 2008

(lifePR) (Frankfurt, ) Die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens liegt im Versorgungsmanagement ("Managed Care"). So lautete der Konsens bei der diesjährigen Kundentagung von IMS Health in Frankfurt am achten und neunten Oktober. Auf der mit mehr als 200 Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltung trafen Marktforscher, Marketing- und Vertriebsmanager sowie Gesundheitspolitiker zusammen.

Veränderungen in der Versorgungslandschaft schon ab Januar 2009 zu erwarten

Der Gesundheitssektor steht in verschiedener Hinsicht im Zeichen des Wandels. Vor allem der ab Januar 2009 zur Geltung kommende Gesundheitsfonds zwingt Pharmaindustrie und gesetzliche Krankenkassen zu einem raschen Paradigmenwechsel. Denn an den Gesundheitsfonds ist ein morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) gekoppelt, der die Einnahmenseite der Krankenkassen neu definiert. So erhalten die Kassen aus dem Fonds für ihre Versicherten standardisierte Zuweisungen, die unter anderem nach Alter und ausgewählten Krankheiten differenziert sind.

Wie der Leiter des bei IMS neu geschaffenen Bereichs "Gesundheitssystemforschung und Risikostrukturmanagement", Dr. Thomas Drabinski, erläuterte, bedeutet das, dass die Krankenkassen auf der Einnahmenseite praktisch keine Differenzierungsmöglichkeiten mehr haben, um sich von anderen Krankenkassen zu unterscheiden. Demnach müssen Kassen neue Wege gehen, um sich im Wettbewerbsumfeld zu positionieren.

Vor diesem Hintergrund werden Selektivverträge für die Krankenkassen zu einer maßgeblichen Wettbewerbs-Stellschraube. Das Ziel individueller Selektivverträge besteht darin, für Versicherte und Patienten neue und passgenaue Versorgungsangebote zu schaffen, mit denen eine qualitativ hochwertige und von anderen Kassen unterscheidbare Versorgung umgesetzt werden kann.

Ein zentrales Thema der IMS-Tagung war die zukünftige Entwicklung der Integrierten Versorgung (IV) und von Rabattverträgen. In diesem Zusammenhang wird zu beobachten sein, wie das Auslaufen der Anschubfinanzierung der IV eine Fortsetzung entsprechender Modelle weiterhin ermöglicht. Auch Rabattverträge, die seit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz intensiv eingesetzt werden, müssen sich im Kontext der neuen Rahmenbedingungen bezüglich der Versorgungsrelevanz und der Qualität beweisen.

So sind Rabattverträge bislang weitgehend auf Generika gerichtet, doch liegen auch schon Verträge über patentgeschützte Medikamente nahe. Erste, in der Regel noch kleinere Modellvorhaben wurden zwischen Kassen und Arzneimittelherstellern bereits initiiert. Auch wenn diesen nach dem Anteil an allen Verträgen zur Zeit noch eine relativ geringe Bedeutung zukommt, wie IMS-Marktdaten zeigen, könnte sich dies in naher Zukunft in Zusammenhang mit individuellen Selektivverträgen ändern.

Neue Vertragspartnerschaften gefordert

Übereinstimmung bestand bei den Referenten, dass es zwingend neuer Partnerschaften bedarf, um das Versorgungsmanagement schon ab dem nächsten Jahr erfolgreich zu gestalten. So betonte Brigitte Käser, Geschäftsführerin des Bereiches Gesundheitsmanagement ambulant bei der AOK Niedersachsen, die Rolle von Pharmaindustrie und Krankenkassen als gemeinsamer Initiatior neuer Versorgungsprogramme. Für die Kassen vollziehe sich ein Wandel vom Mitglieder- zum Morbiditätswettbewerb, für die Industrie vom produktorientierten zum Service- und Qualitätsanbieter. Die Kassen müssten nun Versorgung gestalten und nicht länger nur bei den Leistungserbringern einkaufen. Gemeinsame Versorgungsforschung und darauf basierendes Versorgungsmanagement sei daher Aufgabe beider Seiten. Rabattverträge mit Originalpräparaten seien dabei als Bestandteil von Versorgungsmodellen aufzufassen, Verträge zur IV eingeschlossen. Die Einbindung der Pharmaindustrie in entsprechende Verträge ermögliche dieser auch, die Marktposition ihrer Präparate längerfristig zu sichern.

Die Bedeutung der IV und damit verbundene Gestaltungsoptionen für die Industrie hob auch Susanne Eble, Leiterin Gesundheitsmanagement bei Berlin Chemie, hervor. Mit der schon vor Jahren geschaffenen Möglichkeit zur IV sei eine Strukturveränderung auf den Weg gebracht worden, deren Wirkung naturgemäß eine längere Zeitdauer beanspruche als pure Kostendämpfungsgesetze. Für die Industrie böten sich hier verschiedene Gestaltungsoptionen wie z.B. sektorübergreifende Kooperationen. Es komme ein neuer Wettbewerb um Patienten und Versicherte in Gang, der das Patientenmanagement in den Vordergrund stelle, das ohne Arzneimittel nicht sinnvoll zu bewerkstelligen sei.

Ohne neutrale Marktdaten geht es nicht

Unstrittig war unter den Referenten auch, dass für die Bewältigung der neuen Anforderungen neben innovativen Ideen auch zuverlässige Marktdaten, Managementkompetenz und neue Analyse- und Software-Lösungen benötigt werden.

IMS verfügt über die relevanten Daten, über die notwendige Expertise und über neue Instrumente, um die Akteure bei den neuen Herausforderungen zu unterstützen. Wie dies aussehen könnte, wurde auf der IMS-Kundentagung anhand von beispielhaften Morbi-RSA-Modellierungen für die Morbiditätsgruppe "Demenzerkrankungen" dargestellt. Hier erweist sich die Planung des Gesetzgebers als diskrepant gegenüber der Verordnungsrealität.

Zu Praxisnetzen, die im Rahmen von Selektivverträgen eine entscheidende Bedeutung bekommen, liegen bei IMS bereits detaillierte Statistiken und Informationen vor. Verordnungsdaten über Therapiegebiete und Diagnosen, Analysen zu Rabattverträgen, auch auf regionaler Ebene, und weitere Beratungsleistungen runden das Spektrum der derzeitigen IMS-Angebote ab.

IMS HEALTH GmbH & Co. OHG

IMS HEALTH ist seit über 50 Jahren der weltweit führende Anbieter von Informationen und Dienstleistungen für den Pharma- und Gesundheitsbereich.

In mehr als 100 Niederlassungen weltweit verknüpft IMS unzählige Healthcare Informationen mit großem Analyse Know-how und umfangreicher Consulting Expertise. Neu bei IMS Health Deutschland ist der Bereich "Gesundheitssystemforschung und Risiko-Strukturmanagement" für Payer-Markt-Angebote.

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