10 Jahre Bildungsprogramm für die Kitas - Grund zum Feiern und Anlass zum Handeln

(lifePR) ( Berlin-Schöneberg, )
Die Einführung des Berliner Bildungsprogramms für die Kitas hat wesentlich dazu beigetragen, die frühkindliche Bildung und Erziehung zu stärken. Die Berliner Kindertagesstätten sind wichtige und anerkannte Bildungsorte, die im Berliner Bildungssystem fest verankert sind.

Mit der verbindlichen Einführung des Berliner Bildungsprogramms kamen umfängliche, neue Aufga­ben auf die Kitas zu. Insbesondere die gewünschte Qualitätsverbesserung hat riesige Anforderun­gen vor allem an die Erzieher*innen und Leiter*innen der Berliner Kindertagesstätten gestellt. Die Pädagoginnen und Pädagogen müssen vielfältige Aufgaben erfüllen sowie neue Methoden und Instrumente anwenden. Dafür waren und sind die Rahmenbedingungen nach wie vor nicht vorhan­den. Zwar ist es 2010 nach erfolgreichen Aktivitäten, u.a. dem Volksbegehren gelungen, die Personalausstattung zu verbessern, aber noch arbeiten nicht ausreichend Erzieher*innen in den Kitas, um die anspruchsvollen Ziele adäquat umsetzen zu können. Vor allem für die mittelbare pädagogische Arbeit, für Vor- und Nachbereitung, für die Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklungsprozesse, für die Arbeit mit den Eltern haben die Erzieher*innen zu wenig Zeit. Bereits 2008 haben öffentliche und freie Kitaträger in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe festgestellt, dass 23 % der Arbeitszeit für die mittelbare pädagogische Arbeit notwendig sind. Das entspricht neun Stunden der wöchentlichen Arbeitszeit. Der Personalschlüssel berücksichtigt die notwendigen Zeitbudgets für die mittelbare pädagogische Arbeit nicht in erforderlicher Weise. Auch entspricht dieser nicht einer kindgerechten und pädagogisch sinnvollen Erzieher-Kind-Relation.

Nach zehn Jahren ist das Bildungsprogramm nun überarbeitet worden. Die gesammelten Erfahrun­gen, neueste wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen sind in die Überarbeitung eingeflossen. Nun müssen auch die Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: "10 Jahre Berliner Bildungsprogramm sind ein guter Grund zum Feiern, aber vor allem sind sie auch ein Anlass, den Erzieher*innen in den Kitas Anerkennung und Wertschätzung für ihr hohes Engagement auszusprechen. Glaubwürdig wird die gezollte Anerkennung vor allem dann, wenn Taten folgen. Dazu gehö­ren verbesserte Rahmenbedingungen. Die GEW BERLIN bekräftigt deshalb die Forderung, den Erzieher*innen mindestens neun Stunden ihrer Arbeitszeit für die mittelbare pädagogi­sche Arbeit zur Verfügung zu stellen. Die GEW BERLIN erwartet, dass sich die Senatorin Frau Scheeres dafür einsetzt und einen Zeit- und Maßnahmeplan für eine verbesserte Personalausstattung der Berliner Kitas vorlegt."
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