Missbrauchsfall Lügde - Opfer-Anwalt Roman von Alvensleben kritisiert Ämter: "Ich halte das für ein Versagen der Behörden"

(lifePR) ( Köln, )
Im Missbrauchsfall von Lügde hat der Anwalt Roman von Alvensleben bei stern TV die zuständigen Ämter massiv für ihr spätes Eingreifen kritisiert: „Ich halte das für ein Versagen der Behörden. Da muss man ganz klar sagen. Ich vertrete ein junges Mädchen, dem dieses ganze Leid hätte erspart werden können, wenn da vernünftig und aufmerksam gearbeitet worden wäre“, sagte von Alvensleben, der das Mädchen vertritt, dessen Mutter den Missbrauch zur Anzeige brachte, was schließlich zur Festnahme des mutmaßlichen Täters Andreas V. führte.

Jahrelang soll Andreas V. auf einem Campingplatz in Lügde-Elbrinxen Kinder missbraucht und die Taten gefilmt haben. Obwohl besorgte Eltern den zuständigen Behörden offenbar mehrfach Hinweise auf mögliche Taten gaben, schritt zunächst niemand ein.

Während wichtige Beweismittel im Fall verschwanden – ein Koffer mit 155 CDs und DVDs ist in einer Detmolder Polizeibehörde nicht mehr auffindbar – war schon die Beweisaufnahme von Pannen geprägt. 83 Tage nach der ersten Durchsuchung des Campingplatzes fand Polizeihundeführer Jörg Siebert noch Beweismaterial in Form eines USB-Sticks und einer Sim-Karte, obwohl der Tatort bereits mehrere Male durchsucht worden war. „Also durch diese – ich sage mal – Müllhalde ist bereits eine Hundertschaft durch und hat das kontrolliert. Und da geht man normalerweise davon aus, dass man da mit dem Hund nichts mehr findet. Normalerweise“, sagte Siebert zu stern TV. „Ich möchte den Kollegen da jetzt nichts vorwerfen. Ich denke schon, dass da ein paar Sachen schiefgelaufen sind. Dass man in dieser Sache ein bisschen akribischer hätte suchen sollen.“

Zustände, die auch Anwalt Roman von Alvensleben nicht nachvollziehen kann, wie er am Mittwochabend bei stern TV sagte: „Es ist nicht erklärbar. Wir haben gesehen, dass die Polizeistation videoüberwacht ist, wir haben auch erfahren, dass nachträglich Unterlagen in Akten vom Jugendamt eingelegt worden sind. Das ist eine klare Manipulation, das darf der Rechtsstaat nicht dulden.“ Durch die diversen Fehler und Nachlässigkeiten könnte es von Alvensleben zufolge möglich sein, dass ein mögliches Urteil gegen Andreas V. milder ausfallen könne: „Es spielt dem Beschuldigten in die Karten und kann dazu führen, dass beispielsweise eine vorzeitige Haftentlassung möglich ist.“
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