lifePR
Pressemitteilung BoxID: 202898 (Handwerkskammer Wiesbaden)
  • Handwerkskammer Wiesbaden
  • Bierstadter Straße 45
  • 65189 Wiesbaden
  • https://www.hwk-wiesbaden.de
  • Ansprechpartner
  • Dirk Kornau
  • +49 (611) 136-154

Für Umwelt- und Verkehrspolitik mit Augenmaß

Handwerk warnt vor Belastung durch Umweltzone

(lifePR) (Wiesbaden, ) Die vom Wiesbadener Magistrat beschlossene Einführung einer großflächigen Umweltzone wird von der Handwerkskammer Wiesbaden abgelehnt. "Die Einrichtung einer Umweltzone wird erhebliche finanzielle und bürokratische Belastungen für viele Handwerksbetriebe bringen und sich negativ auf den Kunden- und Lieferverkehr auswirken", erklärten Handwerkskammerpräsident Klaus Repp und Hauptgeschäftsführer Harald Brandes. "Unsere Mitgliedsbetriebe werden durch eine Umweltzone von ihren Kunden ferngehalten. Der Lieferverkehr zu den Betrieben in einer Umweltzone wird außerdem erschwert".

Nach Ansicht der beiden Kammervertreter ist keineswegs nachgewiesen, dass durch eine Umweltzone die Feinstaubbelastung generell reduziert wird, denn der größte Teil der Emissionen rührten aus anderen Quellen als dem Straßenverkehr. Außerdem führten Straßensperrungen lediglich zu Ausweichverkehr und damit zu Mehrbelastungen an anderer Stelle. Einseitige Fahrverbote seien der falsche Weg. Vielmehr sollten gemeinsam mit dem örtlichen Handwerk vorausschauende und zielführende Konzepte entwickelt werden, um die Schadstoffbelastung nachhaltig zu senken. "Wir brauchen in Wiesbaden und der Region eine zielführende Umwelt- und Verkehrspolitik mit Augenmaß", so Repp und Brandes.

Nachrüstung oder Neuanschaffung unwirtschaftlich

Von den Befürwortern einer Umweltzone werde übersehen, dass nicht jedes Fahrzeug mit einem Russpartikelfilter nachrüstbar sei.

Oft sei auch die Nachrüstung zu teuer. Die Anschaffung neuer schadstoffarmer Fahrzeuge sei für eine große Zahl von Betrieben eine erhebliche finanzielle Belastung. Besonders gravierend werde die Belastung bei teuren Spezialfahrzeugen oder besonders ausgestatteten Fahrzeugen. Die Laufleistung solcher Fahrzeuge sei oft nicht sehr hoch, sodass eine Neuanschaffung in größeren Abständen erfolge, als bei normalen Automobilen. Entsprechend sei auch in den Betrieben kalkuliert worden.

Unbürokratische und kostengünstige Ausnahmeregelungen für Handwerker

"Wenn seitens der Politik auf eine Umweltzone in Wiesbaden und der Region bestanden wird, dann muss es wenigstens unbürokratische und kostengünstige Ausnahmeregelungen für Handwerksbetriebe gaben", so Repp und Brandes. Bei Ausnahmen müsse besonders der Vertrauensschutz und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von betroffenen Unternehmen, die auf das Befahren der Umweltzone angewiesen sind bzw. dort ihren Sitz haben berücksichtigt werden. Ferner dürfe die Bewilligung von Ausnahmegenehmigungen nicht restriktiv gehandhabt werden und müsse vielmehr innerhalb kurzer Frist zu erlangen sein.