Montag, 18. Juni 2018


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Chris Drange über den Instagram-Personenkult

Mechanismen digitaler Anbetung

Berlin, (lifePR) - Über 700 Millionen Menschen weltweit nutzen Instagram. Die erfolgreichsten unter ihnen sind amerikanische Pop-Ikonen und It-Girls, wie Miley Cyrus, Kim Kardashian und Gigi Hadid. In Relics widmet sich der junge Künstler Chris Drange dem Verhältnis zwischen diesen neuen Superstars und ihren Anhängern.

Die Foto-Sharing-Plattform Instagram ist das Medium des perfekten Outfits, der perfekten Inneneinrichtung, des perfekten Moments. Das beliebteste Fotoformat ist das sogenannte Selfie – ein Selbstporträt, das die Perfektion mittels Filtern in Szene setzt. Die Selfies werden mit großer Verehrung, Neid oder auch Ablehnung beachtet und erzielen in der Regel eine hohe Interaktionsquote. Chris Dranges Buch Relics betrachtet dieses spezielle Verhältnis zwischen Instagram-Ikonen und ihren Followern. Er stellt Selfies von einigen der erfolgreichsten Instagrammerinnen wie Selena Gomez oder Ariana Grande ausgewählten Kommentaren ihrer Follower gegenüber und zeichnet somit ein präzises Bild der Dynamik zwischen den Stars und ihren Anhängern.

Drange gelingt es, anhand der durchkuratierten Instagram-Accounts der Stars und den Reaktionen ihrer Follower absurde Geschichten zu erzählen. Er kombiniert
Fotos mit den Kommentaren ihrer Fans. So fragt beispielsweise eine Anhängerin der Pop-Ikone Miley Cyrus, welche Pflegeprodukte sie nutzt oder andere beteuern ihre endlose Liebe und wieder andere teilen intimste Details ihres Privatlebens in der Kommentarfunktion unter den Bildern.

Der Titel Relics verweist laut Drange auf zwei Phänomene: »Erstens auf eine neue Form der Verehrung, in der Selfies zu digitalen Objekten der Anbetung und Smartphones zu ‚Schrein-Devices‘ werden. Und zweitens auf ein Frauenbild – im Spannungsfeld zwischen antiquierter Männervorstellung und moderner weiblicher Selbstbestimmung.« Der Titel, so Drange, nimmt Bezug auf die religiöse Reliquienverehrung, die sich auf das Folgen, Liken und Kommentieren in den Sozialen Medien übertragen lässt. »Früher hat man sich von Reliquienverehrung Heilung versprochen. Heute haben wir aber keine Heilungsprobleme mehr, sondern eher ein
Geltungsproblem. Bei Instagram lassen sich immer dieselben Muster der Verehrung beobachten: Männer wollen die prominenten Frauen wie Kim Kardashian oder Kylie Jenner auf irgendeine Art haben, während die weiblichen Follower diese Frauen sein wollen. Imitation spielt da eine ganz große Rolle.«

In sieben Kapiteln und mit 50 Re-Fotografien auf schwarzen Doppelseiten veranschaulicht das Buch, das das Smartphone-Format nachahmt, ein zweischneidiges Körperbild im Spannungsfeld zwischen Emanzipation von vorherrschenden Schönheitsidealen und digitalem Körperkult. Durch die prominente, seitenfüllende Präsentation der Bilder auf schwarzem, glattem Papier stellt der Künstler das Handydisplay der musealen Inszenierung eines Gemäldes gegenüber. Drange, Absolvent der Hochschule für bildende Kunst in Hamburg, lebt und arbeitet in Berlin.

CHRIS DRANGE
RELICS
Deutsch, Englisch
2017. 112 Seiten, 50 Abb.
gebunden
10,00 x 16,00 cm
ISBN 978-3-7757-4362-4
15,00 EUR

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