Die GRIMMWELT Kassel veröffentlicht "Storytelling", eine Publikation über das Erzählen in der Kunst heute

(lifePR) ( Kassel, )
Die GRIMMWELT Kassel feiert ihr fünfjähriges Jubiläum mit der deutsch-englischen Publikation „Storytelling“, erschienen bei modo, Freiburg i.Br. (256 Seiten, rund 120 Abb.). Zweiundzwanzig künstlerische Positionen übermitteln in vier Kapiteln Geschichten und Informationen: Einblick in die Entstehungsgeschichte der Werke und den künstlerischen Hintergrund geben neunzehn Interviews der Kunstschaffenden. Das Spektrum reicht von Malerei und Zeichnung, über Skulptur, Installation und Fotografie bis hin zu elektronischen Medien. Präsentiert wurde die Publikation erstmals am 30. September 2020 in der GRIMMWELT Kassel.

Die GRIMMWELT Kassel feiert ihr fünfjähriges Jubiläum mit der Publikation „Storytelling“ und hat sich damit ganz und gar dem Thema „Erzählen“ verschrieben. Bis zum heutigen Tag gelten die Brüder Grimm als die bekanntesten deutschen Märchensammler. Weltweit gehören ihre Geschichten, Motive und Figuren zum kulturellen Gedächtnis und inspirieren Künstlerinnen und Künstler immer wieder aufs Neue. Daher forderte die GRIMMWELT Kassel passend zum Jubiläum des Hauses bildende Künstlerinnen und Künstler auf, auf den Spuren der Brüder Grimm zu wandeln und innovative Werke der narrativen Kunst einzureichen. Aus über 400 Einreichungen zum Open Call suchte die Jury zweiundzwanzig internationale Kunstschaffende aus, die das Thema „Storytelling“ besonders treffend dargestellt haben. So geht es auch weniger um das Wort an sich, als um die Narration in der visuellen Gegenwartskunst. Die zweisprachige Publikation (Deutsch-Englisch, 256 Seiten, rund 120 farbige Abbildungen) erscheint im Verlag modo (Freiburg i.Br.) von Peter Stohler und Yvan Sikiaridis herausgegeben. Der einleitende Essay von Peter Stohler zeichnet die Facetten des Erzählens in der Gegenwartskunst auf, vor dem Hintergrund der Renaissance des Erzählerischen seit den 1980er Jahren. Ein Essay von Hannes Brunner, Künstler und Professor für Bildhauerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin, zeichnet Möglichkeiten der räumlichen Inszenierung auf.

Die Publikation versammelt in vier Kapiteln zweiundzwanzig Positionen der Kunstschaffenden, die mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln über Wege des Erzählens nachdenken. „Ein umfunktioniertes Schlecker-Regal? Erzählt von den entführten Schlecker-Kindern und von Hänsel und Gretel (Fritsche/Gottmanns). Oder auch so: Unscharf aufgenommene Fotografien von Flugzeugen im Landeanflug? Erzählt von Männern, die aus Flugzeugen fallen (Karen Stuke). Die Publikation „Storytelling“ zeigt die Bandbreite des Erzählerischen und führt vor, wie mit ganz eigenwilligen Mitteln erzählt wird.“, so Peter Stohler, Herausgeber der Publikation.

Die thematische Publikation „Storytelling“ versammelt neunzehn Interviews und ebenso viele erläuternde Texte zum Werk von Künstlerinnen und Künstlern aus mehreren Ländern, die sich 2019 auf eine Ausschreibung der GRIMMWELT aus Anlass des fünfjährigen Bestehens beworben haben. Darunter befinden sich auch Künstlerinnen und Künstler wie Julia Charlotte Richter oder Rudi Rapf, die in Hessen aufwuchsen oder an einer Kunsthochschule in Hessen studiert haben.

Mit Geschichten Informationen übermitteln – das breit gefächerte Spektrum der vorgestellten Werke reicht von Malerei und Zeichnung über Skulptur, Installation und Fotografie bis hin zu elektronischen Medien. Einblick in die Entstehungsgeschichte der Werke und den künstlerischen Hintergrund geben neunzehn Interviews, in denen die Kunstschaffenden selbst zu Wort kommen. Ein Buch zum Ansehen und Lesen – prallvoll mit Geschichten.

Durch die anschaulichen Interviews öffnet sich das Thema „Storytelling“ mit der Publikation einer breiten Leserschaft, denn der interessierte Kulturliebhaber wird genauso angesprochen wie das geneigte Fachpublikum – aber auch Kunstlaien werden Dank der einführenden Worte der Herausgeber und den informativen Interviews an das Thema herangeführt. Abwechslungsreich werden Gesprächssituationen wiedergegeben und mit Bildern der originalen Arbeiten veranschaulicht. Die besondere Situation um die Corona-Pandemie unterstützte die Möglichkeiten des digitalen Gesprächs und machte die Interviews möglich. Die große Altersspanne der beteiligten Künstler zeigt unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen auf.

Neu an der aktuellen Publikation ist der direkte Austausch mit den Kunstschaffenden und die eigene „Storyline“, die sich dadurch innerhalb der Publikation generiert. „Aus der internationalen, zeitgenössischen Kunst ist das Geschichtenerzählen nicht mehr wegzudenken und das zeigen wir in Storytelling. Im Jahr 2020 ist es nicht alltäglich, so viele unterschiedliche Künstler aus verschiedenen Altersgruppen und Sparten der bildenden Künste für ein Projekt zu vereinen. Für mich war es besonders schön zu sehen, dass die unterschiedlichen von mir interviewten KünstlerInnen so begeistert von dem Projekt der GRIMMWELT Kassel waren und mit so viel Leidenschaft von sich selbst, ihren Arbeiten und ihrer (oft elektronischen) Kunst erzählt haben“ bewertet Yvan Sikiaridis die Arbeit an Storytelling abschließend.

Kurz-Informationen Publikation:

Storytelling
Hg. Peter Stohler und Yvan Sikiaridis,
GRIMMWELT Kassel.
Mit Texten von Hannes Brunner, Yvan Sikiaridis
und Peter Stohler.
256 Seiten, 113 Abb., Deutsch / Englisch.
12 x 17 cm, Softcover, Fadenheftung.
19,80 EUR
ISBN 978-3-86833-293-3
Erscheint im Verlag modo, Freiburg i.Br., 2020

Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern:

Fadi Aljabour (* 1980, Damaskus, Syrien) lebt und arbeitet in Berlin.

Julian Busch (* 1980, Hannover) lebt und arbeitet als Architekt in Berlin.

Katya Quel Elizarova (* 1986, Moskau, Russland) lebt und arbeitet in Berlin.

Kurt Fritsche (* 1995, Burg bei Magdeburg) und Joshua Gottmanns

(* 1990, Mönchengladbach) leben und arbeiten beide in Berlin.

Aglaia Haritz (*1978, Bellinzona, Schweiz) und Abdelaziz Zerrou

(*1982, Casablanca, Marokko) leben und arbeiten in Vira Cambarogno, Schweiz.

Anne Hody (*1964, Winterthur, Schweiz) lebt und arbeitet in Basel.

Moritz Barral Jähde (* 1991, Rothenburg an der Fulda) lebt in Karlsruhe.

Gabriela Löffel (* 1972, Oberburg, Schweiz) lebt in Genf.

Melanie Ludwig (*1985, Linz, Österreich) lebt und arbeitet in Linz.

Johanna Mangold (* 1984, Kempten) lebt und arbeitet in Ulm.

Lucia Mattes (*1996, Heidelberg) lebt und arbeitet in Karlsruhe.

Robert Matthes (*1982, Rudolfstadt) lebt und arbeitet in Essen.

Michael Nitsche (* 1961, Lüneburg) lebt und arbeitet in Braunschweig.

Rudi Rapf (* 1990, Kassel) lebt und arbeitet in Wien.

Christian Retschlag (* 1987, Magdeburg) lebt und arbeitet in Hannover.

Julia Charlotte Richter (* 1982, Gießen) lebt und arbeitet in Berlin.

Karen Stuke (* 1970, Telgte) lebt und arbeitet in Berlin.

Anna Katharina Boldt (* 1993, Krefeld) und Mathias Weinfurter (* 1989, Bad Soden)

leben und arbeiten in Köln.

Wu Zhi (* 1972, Sichuan/China) lebt und arbeitet in Berlin.

Grußwort Christian Geselle, Oberbürgermeister der Stadt Kassel

„Das fünfjährige Bestehen der Grimmwelt steht unter dem Motto des Geschichtenerzählens. Die Grimmwelt ist – zusammen mit der documenta und dem Weltkulturerbe Bergpark – eine eigene Erfolgsgeschichte mit internationaler Ausstrahlung, auf die wir Kasseler sehr stolz sein können. Da liegt es nahe, dass man sich anlässlich des fünfjährigen Bestehens ein besonderes Projekt ausgedacht hat: Über 400 Künstlerinnen und Künstler haben sich für die Ausstellung „Storytelling“ beworben. Eine Auswahl davon finden Sie in dieser Publikation: Es sind Werke von 22 Kunstschaffenden aus China, Marokko, Syrien, Österreich, Deutschland und der Schweiz. Hier wird deutlich, wie universell und lebendig das Thema Geschichtenerzählen auch heute noch ist, und dass es immer noch einem der urmenschlichsten Bedürfnisse entspricht. Dies ist besonders den Menschen in der Stadt Kassel in die Wiege gelegt, wo die Brüder Grimm mehr als dreißig Jahre lang lebten, arbeiteten und ihre weltberühmten Kinder- und Hausmärchen herausgaben.“

Statement von Peter Stohler, Herausgeber

„Als Kind der 1980er Jahre bin ich mit dem Erzählerischen aufgewachsen. Wichtige Ausstellungen in Hamburg und München belegen das Comeback des Erzählerischen. Bis dahin war den Verfechtern der Modernen Kunst das Geschichtenerzählen immer etwas verdächtig. Und heute setzt sogar das Marketing auf die Kraft des Storytelling.

In der heutigen visuellen Kunst stehen hinter vielen Werken Erzählungen, wie das unerwartet riesige Echo auf unser Ausschreibung zeigt … wir erhielten auf unsere Ausschreibung über 400 Eingaben!

Ein umfunktioniertes Schlecker-Regal? Erzählt von den entführten Schlecker-Kindern und von Hänsel und Gretel (Fritsche/Gottmanns). Oder auch so: Unscharf aufgenommene Fotografien von Flugzeugen im Landeanflug? Erzählt von Männern, die aus Flugzeugen fallen (Karen Stuke). Die Publikation „Storytelling“ zeigt die Bandbreite des Erzählerischen und führt vor, wie mit ganz eigenwilligen Mitteln erzählt wird.“

Statement von Yvan Sikiaridis, Co-Herausgeber und Autor der Interviews

„Aus der internationalen, zeitgenössischen Kunst ist das Geschichtenerzählen nicht mehr wegzudenken und das zeigen wir in Storytelling. Im Jahr 2020 ist es nicht alltäglich, so viele unterschiedliche Künstler aus verschiedenen Altersgruppen und Sparten der bildenden Künste für ein Projekt zu vereinen. Für mich war es besonders schön zu sehen, dass die unterschiedlichen von mir interviewten KünstlerInnen so begeistert von dem Projekt „Storytelling“ waren und mit so viel Leidenschaft von sich selbst, ihren Arbeiten und ihrer (oft elektronischen) Kunst erzählt haben. Ich denke, diese Leidenschaft für das Geschichtenerzählen spiegeln wir auf den 256 Seiten unserer Publikation perfekt wieder.“

Statement von Hannes Brunner, Autor Essay

 „Ich wollte schon beim Aufbau einer Ausstellung mit dem Thema „Storytelling“ das Imaginäre, die Geschichte in den Vordergrund stellen. Denn wenn man sich als Betrachter oder Leser eine Geschichte vorstellt, während man sich mit ihr befasst, kann man sich in ihr selbst entdecken. In der Publikation deuten die Künstler:innen ihre narrativen Intentionen an, die durch die Werke zunächst Realität werden und dann von einem jeden von uns zu einer neuen Realität, einer neuen Geschichte geformt werden. Und so ist man als Teil des Publikums von Storytelling nicht nur Betrachter, sondern auch Akteur der jeweiligen Geschichten.“

Statement von Christina Soose, zuständig für die Jury-Administration:

“Das faszinierende an Storytelling ist eindeutig die Vielschichtigkeit der künstlerischen Narrative und die Zusammenhänge, die das Buch dem Leser aufzeigt. Deutlich wird dies bespielhaft anhand der Skulpturen des syrischen Künstlers Fadi Aljabour und seinem zugehörigen Künstlerprofil. Die Arbeit Transparent Skin (2018) weckt direkt beim ersten Betrachten Emotionen, wie eine gute Geschichte es tut – man fühlt ein gewisses Unbehagen. Wenn man dann im Interview mit dem Künstler liest, dass das von ihm verwendete Material an einen Hasen erinnert und dieser in seiner Heimat Syrien ein Zeichen für Angst ist, schließt sich der narrative Kreis. Großartig!“

Lebensläufe Herausgeber und Autoren

Peter Stohler, Herausgeber, Autor eines Essays und der erläuternden Texte

Geboren 1967 in Belp (Schweiz). Studium der Kunstgeschichte und Filmwissenschaft in Amsterdam, London und Zürich, danach Weiterbildung im Kulturmanagement. Als Beauftragter für Kulturprojekte förderte er von 2007 bis 2013 die Bereiche Visuelle Kunst, Film, Video, Fotografie und Musik des Kantons Basel-Stadt. Zuvor war Stohler Kurator und Museumsleiter an Kunstmuseen in Genf, Zürich und Altdorf. Von 2008 bis 2013 war er Direktor der Stiftung Kunst(Zeug)Haus in Rapperswil-Jona. Er hat zu Themen aus Kunst, Fotografie und Design publiziert, darunter Von Anselm bis Zilla. Die Sammlung von Peter und Elisabeth Bosshard (Zürich 2017). Seit 2019 ist er Geschäftsführer und Programmleiter der Grimmwelt in Kassel.

Yvan Sikiaridis, Co-Herausgeber, Autor der Interviews

Geboren 1992 in Biel-Bienne (Schweiz). Arbeitet als freischaffender Museumsberater. Er studierte Kunstgeschichte und Museologie in Bern, Neuenburg und Fribourg. Mitarbeit in Kulturinstitutionen der Schweiz, USA, Argentinien (u. a. am International Center of Photography (ICP), New York, und an der Escuela de Bellas Artes, Buenos Aires). Sikiaridis hält regelmäßig Vorträge und schreibt Fachbeiträge.

Hannes Brunner, Autor eines Essays

Geboren 1956 in Luzern (Schweiz). Künstler, lebt in Berlin und Zürich. 1977 bis 1982 Studium der Fotografie und Bildhauerei an der Kunsthochschule Kassel. Lehraufträge in Sierre (Schweiz), Abu Dhabi und Dubai. 2002 Prix Meret Oppenheim der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Seine Werke befinden sich in Sammlungen von Schweizer Kunstmuseen: Aargauer Kunsthaus, Aarau; Kunstmuseum Bern; Stiftung Kunst(Zeug)Haus, Rapperswil-Jona; Kunstmuseum St. Gallen; Kunstmuseum Thurgau, Warth; Kunsthaus Zürich; Vatikanische Museen, Rom. Seit 2012 Professor für Bildhauerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin.

Bisher in der GRIMMWELT erschienene Publikationen:

* Peter Stohler/Yvan Sikiaridis (Hrsg.): Storytelling

Freiburg i.Br.: Verlag modo, 2020

* Sabine Schimma/Peter Stohler (Hrsg.): Rotes Käppchen, blauer Bart. Farben im Märchen. Stuttgart: arnoldsche Art Publishers, 2019.

* Grimmwelt Kassel (Hrsg.): Sagen! Vom Erzählen zwischen Antike und digitalem Zeitalter. Berlin: Siebenhaar Verlag, 2018.

* Grimmwelt Kassel in Zusammenarbeit mit Friedrich W. Block (Hrsg.):

Aufs Maul geschaut. Luther und Grimm wortwörtlich. Kassel: Verlag Winfried Jenior, 2016.

* Stadt Kassel in Zusammenarbeit mit Annemarie Hürlimann und Nicola Lepp (Hrsg.):

Die Grimmwelt. Von Ärschlein bis Zettel. München: Sieveking Verlag, 2015.

* Grimmwelt Kassel/Mira Frye/Annemarie Hürlimann/Nicola Lepp (Hrsg.):

Im Dickicht der Haare. Kassel: Verbrecher Verlag, 2015.
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