Freitag, 15. Dezember 2017


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Das Phänomen von Kreisen in geschlossenen Systemen

Die Endlosschleife von der Antike bis Heute

Berlin, (lifePR) - Der Loop in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur oder Kulturgeschichte: Das Phänomen von Kreisen in geschlossenen Systemen ist allgegenwärtig und spätestens seit der Antike ein Topos des gesellschaftlichen, geistigen, künstlerischen und wirtschaftlichen Lebens. Mit Never Ending Stories veröffentlicht Hatje Cantz nun ein Grundlagenwerk zu diesem Thema und flankiert somit die gleichnamige Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg.

Das Kreisen in geschlossenen Systemen spannt sich vom altägyptischen Ouroboros, der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt, bis hin zu zeitgenössischen Multi-Media-Installationen. Seine besondere Bedeutung kennzeichnet in der menschlichen Psyche zugleich Traum und Trauma.

Ein eigens für die Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg entwickelter Architekturparcours ermöglicht neben zahlreichen mentalen Rotationen auch die räumlich-körperliche Erfahrung des Loops:

Der Bogen spannt sich vom »Ouroboros«-Oktogon über einen »Zen«-Saal bis hin zur quadratisch verspiegelten »Music Hall«. Anthropologisch orientierte Kapitel wie »Eros in der Endlosschleife«, »Die Verdauung der Welt« oder »Architektur ohne Ende« weiten sich zu Videoloops von Salla Tykkä, Rodney Graham oder Omer Fast und treffen auf immersive Rauminstallationen von Douglas Gordon, Ragnar Kjartansson oder Bruce Nauman. Die selten fokussierte Endlosschleife des Glücks im archetypischen Märchen – »… and they lived happily ever after« (Nedko Solakov) – trifft auf die »Zirkelschlüsse und Lesemaschinen« der Literatur, für die James Joyce, Raymond Roussel und Gertrude Stein, aber auch Johann Wolfgang von Goethe, Georg Büchner und Julio Cortázar Pate stehen. Das Kapitel »Wundermaschine Film« thematisiert den multimedialen Einsatz des Loops vom ersten Kuss der Filmgeschichte 1896 bis hin zu Thomas Bayrles Film »Loop« von 2008. »Der Künstler im Loop« bündelt in sich kreisende Selbstreflexionen von Akteuren der Moderne wie Gegenwart. Während Markus Raetz sein von Endlosschleifen durchzogenes Lebenswerk verräumlicht, ist dank Max Grau ein fulminanter filmmusikalischer Metaloop zu erleben. Am Ende der Schau schließt sich ein letztes Mal ein Kreis im Kreis im Kreis: Sandra Filics Sound- und Plattenspieler-Installation »Loop« lässt immerfort das Knistern, Rauschen und Knacken der Auslaufrille einer Schallplatte hören – medienhistorische Nostalgie und zugleich Leerlauf in Permanenz und Reinkultur, bei dem Form und Inhalt verschmelzen.

Der gleichnamige, begleitende Ausstellungskatalog, herausgegeben von Ralf Beil, beleuchtet das vielseitige Thema ebenso wissenschaftlich wie kreativ und kann als Grundlagenwerk betrachtet werden. Die Publikation versammelt zahlreiche Werkkommentare zu Exponaten der Schau und 13 eigens für das Katalogbuch erstellte Essays von Aleida Assmann, Jan Assmann, Ralf Beil, Norbert Bolz, Claudia Dillmann, Michael Glasmeier, Lars Jaeger, Joachim Kalka, Stefan Klein, Peter Kraut, Niklas Maak, Peter Sloterdijk und Franziska Stöhr.

NEVER ENDING STORIES DER LOOP IN KUNST, FILM, ARCHITEKTUR, MUSIK, LITERATUR UND KULTURGESCHICHTE
Texte u.a. von Aleida und Jan Assmann, Ralf Beil, Claudia Dillmann, Stefan Fricke, Joachim Kalka, Stefan Klein, Peter Sloterdijk
Gestaltung von Eggers + Diaper
Deutsch
2017.
gebunden
ISBN 978-3-7757-4364-8

50,00 EUR

 

Hatje Cantz Verlag

Hatje Cantz ist ein international wegweisender Fachverlag für Kunst, Architektur und Fotografie. Seit 1945 produziert und verlegt Hatje Cantz mit fundierter Expertise, Begeisterung für das Handwerk und einem konsequent hohen Qualitätsanspruch individuelle Publikationen. Aktuell erscheinen jährlich rund 200 neue Titel im Verlagsprogramm.

Hatje Cantz versteht sich, insbesondere auch im digitalen Zeitalter, als Bindeglied zwischen Museen, Künstlern, Galerien, Sammlern und Kunstinteressierten. Die Vermittlung von Wissen - inhaltlich wie visuell - sowie die Begeisterung für Kunst stehen stets im Fokus des Engagements.

Als konsequente Fortführung des Portfolios und um den Anspruch Kunst auch über das Medium Buch hinaus erfahrbar zu machen, lanciert Hatje Cantz im Rahmen der EDITION GERD HATJE u.a. Arbeiten auf Papier, Fotoarbeiten und Kunstobjekte in streng limitierten, signierten Auflagen.

www.hatjecantz.de
www.editiongerdhatje.com

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