Mittwoch, 20. Juni 2018


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Den Tag nicht vor dem Abend loben

Petri Juntunens

Ostfildern, (lifePR) - Wenn die Fotografie im Allgemeinen als die Kunst des Lichts gilt, dann bilden Petri Juntunens Werke die virtuose Gegenthese: Sein Medium ist nicht das Licht oder die Helligkeit, sondern ein allumfassendes Dunkel; sein Motiv nicht die Entstehung der Existenz, sondern deren Zerfall. Das Künstlerbuch At the Heart of It All ist eine ortlos anmutende Reise durch menschliche Emotionen und nichtgreifbare Zeiten.

In Petri Juntunens (*1975, Göteborg) Serie At the Heart of It All schälen sich abgenutzte Gegenstände, überwucherte Landschaften, Wracks und Ruinen aus einer alles umhüllenden Nacht, um zugleich Zeugnis ihres Daseins und ihrer Auflösung abzulegen. Der Künstler lässt mit seinen Arbeiten erfühlen, was er als den existentialistischen Grundkonflikt des Lebens beschreibt: »Auf seine eigene Existenz zu blicken, zugleich den Anfang zu sehen und das unvermeidbare Ende zu spüren.« Es ist diese »condition humaine«, der Juntunen fotografischen Ausdruck verleiht, um mit dem Betrachter deren Unheimlichkeit, deren Elegie, aber auch deren Erhabenheit zu teilen.

Juntunen fotografiert Steine, Orte und Gegenstände, die längst vergessen zu sein scheinen. Für seine Motive reist er nach Island, Finnland, Frankreich oder Polen. Doch die geografische Lage der Objekte tritt in den Hintergrund, vielmehr ist es die allumfassende, emotionale Aussage, welche die einzelnen Aufnahmen miteinander verbindet.

Gleichzeitig fällt die besondere Form der Lichtsetzung ins Auge, die Juntunens Werkserie wie ein roter Faden durchzieht. Auf die Frage, warum er seine Beleuchtung so fokussiert und symmetrisch wähle, erklärt der Künstler, dass diese Form der gezielten Ausleuchtung einerseits technischen Aspekten folge, so dass die Bilder nicht »ausbluten« würden, andererseits setze er auf diese Weise das »innere Gefühl des emotionalen Drucks« in Szene. Für den Betrachter muten sowohl Motive als auch Orte seltsam entzeitet an. Sie scheinen in einem Moment des Stillstands aufgenommen und spannen doch einen narrativen Bogen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Das Fotobuch zur Werkserie At the Heart of It All enthält 35 großformatige Abbildungen auf 90 Buchseiten. Mit einem Vorwort von Timothy Persons sowie einem begleitenden Essay des britischen Kurators und Kunsthistorikers Mark Gisbourne.

Juntunen lebt und arbeitet in Helsinki. In seinen Werken und Projekten untersucht er die Themen Gedächtnis, Verlust und Melancholie, oft mit neuartigen Methoden der Bildgebung und Darstellung, einschließlich 3D-Scanning, Lasergravur und Projektion. Juntunen nahm an diversen Gruppenausstellungen in Europa und Finnland teil, zuletzt stellte er im Finnischen Museum für Fotografie aus.

PETRI JUNTUNEN
AT THE HEART OF IT ALL
Vorwort von Timothy Persons
Text von Mark Gisbourne
Englisch
2017. 50 Seiten, 50 Abb.
gebunden
30,50 x 23,00 cm
ISBN 978-3-7757-4355-6
40,00 EUR

Hatje Cantz Verlag GmbH

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