Freitag, 27. April 2018


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FSC-Zertifizierung des Hessischen Staatswaldes kostet den Steuerzahler Millionen

Friedrichsdorf/Taunus, (lifePR) - Im Koalitionsvertrag haben CDU und Bündnis 90/Die Grünen eine schrittweise FSC-Zertifizierung des Hessischen Staatswaldes unter Berücksichtigung der ökonomischen und ökologischen Ergebnisse vereinbart. Gleichzeitig strebt die Regierungskoalition an, die Wettbewerbsfähigkeit der Forstwirtschaft in Hessen zu sichern und zu fördern.

Nachdem 21 Forstämter nach den Regeln von FSC zertifiziert sind, hat Ministerin Priska Hinz ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, um die ökologischen und ökonomischen Folgen der FSC-Zertifizierung für den Staatsforstbetrieb zu evaluieren. Dieses  Gutachten sollte im Verlauf des Sommers 2017 veröffentlicht werden, liegt aber bis heute nicht vor.

Wesentliche Fakten sind aus FSC-zertifizierten Staatsforstbetrieben anderer Bundesländer bekannt. Nach Berechnungen des Waldbesitzerverbandes liegen die Mehraufwendungen und Mindererträge durch eine FSC-Zertifizierung mindestens bei 5 bis 10 Euro pro Festmeter geerntetem Holz. Bei einer Holzerntemenge von etwa 2 Mio. Festmeter Holz im Staatsforstbetrieb dürften sich die Mehraufwendungen und Mindererträge des Landesbetriebs HessenForst auf jährlich rund 10 bis 20 Millionen Euro summieren. Das entspricht dem Reinertrag von HessenForst aus dem Produktbereich 1. Durch eine Fortsetzung der FSC-Zertifizierung könnte der Staatsforstbetrieb dauerhaft zu einem defizitären Unternehmen werden, das aus Steuergeldern finanziert werden müsste. Der Hessische Waldbesitzerverband begrüßt, dass der Hessische Rechnungshof nun die Folgen der FSC-Zertifizierung für die Wirtschaftlichkeit von HessenForst untersucht.

Auch für kommunale und private Waldeigentümer sind die hohen Kosten der FSC-Zertifizierung im Staatswald von Bedeutung. Mit dem Argument, die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse einhalten zu müssen, hat das Hessische Umweltministerium in den letzten Jahren die Beförsterungskostenbeiträge für die von HessenForst betreuten privaten und kommunalen Forstbetriebe deutlich angehoben. Das Land erhofft sich dadurch Mehreinnahmen in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro. Waldbesitzende Kommunen und privaten Waldbesitzer, die auf die Erträge aus dem Wald angewiesen sind, ist kaum zu erklären, warum das Land ihnen einerseits höhere Kostenbeiträge abverlangt, gleichzeitig aber freiwillig Millionenbeträge einsetzt, um ein teures Zertifizierungssystem im Staatswald zu finanzieren. Für FSC zertifiziertes Holz wird am Markt kein höherer Preis gezahlt.

Der Hessische Waldbesitzerverband fordert endlich Klarheit über die ökonomischen Folgen der FSC-Zertifizierung. Die Wettbewerbsfähigkeit des staatlichen Forstbetriebs steht auf dem Spiel. Ziel der Koalitionsvereinbarung ist aber, die Wettbewerbsfähigkeit der Forstbetriebe zu sichern. Das von Frau Ministerin Hinz beauftragte externe Gutachten über die ökonomischen und ökologischen Folgen der FSC-Zertifizierung ist unverzüglich zu veröffentlichen.

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