Sonntag, 28. Mai 2017


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IHK setzt sich für Gleichstellung ausländischer Berufe ein

Irena Behmen aus Eching erhielt ersten Anerkennungsbescheid in Oberbayern

(lifePR) (München/Eching, ) Qualifizierte Mitarbeiter sind im wirtschaftsstarken Oberbayern gesucht: Nach Berechnungen des IHK-Fachkräftemonitors werden zwischen Altmühltal und Zugspitze bis 2016 im Jahresschnitt rund 92.000 Fachkräfte fehlen. Trotzdem werden Mitarbeiter, die ihre Ausbildung im Ausland absolviert haben, oftmals in Jobs eingesetzt, die ihrer eigentlichen Qualifikation nicht entsprechen. Der Grund: Es fehlt ein Vergleich der Qualifikationen. Damit soll mit der Foreign Skills Approval (IHK FOSA) in Nürnberg nun Schluss sein.

Aufgabe der FOSA ist es, zentral für 77der 80 IHKs ausländische Qualifikationen auf ihre Gleichwertigkeit mit deutschen Abschlüssen in IHK-Berufen zu prüfen: „Eine Gleichwertigkeitsfeststellung kann den vielleicht lange verschlossenen Weg zu einer Anstellung im erlernten Beruf öffnen“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern.

Im Rahmen des Verfahrens legt die FOSA eine deutsche Vergleichsqualifikation fest. Hauptkriterien, um die Gleichwertigkeit zu erlangen, sind die Ausbildungsinhalte, die Ausbildungsdauer und die Berufserfahrung. Nach rund drei Wochen erhält der Antragsteller einen Bescheid, der die Gleichwertigkeit mit der deutschen Qualifikation bestätigt. „Das hilft nicht nur den ausländischen Bewerbern, sondern auch den Unternehmen, die Fähigkeiten und Kenntnisse dieser Fachkräfte besser einzuschätzen und zuzuordnen“, ist Driessen sicher.

Bislang hat die FOSA 86 Anträge aus Oberbayern erhalten und die ersten sieben Anerkennungsbescheide ausgestellt. Die meisten der oberbayerischen Antragsteller kommen aus Osteuropa, aber auch Länder wie Peru, Argentinien, Kenia, Ghana oder der Senegal sind vertreten. Die Palette der anerkannten Berufe reicht dabei von Bürokaufleuten über Köche und Konstruktionsmechaniker bis hin zum Elektroniker für Automatisierungstechnik.

Irena Behmen aus Eching erhielt als erste Antragstellerin in Oberbayern den FOSA-Bescheid. Die 33-jährige Kauffrau für Bürokommunikation aus Tschechien lebt seit acht Jahren in Deutschland und arbeitete als Verkäuferin. Trotz Abitur und mehrjähriger Berufserfahrung konnte sie bislang in Deutschland im kaufmännischen Bereich nicht Fuß fassen. „Ich habe bei meinen bisherigen Vorstellungsgesprächen gemerkt, dass die Unternehmen mit meinen tschechischen Zeugnissen und Qualifikationen allein nicht viel anfangen können“, sagt Behmen. Mit der offiziellen Bestätigung ihres Ausbildungsberufes in der Tasche soll das nun anders werden.

Die IHK vor Ort berät Interessierte bereits im Vorfeld des Anerkennungsverfahrens und steht auch für die Nachbetreuung zur Verfügung, wenn beispielsweise weitere Qualifizierungsschritte nötig sind, um die gewünschte volle Gleichwertigkeit zu erreichen. „Wir wollen dem Fachkräftemangel aktiv begegnen und alle Potenziale ausschöpfen“, betont IHK-Chef Driessen. Dazu sei die Anerkennung und damit Aufwertung ausländischer Berufsabschlüsse ein wichtiger Schritt.

Weitere Informationen zur Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsabschlüsse in IHK-Berufen und dem Ablauf des Verfahrens gibt es auf der Internetseite der IHK für München und Oberbayern unter www.muenchen.ihk.de (Webcode: CKBB28 ).

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