Alles schlecht ist nicht gerecht

Senator Rabe negiert den Mehrbedarf an personeller Ressource für die schulische Inklusion

(lifePR) ( Hamburg, )
Das von Senator Rabe in Auftrag gegebene Gutachten der Professoren Schuck und Rauer macht deutlich, dass der Anstieg von Schülerinnen und Schülern mit einem sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache und emotional-soziale Entwicklung (LSE) nicht aufgrund falscher Diagnosen zustande kommt, wie der Senator suggeriert. Stattdessen verweisen sie auf drei Gründe.

Erstens: In Schulen, die bis 2012 integrative Regelklassen und damit eine systemische Zuweisung von SonderpädagogInnen zur Prävention hatten, wird erst seit 2012 diagnostiziert. Die Schülerinnen und Schüler besuchten diese Schulen schon immer. Zweitens: Durch die Umsetzung der Inklusion kamen zahlreiche SonderpädagogInnen an die allgemeinbildenden Schulen und haben die Sichtweise auf Kinder und ihre individuellen Problemlagen professionalisiert. Drittens ist anzuführen, dass nach Einführung der Inklusion die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs nicht mehr den Wechsel auf eine Sonderschule nach sich zieht. Offensichtlich erhöht dies die Bereitschaft bei Eltern und Lehrkräften eine Überprüfung vorzunehmen.

Außerdem machen Schuck und Rauer deutlich, dass der diagnostizierte Förderbedarf in Hamburg im Vergleich mit Großstädten wie Essen und Berlin nicht abweicht; nach Auffassung der Autoren ist er ein realistisches Abbild der aktuellen Problemlagen.

Trotz dieses Gutachtens misstraut Senator Rabe weiterhin den Diagnosen und überzieht die Schulen und ReBBZ (Regionale Bildungs- und Beratungszentren) mit einem zeitaufwendigen Kontrollverfahren. Alle bereits diagnostizierten Förderbedarfe der 4. Klassen sollen noch einmal überprüft werden.

"Zu befürchten ist eine weitere Verzögerung der schon längst benötigten Mittel und - noch schlimmer - ein reines Umschichten nach dem Motto: Alles schlecht ist gerecht. Statt noch einmal zeit- und personalaufwendig mit einem veralteten Diagnostikverfahren die Förderbedarfe zu überprüfen, sollte Herr Senator Rabe, die dringend benötigten Mittel in die Hand nehmen und die nach unserer Rechnung fehlenden 550 Stellen schaffen, damit Inklusion in Hamburg gelingt!" so kommentiert Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW Hamburg): "Die Bildungsbehörde hat das gut funktionierende und vorbildliche I- und IR-Klassen-Modell nur aus Spargründen abgeschafft und durch eine an allen Ecken zu kurze Decke ersetzt."
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