Montag, 23. Oktober 2017


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Reinhardt: Verbände werden umgehend Maßnahmen beraten - Missachtung der ärztlichen Leistung wird das Verhältnis zu den Kassen nachhaltig belasten

GKV setzt unakzeptable Punktwertanpassung durch

Berlin, (lifePR) - Die heute unter dem massiven Druck der Krankenkassen im Erweiterten Bewertungsausschuss gegen die Stimmen der Ärztevertreter beschlossene Minimal-Erhöhung des Punktwertes für ärztliche Leistungen um 0,9 Prozent hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, als "unannehmbaren Affront gegenüber der ärztlichen Leistungsbereitschaft" und als "herben Rückschlag für die Bemühungen im Kampf gegen den drohenden Ärztemangel in Deutschland" bezeichnet. "Die Anpassung liegt deutlich unter dem überfälligen Inflationsausgleich und ist nicht mehr als eine weitere erbärmliche Episode im verbissenen Kampf der Kassen gegen all jene, die ihre Versicherten angemessen medizinisch versorgen wollen", so Reinhardt. Vor über zehn Jahren sei bei der Bewertung ärztlicher Leistungen im EBM ein Punktwert von 5,11 Cent (vorher 10 Pfennige) zugrunde gelegt worden, nunmehr betrage dieser noch nicht einmal 3,6 Cent. Es gehe nun darum, dass die Ärzteschaft unverzüglich geschlossen ein Zeichen gegen dieses Diktat der Kassen setze. Hierzu werde auch die Allianz Deutscher Ärzteverbände in Kürze zusammenkommen, um ihr weiteres Vorgehen abzustimmen.

"Es geht hier längst nicht mehr nur um Euro und Cent. Die Kassen planen grundsätzliche Weichenstellungen: Sie wollen die Gestaltungs- und Deutungshoheit im Gesundheitswesen." Das müsse den Kolleginnen und Kollegen klar sein, mahnte Reinhardt. "Das dürfen wir auf gar keinen Fall zulassen!"

Besonders scharf kritisierte Reinhardt die im Vorfeld der Verhandlungen von den Krankenkassen inszenierte "demagogische Zahlenschlacht gegen die Kolleginnen und Kollegen", mit der der Boden für massive Honorarkürzungen bereitet werden sollte. "Dieser Vorgang ist in seiner Gesamtheit nicht nur eine Niederlage für die künftige Versorgung in Deutschland, weil er junge Nachwuchsmediziner abschreckt, dieser Vorgang wird mit seiner groben Missachtung ärztlichen Engagements auch ganz wesentliche Folgen für das Verhältnis der Ärzteschaft zur Gesetzlichen Krankenversicherung haben", so Reinhardt.

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