Am Tod vorbei gerutscht....

(lifePR) ( Wetter/Ruhr, )
Das letzte Wochenende war sicherlich mit vielen Ereignissen überschattet worden, so daß ich nicht mal weiß, wo ich mit dem Bericht anfangen soll, zu erzählen.

Unsere Strategie in diesem Rennen war, daß Bettina Zirbes und Alexander Klein, den Steyr in Wertung zur Deutschen Meisterschaft fahren sollten, damit sie im Falle eines Problems auf der Strecke, uns helfen können. Wie innerhalb des Reglement bekannt, dürfen während eines laufenden Rennens, nur Teilnehmer in Wertung, sich untereinander helfen. Sobald ein Dritter, selbst bei einem Abschleppmanöver hilft, droht die Disqualifikation des Teams.
Besonders im vorletzten Rennen, Baja Saxonja mussten wir erkennen, daß unser Rennwagen nach der Entwicklungsphase noch "Kinderkrankheiten" hat, die nicht komplett behoben wurden und die Gefahr besteht, das noch weitere techn. Probleme auf uns zukommen können.
Andere Klassenteilnehmer werden sich selbst bei einem Abschleppversuch schwer tun, da sie selbst um eigene Punkte kämpfen und gewinnen möchten. Die Lösung war also Bettina und Alex im Steyr in Wertung als Sicherheitsfaktor mitfahren zu lassen.

Erstaunlicherweise war auch selbst der inzwischen umgerüstete Steyr schnell unterwegs, Alex hatte den Wagen sehr gut im Renntempo unter Kontrolle. Unser zweiter Mechaniker, Niels van der Kolb aus Holland, war im Camp eingeplant, damit wir nach den Läufen in der Nacht, daß Fahrzeug wieder Rennfertig aufbauen konnten.

Mir selbst fehlte somit ein neuer Co-Pilot, den wir schnell gefunden hatten. Richard Hatting, ein Freund der Familie und Premium Sponsor des Hummer Racingteam, erklärte sich für den neuen Job bereit. Es war sein Erster Tag im Offroadgelände, sein Erster Tag im Rennsitz.

Der Prolog lief fast planmäßig ab, wir fuhren eine Super Zeit, trotz Überholmanöver und einem Ausweichversuch eines liegen gebliebenen Fahrzeuges. Der Renn-UNIMOG von Finkel war jedoch noch ein Stück schneller, so daß wir den zweiten Platz erreichten.

Ein neuer Kontrahentwar somit gefunden, mit dem wir uns messen konnten. Noch schwieriger diesen zu knacken war die Tatsache, daß wir feststellen mußten, daß unsere Antriebswelle vorne links, offensichtlich zu kurz war. Selbst bei der Testfahrt im Offroadpark Fürstenau ist uns dieses nicht aufgefallen, da die hiesigen Wellen/ Hügel im Gelände bei Kallinchen, weit größer/ höher waren. Erst hier konnten wir feststellen, daß die Abstimmung von Antriebswelle und Fahrwerk nicht zusammen passten. Aber dennoch, wir waren zuversichtlich, daß wir mit Hilfe der Auffangbänder dieses Problem beheben konnten.

Für Aufsehen sorgten bereits die G-Fraktion, die gleich mit mehreren umgebauten Lenzen-Modellen angerückt sind. Die besten fünf Platzierten waren Mercedes G !

Doch nun kam, daß Unglaubliche, was ich nie wieder vergessen werde.....

Am Freitag starteten die Fahrzeuge zu einem 3,5 Stunden Rennlauf, mit einem etwa 7 KM langem Rundkurs quer durch den Wald, tiefen Sandlöchern, steilen Abhängen und einem kleinen schnellen Sprintstück.
Schon nach den ersten Metern zeichnete sich ab, daß die Auffangbänder die wir erheblich gekürzt hatten, nicht das Problem des größeren Federweg beheben konnten, somit die Antriebswelle beim eintauchen, abriss. Wir konnten dennoch stets gute Rundenzeiten verzeichnen, hatten das Feld bereits zweimal überrundet, doch dann war ich für einen Moment unkonzentriert in den tiefen Sand gefahren. Mit reiner Motorpower versuchten wir vergeblich den Wagen aus dem Sandloch zu bewegen, dabei riss auch die zweite Antriebswelle, hinten links ab. Der Wagen grub sich ein, wir mußten vom Steyr wie vorgesehen, aus dem Sandloch heraus gezogen werden.
Was ich nicht bemerkte ist, daß zwischenzeitlich auch der Getriebezug zur Gangschaltung durch die Hitze im Motorraum, geschmort war. Wir hatten nur noch einen Gang, konnten nicht zurück schalten, Geschweige denn nach vorne schalten. Bei diesem Motor war es auch unproblematisch, stets den 2 Gang eingeschaltet zu haben.

Mit dem Fuß auf der Bremse gehalten, wartete ich auf den Moment, daß Richard Hatting, daß Abschleppseil wieder löste, da uns der Steyr selbstverständlich aus der Patsche helfen konnte.

Nun geschah das Unglück im Unglück mit einer Kettenreaktion, die nur knapp am Tod vorbei rutschte....
Durch den vorherigen Schlag ins Sandloch hinein, riß die Antriebswelle gleichzeitig auch mein Differenzial hinten ab. Dadurch zwangsläufig auch meine Bremsleitung. Der Hummer hat jedoch zwei Systeme zur Sicherheit, wie das bei jedem europäischen Fahrzeug zu finden ist. Am Abend vorher hatten wir noch schnell einen Kühler vor dem Motor montiert, da wir mit warmen Temperaturen rechnen mussten. Die Halterung wurde an den Rahmen angeschweißt. Hierbei ist offensichtlich ein Funke, genau auf die Bremsleitung gefallen, was wir nicht bemerkt hatten. Dieser Funke schmolz die Sicherheitsummandlung der Bremsleitung, die sodann im Rennbetrieb frei lag und durch Reibung aufplatzte. Hinzu kam nun der Abriss der zweiten Bremsanlage durch das Differenzial, so daß der Bremsdruck plötzlich von einer Sekunde auf die andere, im gedrückten Zustand, verloren ging.

Durch den fehlenden Bremsdruck heulte der Motor von 750 auf 1800 Umdrehungen auf, der Gang war eingeschaltet und Richard genau vor dem Fahrzeug, um den Scheckel vom Abschleppseil zu lösen. Ich mußte mit anderen Zuschauern zusehen, wie ich Richard mit 4,3 Tonnen Gewicht überrollte. Erst der Steyr, der etwa im Abstand von 5 Meter vor mir stand, brachte den Hummer H1 Rennboliden zum stehen.

Alle hatten in dieser Sekunde nie damit gerechnet, daß wir Richard lebend unter dem Hummer bergen konnten. Der tiefe Sand jedoch, die Rutsch-Schiene an der Front und die Höherlegung des Fahrzeuges, retteten jedoch das Leben meines Co-Piloten.
Wir brachten ihn ins Krankenhaus, er hatte lediglich einen Finger und das Sprunggelenk gebrochen sowie, jede Menge Schürfwunden und blauen Flecken.Glück im Unglück...

Der Schock und diese Bilder, haben wir heute noch vor Augen.
Laut Reglement erreichte das Hummer Racingteam aufgrund der bis dahin abgespulten Runden, inkl. der Zeitstrafen, dennoch den Dritten Platz. Alex und Bettina können sich heute auf Ihren vierten Platz freuen. Die Ausfallquote an diesem Wochenende lässt gar die Trophy Racer der Dresden Bresslau Rallye, erblassen. Mehr als 50 % der Teilnehmer konnten das Ziel nicht erreichen.Bis zum totalen Ausbrand eines Fahrzeuges, nach einem Überschlag, konnten die Zuschauer alles sehen!
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