IHK-Jahresempfang in Celle: Mit Mut Weichen stellen

(lifePR) ( Lüneburg, )
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- Fachkräftemangel, Steuerpolitik und Energiewende als Themen
- Staatssekretärin Hawighorst: A 39 gehört zu den wichtigsten Straßenneubauvorhaben in Niedersachsen

Die Wirtschaft erwartet von der Politik mutige und entschlossene Weichenstellungen. Diese Botschaft richtete Eberhard Manzke, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, am Mittwochabend an die Gäste des IHK-Jahresempfangs. Rund 400 Teilnehmer aus Unternehmen, Politik und Verwaltung waren der Einladung der IHK in die Celler Congress Union gefolgt. Als wichtigste Herausforderungen nannte Manzke die Energiewende, die Haushaltskonsolidierung und die Steuerpolitik.

"Hier in Lüneburg und Celle entscheidet und zeigt sich, ob und wie die Energiewende zum Erfolg wird. Gerade Celle mit seiner Kompetenz in der Tiefengeothermie kann einen wichtigen Beitrag zum Gelingen leisten", sagte Manzke und warb für ein partnerschaftliches Vorgehen, das Unternehmen und Kommunen stärker als bisher mit einbezieht.

Die demografische Entwicklung und der Fachkräftemangel seien in den Betrieben angekommen. Durch ausreichend Betreuungsplätze, mehr Ganztagsschulen und längere Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen müsse die Gesellschaft gegensteuern, um Frauen den oftmals schwierigen Spagat zwischen Familie und Beruf zu erleichtern. Ältere Arbeitnehmer müssten einen höheren Stellenwert erhalten. Betriebliches Gesundheitsmanagement und Weiterbildung könnten eine längere Teilnahme am Berufsleben ermöglichen. Schließlich sei auch die Offenheit der Region für Zuwanderer wichtig. Manzke forderte eine Willkommenskultur: "Freuen wir uns, dass diese Menschen kommen und sorgen wir dafür, dass sie auch bleiben wollen."

Schließlich rief Manzke zum Handeln in der Steuerpolitik auf. Er begrüßte die beschlossene Schuldenbremse zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, warnte aber davor, sie über zusätzliche Belastungen der Wirtschaft umzusetzen. Vielmehr seien Haushaltsdisziplin und Ausgabensenkungen, flankiert durch wachstumsfördernde Impulse für die Wirtschaft, das Gebot der Stunde. Hierzu schlug er vor, den Solidaritätszuschlag abzuschmelzen, die "kalte Progression" abzubauen und die degressive Abschreibung auf Anlagevermögen fortzusetzen. "Neben der Schuldenbremse eine Ausgabenbremse und dazu ein Gaspedal für mehr Wachstum in der Wirtschaft", empfahl der IHK-Präsident seinen Zuhörern.

Die Chefin der niedersächsischen Staatskanzlei, Dr. Christine Hawighorst, war kurzfristig mit einem Grußwort für Ministerpräsident David McAllister eingesprungen. Sie hob die gute wirtschaftliche Entwicklung im Land hervor: "Die Wirtschaft bei uns in Niedersachsen wächst im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich und die Arbeitslosenquote liegt mit 6,2 Prozent auf dem niedrigsten Stand in einem Juni seit 20 Jahren." Als aktuell wichtigste Herausforderungen für Politik und Wirtschaft nannte die Staatssekretärin die Schuldenkrise in Europa, die Energiewende, den steigenden Fachkräftebedarf und den weiteren Ausbau der Infrastruktur. "Der Neubau der A 39 von Lüneburg nach Wolfsburg gehört zu den wichtigsten Straßenneubauvorhaben in Niedersachsen", sagte Hawighorst.

Die Staatskanzleichefin kündigte an, Niedersachsen werde den Neubau der Schleuse Lüneburg am Elbe-Seitenkanal als neues Vorhaben im Rahmen der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans Ende 2012 anmelden. "Um ausreichend Kapazitäten für einen Zeitraum von 30 Jahren zu gewährleisten, halten wir - trotz der Generalüberholung des Schiffshebewerks in Scharnebeck - diesen Neubau für notwendig." Diese Einschätzung werde von der Industrie, der maritimen Wirtschaft und den niedersächsischen Landkreisen in der Metropolregion Hamburg geteilt, so Hawighorst.

Zu entschlossenem aber auch besonnenem Handeln in der Energiewende mahnte Gastredner Prof. Dr. Fritz Vahrenholt. Der frühere Vorsitzende der Geschäftsführung der RWE Innogy GmbH beschrieb die Klimaziele der Bundesregierung als ehrgeizig bis unrealistisch. Gleichzeitig ernüchterte er sein Publikum: "Selbst wenn Deutschland seine Ziele zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes erreicht, sparen wir in 20 Jahren gerade mal so viel ein, wie Chinas Emissionen in nur drei Monaten zulegen." Die Energiewende sei zu schaffen, sollte aber ohne verzichtbare Risiken für die Versorgungssicherheit angegangen werden.
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