Dienstag, 21. Februar 2017


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Die sichtbare Näherin

(lifePR) (Karlsruhe, ) Nach seinem Job in Indien gründet ein junger Karlsruher ein globales, aber faires Unternehmen - und will Kunden und Hersteller mit einander bekannt machen.

Fabian Krüger ist gerade 28 geworden, und leitet bereits ein Unternehmen, das auf drei Kontinenten aktiv ist. Krüger reist durch Asien, Afrika und Europa auf der Suche nach Textilherstellern, die seinen Ansprüchen genügen: höchste Qualität, biologische produzierte Rohstoffe und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Begleitet wird er dabei von einem kleinen Kamerateam. "Wir wollen dokumentieren, wie unsere Zulieferer arbeiten", sagt Krüger. "Und vor allem wollen wir den Menschen, die unsere Kleidung herstellen, wieder ein Gesicht geben." Die Filme wird er anschließend auf seiner Homepage zeigen. Denn das ist die Idee hinter seiner jungen Firma: Die Kunden sollen selbst entscheiden können, von wem ihre Kleidung hergestellt wird. Anschließend wird nur soviel produziert, wie auch tatsächlich bestellt wurde und direkt an die Käufer geliefert. Das Geld, was bei großen Unternehmen bei zahllosen Zwischenhändlern und Verkäufern hängen bleibt, kann so direkt an die Nähereien gehen.

Bis jetzt arbeitet Krüger mit drei Firmen zusammen: Auf Mauritius, in Indien und in Deutschland. Jede dieser Firmen zeichnet sich durch einen eigenen sozialen oder ökologischen Schwerpunkt aus: Arbeit mit behinderten oder psychisch kranken Menschen etwa oder eine besonders penible Wasseraufbereitung zum Schutz des Trinkwassers. Mit jedem Kauf eines seiner Produkte wird automatisch Geld für diese sozialen Projekte gespendet.

"Get Lazy" hat Fabian Krüger sein Unternehmen genannt - im Sinne von "Sei mal faul". Seine Freizeithosen sollen nach einem stressigen Arbeitstag dabei helfen, abzuschalten. "Es ging mir selber so, dass ich nach den harten Tagen in einem Land wie Indien erst abschalten konnte, wenn ich mich abends umgezogen hatte." Deshalb startet das Unternehmen auch mit einem einzigen Produkt: Einer eigens entworfen Freizeithose, perfekt für den gemütlichen Abend auf dem Sofa. Denn dieses Gefühl will er mit seiner Kleidung verkaufen - und gleichzeitig die Kunden und die Menschen hinter dem Produkt einander näher bringen. Jeder Lieferung liegt deshalb eine kleine Grußkarte bei: Mit der Unterschrift der Näherin oder des Schneiders aus Tirurpur in Indien, Rose Hill auf Mauritius oder eben aus Berlin.

Wie das internationale Geschäft funktioniert, hat Krüger bei seinem jetzigen Arbeitgeber gelernt. Für einen großen deutschen Autohersteller war und ist der Ingenieur in Werken in Indien und den USA tätig.

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