Dienstag, 17. Oktober 2017


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Handwerk kritisiert Binnenmarktstrategie der EU

Meisterbrief muss Regelzugang zur selbständigen Ausübung im Handwerk bleiben

Flensburg/Lübeck, (lifePR) - Im schleswig-holsteinischen Handwerk herrscht weiterhin Unverständnis über die fortdauernden Angriffe der Europäischen Kommission auf den Meisterbrief als Voraussetzung für die Selbständigkeit im Handwerk. Die Kommission stuft die 41 zulassungspflichtigen Handwerke der so genannten Anlage A zur Handwerksordnung (ebenso wie zahlreiche Freie Berufe) als reglementierte Berufe ein, deren Anzahl sie reduzieren möchte. Dadurch hofft sie, die Mobilität in Europa zu erhöhen.

Bundesregierung und Handwerk haben in einer bereits seit 2012 laufenden Überprüfung durch die Kommission sehr überzeugend dargelegt, dass eine bestimmte Qualifikation (in der Regel der Meisterbrief) als Voraussetzung für die Selbständigkeit im Handwerk notwendig ist. „Mit dem bestehenden qualifikationsgebundenen Berufszugang im Handwerk werden ein hohes Maß an Verbraucherschutz und die Sicherung der Ausbildungsleistung erreicht“, sagte Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein. Die „Hemmschuhe“ für eine höhere Mobilität in Europa liegen doch ganz wo anders: „Fehlende Sprachkenntnisse und unterschiedliche Steuer- und Sozialversicherungssysteme sind nach unseren Erfahrungen viel bedeutsamer“, ergänzt er.

Auch der enge Zusammenhang zwischen der Meisterprüfung und der hohen Ausbildungsleistung der Betriebe im Interesse der gesamten Wirtschaft werden von der Kommission viel zu wenig gewürdigt. Umso wichtiger sei es, dass das Handwerk in Deutschland eine so große Unterstützung durch die Politik erfahre. So haben sich Bundestag und Bundesrat in der Vergangenheit immer wieder im Sinne des Handwerks positioniert und auch der Landtag in Schleswig-Holstein hat im August 2014 einen Antrag „Verbraucherschutz und Qualitätsstandards sichern – Meisterbrief stärken“ verabschiedet.

In den kommenden Jahren werde ein besonderer Fokus des Handwerks auf der Begleitung der Binnenmarktstrategie liegen. „Bei diesem Thema muss das Handwerk weiter wachsam sein und wir werden uns auch weiter einmischen“, kündigte Stapelfeldt an. Deutschland habe EU-weit die geringste Jugendarbeitslosigkeit und dies sei eng mit der dualen Ausbildung verknüpft. Die EU-Kommission müsse endlich einsehen, dass leistungsfähige Systeme gefördert werden müssen, anstatt sie zu demontieren. Nur so könne langfristig die Akzeptanz der Europäischen Union in den Mitgliedstaaten und bei den Bürgerinnen und Bürgern sichergestellt werden.

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