Samstag, 23. September 2017


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Jenseits der neutralen Zone

Bergisch Gladbach, (lifePR) - Oberflächlich betrachtet haben die Kölner Haie mit den Neuverpflichtungen dieses Sommers ein Defizit der vergangenen Spielzeit eins zu eins adressiert: Zu wenig Tore in entscheidenden Momenten, also kauft man erprobte Goalscorer ein. Doch ganz so simpel ist die Rechnung nicht. Und auch wenn Sportdirektor Mark Mahon im Haimspiel.de-Interview die Philosophie zur Vorsaison nicht verändert sah, so ist doch das Pendel zumindest bei der Kaderzusammenstellung wieder ein Stück zurück in Richtung "Sundblad" geschwungen. Das bietet die Chance, das gute Umschaltspiel nun auch in Zeit- und Raum-Vorteile im Angriffsdrittel umzumünzen.

Fehlende Kreativität - kein neues Thema

Als Niklas Sundblad seinerzeit erstmals für die Gestaltung des KEC-Kaders verantwortlich war, hatte er vor allem ein großes Thema: Den Mangel an Kreativität in der Offensive. "Köln hat viele kreative Spieler verloren z.B. Felix Schütz, Nathan Robinson, Rok Ticar, Marco Sturm. Diese Spielertypen hat Köln nicht mehr. Da schauen wir, ob wir ein paar finden.", gab er damals in der Off-Season zu Protokoll. Es kam Dragan Umicevic, der mit seinem unberechenbaren, bisweilen riskanten Spielaufbau und seinen No-Look-Pässen großen Anteil am offensiven Output des Teams hatte. Er wurde mit 42 Punkten (7 Tore, 35 Assists) drittbester Scorer der Mannschaft. In der Planung für den Kader der Folgesaison fand Umicevic allerdings bei Mark Mahon und Cory Clouston keine Berücksichtigung.

Was Mahon und Clouston beenden wollten, war vor allem die Menge an Gegentoren, die die Haie trotz eines Gustaf Wesslau zwischen den Pfosten kassierten. "Unsere DNA hier in Köln unter Cory ist es, dass wir gut verteidigen", so Mahon, und: "Unser Fundament ist die Verteidigung." Das spiegelte sich bereits in den Neuverpflichtungen vor der letzten Saison in aller Deutlichkeit wieder. Zwei-Wege-Spieler waren gefragt. Gerne mit Scoring-Touch, aber eben auch schon im Angriff mit Verantwortungsbewusstsein nach hinten.

Herausragende Breakouts versandeten an der gegnerischen Blauen Linie

Die gute Arbeit und die Struktur in der Verteidigung war in der vergangenen Saison nicht nur die Grundlage für den mit Abstand besten Gegentorschnitt der Liga. Sie war vor allem auch die Basis für einen schnellen Spielaufbau aus dem eigenen Drittel. Das Tempo und der Druck, mit dem die Haie die Scheibe aus dem Verteidigungsdrittel und durch die neutrale Zone gebracht haben, war beeindruckend. Bis zur gegnerischen Blauen Linie.

Das souveräne Kurzpassspiel im eigenen Drittel schien ab Eintritt in die Angriffszone oft wie weggeblasen. Der Weg vorbei am gegnerischen Verteidiger lief häufig über eine tief gespielte Scheibe. Bis der folgende Zweikampf in der Bande gewonnen war, hatte sich der Gegner bereits sortiert und zugeordnet. Damit war der Vorteil dahin. Was folgte, war oftmals zwar ein langer Aufenthalt im Angriffsdrittel, allerdings gepaart mit Mühe, sich von den Außenbahnen zu lösen. Distanzschüsse - entweder von den Verteidigern oder aber vom Stürmer, der sich zentral an der Blauen Linie positioniert hatte - boten den letzten Ausweg, weil man selten einen spielerischen Weg vors Tor fand. Gelegentliche Einzelaktionen wie der legendäre Treffer von Patrick Hager in München, das Solo von Johannes Salmonsson in Krefeld oder der ein oder andere Antritt aus dem eigenen Drittel von Sebastian Uvira hatten Seltenheitswert. Es spricht Bände, dass ein Ryan Jones teaminterner Top-Torschütze war, dessen "Brot und Butter" im abfälschen von Distanzschüssen liegt. Dabei fielen nur 6 seiner 19 Treffer im Powerplay.

Risiken und Nebenwirkungen

Für Spieler wie Justin Shugg und Dylan Wruck ist das Umschaltspiel der Haie eine goldene Basis für das, was sie auszeichnet: Den Platz nach vorne nutzen, direkt auf den gegnerischen Kasten ziehen und den Abschluss suchen. Sie bieten eine spielerische Alternative, um die Möglichkeiten zu nutzen, die die Mannschaft aus der eigenen Zone heraus kreiert. Sie bieten dem Team Optionen, sich für die gute Arbeit in der Defensive mit mehr und besseren Torchancen zu belohnen.

Es wird garantiert Gelegenheiten geben, in denen sich jemand beim Versuch, am Gegner vorbeizukommen, verzockt und die Scheibe verliert. Das liegt in der Natur der Dinge. Nicht jedes Risiko, das man geht, wird auch von Erfolg gekrönt. Aber ohne Risiko zu gehen, bleibt eben am Ende nur das geduldige Abarbeiten an der gegnerischen Defensive, das die Haie in der vergangenen Saison ausgezeichnet hat.

Kreative Spieler verlangen mehr Aufmerksamkeit vom Gegner und schaffen so Räume für ihre Mitspieler. Sie schaffen aber auch Potenzial für Fehler. Kommt der riskante No-Look-Pass nicht an und resultiert in einem Konter, dann gehört das mit zum Gesamtpaket. Es wird interessant zu sehen, ob und wie Cory Clouston sein sehr kontrolliertes System darauf einstellt.

Ideen für die entscheidenden Momente

Es wäre ein bisschen viel verlangt zu erwarten, dass die Kölner Haie mit den Neuverpflichtungen zu einer Torproduktionsmaschine wie München werden. Das müssen sie aber auch gar nicht. Es geht darum, spielerische Lösungen zu finden, auch wenn der Gegner sich spät in einer Partie mit einer Führung im eigenen Drittel einmauert, oder auch zu einfachen Toren zu kommen, um sich selbst mehr Raum für Fehler zu geben. Solange die Defensive ihre Arbeit auf ähnlichem Niveau fortsetzt, reicht das vollkommen aus.

Die Neuverpflichtungen insgesamt - einschließlich Alexandre Bolduc - stellen ein offensives Upgrade zur Vorsaison dar. Allein schon dadurch, dass ein Dane Byers in seiner limitierten Rolle nicht eins zu eins ersetzt wurde. Wie sich die individuellen Statistiken vom Papier in die Realität einer neuen Mannschaft übertragen werden, bleibt abzuwarten. Dazugewonnen sind auf jeden Fall Frechheit und Spielwitz, die jenseits der neutralen Zone für Impulse sorgen sollten.

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