Mittwoch, 20. September 2017


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Dienstleister aus dem Main-Kinzig-Kreis sind erfolgreich in Europa

Hanau, (lifePR) - Die deutsche Exportmaschine brummt. Hiervon profitiert die gesamte Volkswirtschaft, nicht nur die in der Industrie beschäftigten Arbeitnehmer. Sogar bei den überwiegend kleinen und mittleren Dienstleistungsbetrieben wird der Export wichtiger. Aber noch steckt die Entwicklung bei uns in den Kinderschuhen: Der deutsche Dienstleistungssektor trägt zwar mit fast 70 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei, steuert aber nur 15 Prozent zu den deutschen Exporten bei. Woran liegt das? Einerseits sind nicht alle Dienstleistungen exportfähig - etwa im hoheitlichen Bereich der Schulbildung. Andererseits zeigen die Vergleichszahlen der europäischen Wettbewerber und insbesondere der USA, dass im Dienstleistungsbereich noch ein erhebliches Entwicklungspotenzial ruht.

Damit diese Chancen nicht länger ungenutzt bleiben, führen die hessischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) am 23. und 24. September 2008 in Frankfurt den Kongress "Hessen meets Europe - Services Going Abroad" durch. Aufgezeigt werden die Möglichkeiten, welche unsere europäischen Nachbarn der Dienstleistungsbranche bieten. Viele Branchen könnten mehr Aufträge aus dem Ausland bekommen - nicht nur die IT- und die Kreativwirtschaft, das Transportwesen oder Zulieferer für das Baugewerbe.

Auch im Main-Kinzig-Kreis gibt es schon viele Mittelständler, die gute Erfahrungen bei ihren grenzüberschreitenden Dienstleistungsgeschäften in Europa gemacht haben: Die Hanauer Protonic Software GmbH etwa entwickelt und vertreibt Programme, die im Veranstaltungsmanagement eingesetzt werden, vor allem bei Vermietdienstleistern in der Eventbranche. Seit der Gründung im Jahr 2001 hat sich das junge Unternehmen sprunghaft entwickelt und beschäftigt mittlerweile 20 Mitarbeiter. Laut Geschäftsführer Christopher Pfeil ist der deutsche Markt auf Grund der starken Spezialisierung des Unternehmens relativ schnell "zu klein" geworden. Vor drei Jahren hat er sich deshalb entschlossen, neue Kunden in Westeuropa und den USA zu suchen. Erfolgreich, denn die Exportquote liegt mittlerweile bei über 50 Prozent. "Wir haben ein erklärungsbedürftiges Produkt, das kundenspezifisch mit hohem Personalaufwand modifiziert wird", so der Unternehmer. Deshalb sei neben Sprachkenntnissen die Anpassung der eigenen Dienstleistung an lokale Gegebenheiten ein Erfolgskriterium. Pfeil: "Auch wenn es nicht immer kostengünstig ist - wir müssen vor Ort professionell auftreten, vor allem auf den Fachmessen mit internationaler Ausrichtung".

Einen nicht nur geografisch anderen Weg geht die CID GmbH aus Freigericht: Sie hat sich in diesem Jahr an einem Softwareunternehmen in Litauen beteiligt. CID entwickelt Programme zur Digitalisierung innerbetrieblicher Abläufe sowie von Handelsprozessen. Bereits 1997 gegründet, hat sich das bodenständige Unternehmen trotz der so genannten "Internetblase" stetig positiv entwickelt und gibt inzwischen im Main-Kinzig-Kreis 60 Personen Arbeit. Die große Nachfrage aus dem deutschsprachigen Raum und aus dem Nahen Osten kann allerdings kaum noch bedient werden. Zentrales Problem ist das geringe Angebot von IT-Fachkräften auf dem deutschen Arbeitsmarkt. In Litauen ist Geschäftsführer Alexander Lörch auf den passenden Partner gestoßen: "Wir haben dort ein professionelles Umfeld vorgefunden, das sich auch fachlich ideal mit unserer Ausrichtung ergänzt." Der gemeinsame Auftritt bei den Kunden im In- und Ausland hat dem Freigerichter Unternehmen neue Kundengruppen erschlossen. "Natürlich treffen wir im Baltikum auf eine im Detail andere Unternehmenskultur", so Lörch. Wichtig sei es, mit einer "realistischen" Erwartungshaltung, aufgeschlossen und kompromissbereit den neuen Partnern entgegenzutreten. Dennoch habe man großen Wert auf eine verbindliche und rechtlich abgesicherte Grundlage gelegt. Hier gelt es, nicht an der falschen Stelle zu sparen.

Aus dem Jossgrund nach Rumänien: Unternehmensberater Holger Korn hat in Timisoara gemeinsam mit einem lokalen Partner eine Dependance eröffnet. Korn berät die Automobilindustrie, insbesondere in Fragen des Prozessmanagements und der Organisation. Hierzu gehören die Optimierung von Prozessen, das Qualitätsmanagement, ebenso wie die Entwicklung von personellen Ressourcen. Mit der sich teils Richtung Osten bewegenden Automobilzulieferindustrie verlagert sich auch der Arbeitsschwerpunkt des Unternehmers. Korn sieht allerdings die Chance, schrittweise auch für "einheimische" Unternehmen tätig zu werden. Hierbei kann er auf seinen rumänischen Partner zählen, denn "die Kombination aus Fachkenntnissen und Landessprache ist eines unserer Erfolgskriterien", so Korn. Schwierig war es für den Dienstleister, sich auf die oft bürokratischen Abläufe einzustellen. Während von einem deutschen Unternehmen Zuverlässigkeit und Professionalität erwartet würden, sei insbesondere in der öffentlichen Verwaltung manche Überraschung möglich. Dennoch: "Der Aufwand hat sich gelohnt. Wir sind einer der Pioniere unserer Branche. Den erarbeiteten Vorsprung werden wir nutzen", blickt Korn optimistisch in die Zukunft.

Der Kongress "Hessen meets Europe - Services going abroad" wird in Workshops Chancen und Herausforderungen für deutsche Dienstleister in Europa darstellen. Angesprochen werden Unternehmen unter anderem aus den Bereichen Consulting, IT und Kommunikation, Kreativwirtschaft, Logistik und Ingenieurdienstleistungen. Es besteht im Rahmen des Kongresses die Möglichkeit, mit den Marktexperten der Deutschen Auslandshandelskammern individuelle Gespräche mit Markteintritt zu führen. Weitere Informationen stehen im Internet unter www.hessen-meets.de .

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