Samstag, 18. November 2017


Gothaer KMU Studie 2017: KMUs sehen sich von neuen Risiken bedroht, sind aber nicht ausreichend abgesichert

Köln, (lifePR) - - Digitalisierung durchdringt alle Unternehmensbereiche
- Jedes Dritte der kleinen und mittelständischen Unternehmen fürchtet Cyberangriffe
- Versicherungsschutz wird zu selten überprüft und ist vielfach nicht ausreichend

Rund ein Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland sehen Cyber-Risiken wie einen Hackerangriff oder Datendiebstahl als eine der größten Gefahren (32 Prozent). 35 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass ihr Unternehmen von einem solchen Risiko konkret betroffen sein könnte – 2015 waren es mit 30 Prozent noch fünf Prozent weniger. Dennoch gibt es bei den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen noch deutliche Lücken: Jedes fünfte KMU verzichtet beispielsweise auf die Installation von Virenschutzprogrammen, jedes Vierte hat keine Firewall und sogar ein Drittel führt keine professionelle Datensicherung durch.

Einen Versicherungsschutz für Cyberrisiken haben bislang nur neun Prozent der Unternehmen, 2015 waren es nach Gothaer KMU-Studie mit sieben Prozent noch weniger. Das zeigt die KMU Studie 2017 der Gothaer Versicherung, im Rahmen derer im Frühjahr 2017 1.006 Betriebe befragt wurden. Bereits zum vierten Mal hat die Gothaer die Risiken und den Versicherungsschutz von KMU genauer untersucht. In diesem Jahr lag der Fokus neben dem Umfang der Absicherung auch auf dem Risikobewusstsein der Firmen.

Digitalisierung durchdringt alle Unternehmensbereiche
Generell geben 75 Prozent Digitalisierung als wichtigen bzw. sehr wichtigen Aspekt in ihrem Unternehmen an, der in allen Unternehmensbereichen präsent ist. Insbesondere in großen KMUs ist nicht-digitales Arbeiten immer weniger vorstellbar. Dementsprechend hoch ist auch die Bedeutung, die Computersystemen und Daten zugeordnet wird. Auf die Frage „Welchen Bereich des Betriebes schätzen Sie am wertvollsten ein? Wo würde ein Schaden die größten Verluste verursachen?“ antworten 34 Prozent an erster Stelle, dass ihnen ihre Computersysteme und Daten am wertvollsten sind (2015: 31 Prozent), an zweiter Stelle nennen 23 Prozent ihre Gebäude.

Vor diesem Hintergrund nehmen auch Cyber-Risiken einen deutlich höheren Stellenwert ein: „Das Risikobewusstsein und die Angst vor Cyberangriffen ist bei den KMUs in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Vor allem das Risiko, selbst von einem Hackerangriff, Datenklau oder Virenbefall betroffen zu sein, ist von 2015 auf 2017 um fünf Prozent gestiegen und rangiert jetzt auf Platz drei der am meisten gefürchteten Risiken. Gleichzeitig wird die Absicherung über eine Cyber-Police aber nur geringfügig häufiger genutzt. Es mangelt also oft noch am ausreichenden Versicherungsschutz. Wir spüren allerdings spätestens seit dem weltweiten Hackerangriff durch Wanna Cry eine deutlich steigende Nachfrage nach Cyber-Policen“, erklärt Dr. Christopher Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine Versicherung AG.

Umfangreiche Präventionsmaßnahmen
Auch außerhalb des Bereichs Cyber wenden KMUs eine Vielzahl von Maßnahmen zur Risikominimierung an: Zur Gebäudesicherung werden vorrangig Brandmelder (72 Prozent) eingesetzt sowie die Feuerlöscher regelmäßig gewartet (67 Prozent). Als weniger wichtig gelten Sprinkleranlagen (35 Prozent) und Hochwasserschutz (11 Prozent). Zur Minimierung von Schäden an Maschinen lassen 69 Prozent der KMU ihre technischen Anlagen regelmäßig warten. 36 Prozent sorgen für einen regelmäßigen Austausch. Notstromaggregate besitzen nur 24 Prozent der befragten Unternehmen. In den meisten Bundesländern herrscht mittlerweile eine strikt geregelte Rauchmelderpflicht, wodurch diese Präventionsmaßnahme Großteils zum Standard wird in Deutschland.

Schlecht auf Notfälle vorbereitet
Trotz des Gefahrenbewusstseins hat jedoch nur knapp die Hälfte der Betriebe einen Notfallplan (49 Prozent). Vor allem bei kleineren KMUs mit 11 bis 20 Mitarbeitern bestehen diese lediglich bei 43 Prozent, in noch kleineren Betrieben sogar nur bei 26 Prozent. Bei 66 Prozent der Unternehmen mit 201 bis 500 Mitarbeitern gibt es hingegen Notfallpläne für Katastrophen.

Absicherung durch Versicherungen vielfach nicht ausreichend
45 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland sichern sich mit nur bis zu drei Versicherungen ab, ein weiteres Drittel besitzt weniger als sechs Policen. „Gerade zu Beginn der Geschäftstätigkeit und bei starkem Geschäftswachstum sowie Veränderung des Leistungsspektrums und des Produktionsprozesses ist die richtige Absicherung durch einen starken Partner wichtig. Unvorhergesehene Ereignisse werfen das Unternehmen dann nicht aus der Bahn“, erklärt Lohmann.

Der Umfang der Risikoabsicherung steigt mit der Größe der Betriebe: Deutlich mehr Versicherungen, nämlich mehr als sechs, sind bei 35 Prozent der größeren Unternehmen (mit 201 bis 500 Mitarbeitern) zu finden. 36 Prozent besitzen zwischen vier und sechs Verträgen mit Versicherungsunternehmen. Bei der Art der Versicherungen dominiert wie schon in den Vorjahren mit 88 Prozent die Betriebshaftpflicht-Versicherung, gefolgt von der betrieblichen Gebäude-Versicherung mit 65 Prozent. 38 Prozent haben eine Elektronik-Versicherung, 31 Prozent eine Geschäftsinhalt-Versicherung, 32 Prozent eine Betriebsunterbrechungs-Versicherung und 10 Prozent eine D&O-Versicherung. Gut ein Drittel der KMU (38 Prozent) geben pro Monat bis zu 500 Euro für den Versicherungsschutz aus. Abgeschlossen werden die Verträge immer noch zum überwiegenden Teil bei einem Vermittler einer Versicherung.

Versicherungsschutz wird vielfach zu selten überprüft
Mehr als jedes zweite KMU (58 Prozent) führt keinen jährlichen Versicherungs-Check-Up durch. 42 Prozent kümmern sich jedes Jahr um die Überprüfung ihres Versicherungsschutzes, 2015 waren dies allerdings noch 46 Prozent. 32 Prozent der KMU nehmen sich alle zwei Jahre Zeit für einen Policen-Check. 15 Prozent kennen das eigene Prüfintervall nicht einmal. „Die jährliche Überprüfung des Versicherungsschutzes ist ein Muss. Denn durch Innovationen, neue Anschaffungen oder neue rechtliche Vorgaben ändert sich auch der notwendige Versicherungsumfang“, erklärt Lohmann.

Hintergrund der Befragung
Ziel der KMU-Studienreihe ist es, den Status quo in kleinen und mittelständischen Unternehmen zum Thema Versicherungsschutz und Risikobewusstsein zu erheben. Die Studie wurde bereits in den Jahren 2010, 2013 und 2015 durchgeführt. Um mögliche Veränderungen im Zeitverlauf aufzuzeigen, werden zentrale Fragen über die Befragungswellen konstant gehalten. Im Rahmen der Gothaer KMU Studie 2017 wurden 1.006 Personen in kleinen und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern zum Thema befragt. Die Befragung erfolgte als Online-Studie durch das Onlinepanel der „data field Feldservice GmbH“.
Befragt wurden Personen, die in den jeweiligen Unternehmen für das Thema Versicherungen (mit-) verantwortlich sind. Der Befragungszeitraum war 24. April bis 10. Mai 2017. Durchführendes Institut war die HEUTE UND MORGEN GmbH, Köln. Die befragten Unternehmen stammen aus 21 Branchen (unterteilt nach dem WZ-Code, die in der deutschen amtlichen Statistik derzeit gebräuchliche Klassifikation der Wirtschaftszweige).

 

 

Gothaer Versicherungsbank VVaG

Der Gothaer Konzern ist mit 4,4 Milliarden Euro Beitragseinnahmen und rund 4,2 Mio. versicherten Mitgliedern einer der größten deutschen Versicherungskonzerne. Angeboten werden alle Versicherungssparten. Dabei setzt die Gothaer auf qualitativ hochwertige persönliche Beratung der Kunden.
www.gothaer.de

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